Vinyl von Prince
: Purpurne Zeiten

Drei Prince-Alben sind erstmals auf Vinyl erschienen. Farbig sogar.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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    Legacy
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„Musicology“ erschien 2004 und schon damals stellte diese Scheibe einen Neustart dar. Denn aus Lovesymbol war wieder Prince geworden, statt alleinig als Download gab es wieder einen physischen Datenträger und der kleine Mann aus Minneapolis arbeitete wieder mit einem Major-Label zusammen. Musikalisch hingegen machte Prince beim gewohnten Schaffen weiter. Die 13 Tracks kommen als eine bunte Mischung aus Funk, Soul und Pop daher, stets mit den so typisch verschachtelten Arrangements. Ein wenig verabschiedet sich der Musiker von seiner experimentelleren Phase und wendet sich mehr dem Mainstream zu. Mit Erfolg, denn zwei Grammys und ein dritter Platz in den Charts waren mehr als sehenswert.

Noch erfolgreicher wurde „3121“ zwei Jahre später. Das Album, benannt nach der Wohnadresse des Künstlers in Hollywood, landete auf Anhieb auf Platz Eins der Billboard 200. Das war Prince letztmalig mit „Batman“ 1989 gelungen. Über das Warum waren sich die Kritiker nicht wirklich einig. Am ehesten trifft wohl zu, auch aus heutiger Sicht, dass Prince musikalisch in seine erfolgreichsten Jahre, die 80er, zurückgekehrt war. Angesichts austauschbarer R’n’B-Sänger stach er als Exot, der viele Spielwiesen musikalisch bediente, wieder hervor.

Als drittes Werk erschien „Planeth Earth“ nur ein Jahr später. Gearbeitet hatte Prince daran schon 2004. Angesichts der schnellen Abfolge der Veröffentlichungen und den dazugehörigen Tourneen, erhärtet sich die Vermutung, dass der Musiker, dem man hunderte fertige Songs in der „Schublade“ nachsagte, womöglich auf den einen oder anderen zurückgegriffen hat. Das würde auch die eher rückwärtsgewandte musikalische Ausrichtung erklären. Wenn auch nicht an der Spitze, so platzierte sich „Planet Earth“ immerhin auf dem Treppchen der Charts, fiel musikalisch mit Jazz- und Rock-Anleihen sowie dem außerordentlichen „Chelsea Rogers“ etwas aus dem gewohnten Muster.

Letztere ist die einzige Platte, die als Einzel daherkommt. Bei den anderen schnürte man jeweils eine Doppel-Ausgabe. Das führt dazu, dass teils nur drei Stücke auf einer Seite zu finden sind. Qualitativ sind die Pressungen über jeden Zweifel erhaben. Die so oft beschworene analoge Wärme spielen die Scheiben hörenswert aus, vor allem im Vergleich zum dazugehörigen MP-3-Download. Im Tief- und Mitteltonbereich herrscht geradezu Harmonie in den Frequenzgängen. Der Bass ist fest und die Background-Spielereien verlieren sich nicht jenseits der Hörgrenze. Die Bühne ist breit und in der Tiefe gestaffelt, dennoch kommen die Songs als kompakte Einheit daher. Prince-Fans werden an diesen Veröffentlichungen nicht vorbeikommen.

Prince: Musicology, 3121, Planet Earth; Legacy Recordings