Das Vorhaben sei grenzüberschreitend und multimedial geplant, hieß es weiter. Auch beziehe es verschiedene Kulturen mit ein. Dabei hinterfragen die Wissenschaftler beider Institutionen koloniale Perspektiven und Strukturen im Netz und entwickeln eine digitale Plattform sowie gemeinsame Vermittlungsformate und künstlerische Produktionen. Das Projekt solle die Debatte um den Kolonialismus voranbringen.
Zugriff auf Phonogramm-Archiv
"Was dieses Projekt auszeichnet, ist die Verbindung von Theater und Museum und damit zweier Einrichtungen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen", erklärte der Direktor des Ethnologischen Museum in Berlin-Dahlem, Lars-Christian Koch. Seine Einrichtung werde dafür sein Phonogramm-Archiv zur Verfügung stellen, eine der wichtigsten Sammlungen traditioneller Musik aus aller Welt. Es biete mit seinen mehr als 150 000 historischen Aufnahmen auf Edisonwalzen und Schellackplatten, entstanden zwischen 1893 und 1954, einen einzigartigen Fundus für das Projekt und die beteiligten Künstler. Neben seinen Aufnahmen, darunter von Musiktraditionen von Kulturen, die heute nicht mehr existent sind, bringt das Phonogramm-Archiv auch seine weltweiten Netzwerke und erfahrenen Mitarbeiter ein.