Absturz Kosmos 482
: Stürzt die Sowjet-Sonde in Brandenburg ab?

Sowjetische Raumsonde „Kosmos 482“ stürzt ab. Auch Berlin und Brandenburg könnten betroffen sein. Wann und wo sie die Erde treffen soll – Experten berechnen Einschlagsort und -zeit.
Von
Doreen Matschuk
Potsdam
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Perseiden: ARCHIV - 13.08.2023, Schleswig-Holstein, Neumünster: Ein Perseidenmeteor zieht über den Himmel gegen 04:00 Uhr MESZ in Neumünster (Stadtteil Tungendorf). (zu dpa: «Sternschnuppen über dem Südwesten: Hier kann man sie sehen») Foto: Marco A. Ludwig/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Absturz der sowjetischen Raumsonde „Kosmos 482“: Berlin und Brandenburg liegen im Einschlagsbereich. Wann und wo die Sonde die Erde treffen kann. (Symbolbild)

Marco A. Ludwig/dpa

Nach über 50 Jahren im All kehrt die sowjetische Raumsonde „Kosmos 482“ unkontrolliert zur Erde zurück. Experten warnen: Der Absturz könnte auch Deutschland treffen – Brandenburg liegt somit im potenziellen Zielgebiet.

Alte Raumsonde Kosmos 482 auf Crashkurs mit der Erde

Die Raumsonde „Kosmos 482“ wurde 1972 im Rahmen des sowjetischen Venus-Programms gestartet. Ihr Ziel war eine kontrollierte Landung auf der Venus. Doch aufgrund eines Raketenfehlers blieb die Kapsel in der Erdumlaufbahn. Seitdem umkreist sie die Erde auf einer exzentrischen Bahn – bis jetzt.

Kosmos 482: Eine Mission, die nie ihr Ziel erreichte

Viele Teile von Kosmos 482 haben sich in den vergangenen Jahrzehnten bereits verabschiedet und verglühten beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Es war lediglich ein Leuchtspektakel am Himmel zu sehen – mehr nicht.

Doch nun soll der Rest der Sonde, nämlich das 500 Kilogramm schwere Landemodul, auch auf die Erde stürzen. Dieses sollte eigentlich unter dem Namen „Venera 9“ Daten von der Venus zur Erde senden.

ESA warnt vor Einschlag – Deutschland im Flugfenster

Die europäische Weltraumorganisation ESA schlägt jetzt Alarm: Schon morgen, am 10. Mai, könnte die Sonde auf die Erde stürzen. Der genaue Einschlagsort ist jedoch noch völlig unklar. Fest steht jedoch: Auch Deutschland liegt im möglichen Absturzkorridor – Brandenburg könnte betroffen sein.

Laut aktuellen Berechnungen der ESA wird die Sonde am Samstagmorgen (10. Mai) zwischen 4:00 Uhr und 12:00 Uhr MESZ in die Erdatmosphäre eintreten. Innerhalb dieses Zeitraums umrundet „Kosmos 482“ die Erde mehrfach – auch über Mitteleuropa. Eine präzisere Eingrenzung sei frühestens kurz vor dem Eintritt möglich.

Robuste Kapsel: Risiko gering, aber möglich

Trotz der Unsicherheit bezüglich des Einschlagsortes geben Experten vorsichtige Entwarnung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen zu Schaden kommen, sei sehr gering.

Dass die Sonde Berlin oder Brandenburg treffen könnte, ist möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kosmos 482 dort jemanden oder etwas trifft, ist jedoch unwahrscheinlich. Der niederländische Wissenschaftler Dr. Marco Langbroek rechnet eher damit, dass die Sonde ins Meer stürzt.

Er meint aber auch, dass es sich nicht völlig ausschließen lässt, dass es auch anders kommen könnte. „Obwohl es nicht ohne Risiko ist, sollten wir uns nicht allzu viele Sorgen machen“, sagte er der Nachrichtenagentur AP. Das Objekt ist wohl relativ klein und "das Risiko vergleichbar mit dem eines zufälligen Meteoriteneinschlags, von denen es jedes Jahr mehrere gibt."