Verstorbene Schlagersänger: Diese Musiker prägten die Charts der DDR

Achim Mentzel posiert zwischen Geranienkästen, aufgenommen in seinem Garten in Cottbus Gallinchen. Außer ihm prägten noch weitere Schlagersänger die Musikszene in der DDR. (Archivbild)
Robert Schlesinger/dpa- Verstorbene DDR-Schlagersänger prägten Generationen – ihre Musik bleibt unvergessen.
- Rosemarie Ambé feierte Erfolge in den 1960er Jahren, starb 2014 in Berlin.
- Volkmar Böhm bekannt durch „Shake Hands“, starb 2007 nach Karriere im Kulturamt.
- Helga Brauer gewann 1966 DDR-Schlagerwettbewerb, starb 1991 in Leipzig.
- Achim Mentzel: Moderator und Musiker, starb 2016 in Cottbus an Herzinfarkt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie prägten den Sound einer ganzen Generation, ihre Stimmen klingen bis heute nach. Viele Schlagersänger der DDR sind längst verstorben, doch ihre Lieder und ihr Lebenswerk leben bis heute weiter. Ihre Namen stehen beispielhaft für eine Ära, in der Musik Brücken schlug und Lebensfreude vermittelte.
Eine von ihnen war Rosemarie Ambé, eine bekannte Schlagersängerin in der DDR, die vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren große Erfolge feierte. Entdeckt wurde sie im Jahr 1962 vom Komponisten Gerd Natschinski. Wenige Jahre später erreichte sie mit dem Hit „Es fängt ja alles erst an“ ihren ersten großen Erfolg und gewann damit im selben Jahr den DDR-Schlagerwettbewerb. Ihre Lieder und einnehmende Bühnenpräsenz machten sie bei ihrem Publikum sehr beliebt.
Ambé trat regelmäßig in Fernsehsendungen wie „Ein Kessel Buntes“ auf und arbeitete darüber hinaus mit anderen Künstlern und Orchestern zusammen. 2014 starb die Sängerin in Berlin.
Volkmar Böhm und sein Hit „Shake Hands“ auf YouTube
Ebenfalls in den 1960er Jahren berühmt wurde Volkmar Böhm. Er begann seine musikalische Laufbahn mit Klavier- und Gesangsunterricht und sammelte erste Bühnenerfahrungen im selbst gegründeten Quartett „Piccolos“ sowie als Refrainsänger in verschiedenen Tanzorchestern. 1961 wurde er vom DDR-Plattenlabel AMIGA entdeckt, woraufhin Böhm zwischen 1962 und 1969 insgesamt zwanzig Singles veröffentlichte. Besonders seine Duette mit Ruth Brandin und seine Version des Songs „Shake Hands“ waren beim Publikum sehr beliebt.
Nach der Wende arbeitete Böhm im Kulturamt der Stadtverwaltung Zittau und trat ein Jahr vor seinem Tod 2007 in der WDR-4-Sendung „Schallplattenbar“ auf.
Helga Brauer prägte die ostdeutsche Schlagerszene bereits in den 1950er Jahren. Ihre Karriere begann sie, nachdem sie auf Rügen im Urlaub an einem Gesangswettbewerb teilgenommen und den ersten Platz belegt hatte. Mit ihrem Nummer-1-Hit „Heute spielt der Konstantin Klavier“ stürmte sie Ende der 1950er Jahre die Charts. Mit klarer Stimme und ihrem sympathischen Auftreten war sie ein gern gesehener Gast in Funk und Fernsehen.
Helga Brauer und der Hit „Die Welt ist schön“ auf YouTube
Auslandstourneen brachten die Sängerin unter anderem in die Sowjetunion, nach Ungarn, Österreich, Finnland sowie Ägypten. Mit dem Lied „Schlaf, mein kleiner Johnny“ gewann sie 1966 den ersten Schlagerwettbewerb der DDR. Helga Brauer starb 1991 in Leipzig.
DDR-Star Michael Hansen ist 2023 in Bernau gestorben
Ein weiteres Musiktalent der DDR ist Michael Hansen (Klaus Schibilsky), der 1940 in Güstrow geboren wurde und 2023 in Bernau starb. Seine ersten Erfahrungen als Künstler sammelte er bereits als Student im Rundfunk. Mit den Titeln „Regen in der Nacht“ und „Wer hat sie gesehn“ konnte er sich 1968 im DDR-Schlagerwettbewerb beweisen. Das schien dem Sänger allerdings nicht genug zu sein.

Sänger und Musikproduzent Michael Hansen.
Klaus-Dietmar Gabbert/dpaBis zu seinem Lebensende im Jahr 2023 war Hansen in der Musik tätig, gründete die Gruppe Michael Hansen & die Nancies. Er wurde in den 1980er Jahren Vorsitzender der Sektion Gesangsinterpreten beim Komitee für Unterhaltungskunst der DDR und legte 2004 zusammen mit anderen engagierten Theaterschaffenden den Grundstein für das „KinderMusicalTheater“ in Berlin.
Zu seinen bekanntesten Liedern zählen Titel wie „Der Zug fährt ab“ mit Ina Martell sowie „Morgens und kühler Regen“.
Jenny Petra und ihr Hit „Oh, Michael“ auf YouTube
Mitte der 1950er Jahre absolvierte Jenny Petra, mit bürgerlichem Namen Edith Kaus, ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Ost-Berlin. Da sie als erste Schlagersängerin an dieser Hochschule studierte, war hierfür eine spezielle Genehmigung des Zentralkomitees der SED erforderlich. Gemeinsam mit Helga Brauer und Bärbel Wachholz zählte sie in den 1950er- und 1960er-Jahren zu den bekanntesten Schlagersängerinnen der DDR. 1962 wirkte sie in dem vom DDR-Fernsehen ausgestrahlten Musical „Was halten Sie von Musik?“ unter der Regie von Wernfried Hübel mit.
Nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 1963 beendete Jenny Petra ihre Karriere als Schlagersängerin. Anschließend arbeitete sie bis 1994 als Dozentin für Gesang an der Hochschule und bildete dabei unter anderem bekannte DDR-Sängerinnen wie Anett Kölpin aus.
Eine Hommage an Achim Mentzel auf YouTube
Achim Mentzel gilt als einer der bekanntesten und beliebtesten Unterhaltungskünstler der DDR. Seine Karriere startete er zunächst mit seinem gegründeten „Diana Show Quartett“, welches 1965 ein Auftrittsverbot in der gesamten DDR bekam. Doch davon ließ sich Mentzel seine Karriere als Musiker nicht nehmen und war immer wieder Teil verschiedener Orchester. Wegen Republikflucht saß er rund zehn Monate in Haft. Erst 1979 gelang ihm sein Durchbruch – allerdings als Solokünstler. In den 1980er Jahren trat er erstmals als Moderator vor die Kamera und bekam sogar seine eigene Show – „Achims Hitparade“. Nach der Wende war Mentzel in diversen Fernsehshows, unter anderem in der RTL-Sendung „Let's Dance“ zu sehen.
Zu seinen größten Erfolgen zählen Titel wie „Gott sei Dank ist sie schlank“, „Heute fliegt die Kuh“ und „Außerdem macht es Spaß“. Besonders bekannt war Achim Mentzel für seine humorvolle und herzliche Art, mit der er das Publikum begeisterte. Am 4. Januar 2016 starb er in Cottbus aufgrund eines Herzinfarktes.
Welche DDR-Schlagersänger haben Sie erlebt und können Sie nicht vergessen? Schreiben Sie uns gerne unter kultur@moz.de.

