Walter Heynowski ist tot: DDR-Dokumentarfilmer mit 96 Jahren gestorben

Dokumentarfilmer Walter Heynowski (1927 - 2024) ist im Alter von 96 Jahren gestorben.
Roger Melis/Eulenspiegel Verlagsgruppe Buchverlage GmbH/dpa- Walter Heynowski, DDR-Dokumentarfilmer und Gründer des Eulenspiegel-Verlags, ist mit 96 Jahren gestorben.
- Er drehte über 70 Dokumentarfilme, darunter "Piloten im Pyjama" und "Der lachende Mann".
- Heynowski und Gerhard Scheumann gründeten 1969 das Studio H&S und arbeiteten ideologisch geprägt.
- Das Studio wurde 1982 aufgelöst; das Verbot wurde 1986 teilweise aufgehoben.
- Am 18. November erscheint seine Biografie "Mäander der Erinnerungen".
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Der Dokumentarfilmer und Gründer des Eulenspiegel-Verlags Walter Heynowski ist tot. Er starb am Mittwoch (6. November) im Alter von 96 Jahren nach längerer Krankheit friedlich in Berlin, wie der Eulenspiegel-Verlag unter Berufung auf sein näheres Umfeld mitteilte. Er gehörte mit dem 1998 gestorbenen Gerhard Scheumann zu den wichtigsten Dokumentarfilmern der DDR.
Heynowski wurde 1927 in Ingolstadt geboren. Am 20. November hätte er seinen 97. Geburtstag gefeiert. Zu ihren bekanntesten Werken gehören „Piloten im Pyjama“ (1968), ein Interviewfilm mit über Vietnam abgeschossenen US-Piloten, „Der lachende Mann“ (1965/66) über den als „Kongo-Müller“ bekannten, aus Crossen an der Oder stammenden Söldner Siegfried Müller, „Die Generale“ (1986) über ehemalige Nato-Befehlshaber sowie „Krieg der Mumien“ (1974) über die Situation in Chile. Eine der erfolgreichsten Dokumentarfilme wurde „Kamerad Krüger“ (1988), der den ehemaligen SS-Sturmbannführer Walter Krüger porträtierte und das Fortleben nationalsozialistischen Gedankengutes in der Bundesrepublik belegte.
Mit Scheumann gründete er das Studio H&S
In Berlin arbeitete er zunächst als Journalist und gründete den Eulenspiegel-Verlag. Nach Stationen beim Deutschen Fernsehfunk und dem DEFA-Studio für Dokumentarfilme gründete der Filmemacher mit Scheumann im Jahr 1969 das „Studio H&S“.
Gemeinsam drehten sie mehr als 70 Dokumentarfilme, wie es auf der Plattform „filmportal.de“ des Deutschen Filminstitut & Filmmuseums heißt. Ihre Arbeiten seien stark ideologisch geprägt gewesen. So habe etwa der „kapitalistische Westen“ stets am Pranger gestanden. Der Eulenspiegel-Verlag schrieb, die Filme waren im Kern „antifaschistisch, antimilitaristisch und solidarisch mit den Befreiungsbewegungen weltweit“.
DEFA-Trailer zu „Brüder und Schwestern“, Regie Walter Heynowski (1963)
Nach einer kritischen Rede von Gerhard Scheumann zum Thema „Medienpolitik der SED“ vor dem IV. Kongress der Film- und Fernsehschaffenden der DDR wurde 1982 die Auflösung des Studios verfügt. Heynowski und Scheumann gingen zurück zur DEFA. Gleichzeitig wurde den beiden Autoren auch die Verwendung ihres Signets „H & S“ untersagt. Das Verbot wurde erst 1986 mit dem Film „Die Generale“ wieder aufgehoben. Das Studio bestand bis 1991.
2007 waren Heynowskis Jugenderinnerungen in einer ersten Biografie „Der Film meines Lebens“ erschienen. Am 18. November kommt nun der zweite Teil „Mäander der Erinnerungen. Generation im Abendlicht“ im Verlag Das Neue Berlin heraus.
