Toughe Schrottsammlerin Rey: Start des Star Wars- Films: Daisy Ridley im Interview

Zum dritten Mal an Bord: Die Schauspielerin Daisy Ridley verkörpert die Schrottsammlerin und Kämpferin Rey.
Vianney Le CaerFrau Ridley, Ihr erster großer Film war 2015 „Das Erwachen der Macht“ von Regisseur J.J. Abrams. Auch im neuen Film hat er die Regie übernommen. Waren Sie froh, dass er zurückgekommen ist?
Ja. Ich habe zu dem Zeitpunkt gerade in Kanada gedreht und wir waren mitten im Nirgendwo. Dann klingelte mein Handy. Es war Produzentin Michelle Rejwine. Und sie sagte: „Hey, ich wollte dich nur wissen lassen: J.J. ist zurück.“ Und ich fing sofort an zu weinen. Denn zum einen hat er mit mir diese Reise begonnen, er hat mich gecastet. Und zum anderen ist er ein fantastischer Mensch.
Wie haben Sie sich in der Zeit verändert?
Bei meinen ersten Erfahrungen am Set habe ich öfter gesagt: „Oh sorry, ich habe da noch eine Frage.“ Und die Leute meinten: „Oh klar, welche?“ Und dann hörten sie einem wirklich zu. Das hat mir mehr Selbstvertrauen gegeben. Wahrscheinlich bin ich auch etwas mutiger geworden. Bei dem Film habe ich Sachen gemacht, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich das schaffen würde.
Was denn zum Beispiel?
Den großen Sprung im Trailer, den viele gesehen haben. Wenn du kopfüber in neun Metern Höhe an Seilen hängst, zwei Männer dich halten und du weißt, wenn die dich fallen lassen, wärst du hinüber. Ich hätte mir nicht vorstellen können, so etwas zu machen. Man lernt wirklich, anderen Menschen zu vertrauen.
In den Filmen sieht man, wie aus Ihnen ein Jedi wird. Wie findet man seinen inneren Jedi?
Bleib dir selbst treu. Umgib dich mit guten Menschen. Und kämpfe für die gute Sache, auch wenn es schwierig ist. Auch wenn es für einen Opfer bedeutet, muss man versuchen, das zu tun, was für alle richtig ist, nicht nur für einen selbst.
Gibt es einen Kampf, den Sie noch führen wollen?
Ich habe das Gefühl, dass es momentan wirklich eine ziemlich düstere Zeit ist. Aber gleichzeitig auch eine großartige Zeit. Denn viele Leute dachten lange, sie hätten keine Stimme. Aber nehmen wir Greta Thunberg: Sie ist 16 Jahre alt und kann sich klarer ausdrücken als viele andere. Es geht nicht immer nur darum, große Dinge zu ändern, man kann kleine Dinge versuchen, die wichtig sind.
Von Ihnen gibt es inzwischen Spielfiguren – finden Sie, dass die Ihnen ähnlich sehen?
Manche von denen sind sehr gut. Aber neulich hat mich jemand gefragt, warum ich da oft so wütend aussehe. Das hat auch meine Mutter gesagt: „Warum machst du so ein böses Gesicht?“ Ich kann dann nur sagen: „Ich treffe die Entscheidung nicht, keine Ahnung.“
Manche Mädchen verkleiden sich wie Rey. Wie fühlt es sich an, für manche eine Heldin zu sein?
Ein Erlebnis war großartig: Meine Mutter hat von einem Kollegen erzählt. Er habe über seine Tochter gesprochen, sie sei immer ein bisschen ängstlich gewesen. Und dann habe sie den Film gesehen und jetzt wolle sie herumrennen und Sachen machen. Das ist toll. Das zeigt auch die Kraft des Kinos. Es ist ein Film – aber bedeutet vielen Leuten etwas.
Haben Sie mal „Star Wars“-Schöpfer George Lucas getroffen?
Ich habe ihm mal kurz auf dem roten Teppich getroffen. Ich meinte nur: „Hey George, Danke irgendwie. Du hast das ja alles erschaffen“. Aber das war es dann im Grunde auch.
Ihr Zweitname ist Jazz. Mögen Sie die Musik denn auch?
Ich mag Jazz. Ich mag aber tatsächlich alle möglichen Arten von Musik. Ich bin ein großer Fan von Ariana Grande. Aber ich mag viele. Ich war kürzlich bei Fleetwood Mac, auch bei Barbra Streisand. Alles durcheinander.
Carrie Fisher hat Prinzessin Leia gespielt, ist aber 2016 gestorben. Im Trailer sieht man Sie mit ihr gemeinsam. Wie fühlt es sich an, das zu sehen?
Das Ganze ist sehr emotional. Und ich denke, für die Leute, die das Ganze geschnitten haben, die das ganze Material aus den älteren Episoden durchgegangen sind, muss es noch komischer gewesen sein. Denn die sehen ja auch die ganzen Momente dazwischen, die den Menschen zeigen, nicht die Rolle. Leia ist ein zentraler Punkt im Film.
Was kommt als nächstes?
Ich habe keine Idee, was ich machen will. Aber ich denke, wenn ich etwas lese und das gut finde, kann ich mir jetzt vertrauen und auch meinem Agenten. Ich habe da noch keinen Plan.
Können Sie eigentlich ein bisschen Deutsch?
(auf Deutsch): Möge die Macht mit dir sein.
Nichts ist geheimer als das Sternen-Epos
Die Geheimniskrämerei um den neuen Film geht selbst Darstellern auf die Nerven. "Als würde man für eine geheime staatliche Regierungsorganisation arbeiten, als wäre man bei der CIA", klagte Mark Hamill (Luke Skywalker) in einem Interview. Tatsächlich ist bislang kaum etwas über die Handlung bekannt. "Der Film spielt im Weltraum", scherzte Daisy Ridley. "Es gibt Kämpfe, gute und böse Leute, einige dazwischen, Lichtschwerter und einen großen Showdown, über den ich nicht sprechen darf."⇥dpa