Aggressive Ameisen
: Hat die invasive Tapinoma magnum schon Brandenburg erreicht?

Im Süden Deutschlands sorgt eine invasive, aggressive Ameisenart für Zerstörungen. Ist die Große Drüsenameise auch schon in Brandenburg gesichtet worden? Wir haben nachgefragt.
Von
Daniel Steiger
Cottbus
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Ameisenplage in Schutterwald: PRODUKTION - 31.03.2025, Baden-Württemberg, Schutterwald: An der Verschalung eines Hochbeets krabbeln Ameisen. Die badische Gemeinde Schutterwald bei Offenburg wird derzeit von einer Ameisenplage heim gesucht. Große Mengen der als invasiv geltenden Ameisenart Tapinoma magnum ziehen durch das gesamte Örtchen. (zu dpa: ««Keine Tabuzonen» - Bürger kämpfen gegen Ameisen») Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Große Mengen der als invasiv geltenden Ameisenart Tapinoma magnum sorgen aktuell für Zerstörungen an der Infrastruktur in Städten in Süddeutschland. Ist die Ameise auch schon in Brandenburg heimisch?

Uli Deck/dpa

In Süddeutschland macht eine aus dem Mittelmeerraum stammenden Ameisenart von sich reden. Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) sorgte bereits in etlichen Städten etwa in Baden-Württemberg für Strom- und Internetausfälle. Die Tiere leben zu Abermillionen in sogenannten Superkolonien und sind schwer zu bekämpfen. Sind die Ameisen auch schon in Brandenburg gesichtet worden? Wir haben nachgefragt.

Aggressive Ameisen in Brandenburg - Gibt es schon Sichtungen?

Im Süden breitet sich die invasive Ameisenart immer mehr aus. Die Krabbler kommen mittlerweile nicht nur in Baden-Württemberg vor, sondern inzwischen auch in Köln und Hannover vor, sagte der Ameisenfachmann Manfred Verhaagh vom Karlsruher Naturkundemuseum bei einer Konferenz im badischen Offenburg. In Brandenburg ist die Große Drüsenameise bislang nicht gesichtet worden. Das bestätigte das in Cottbus ansässige Landesamt für Umwelt (LfU). „Dem LfU liegt kein Hinweis für ein Vorkommen von Tapinoma magnum in Brandenburg vor“, heißt es von dort auf Nachfrage. Auch sei eine Ausbreitung dieser Ameisenart nach derzeitigen Erkenntnissen in Brandenburg weniger wahrscheinlich. Thomas Frey vom Landesamt: „Eine Ausbreitung von Tapinoma magnum ist in Brandenburg weniger wahrscheinlich als in den wärmebegünstigten Teilen Deutschlands, z.B. entlang des Rheingrabens, in denen die Art bisher auftritt.“

Wie sich Brandenburg trotzdem auf die Ameise vorbereitet

Trotz dieser geringeren Ansiedlungswahrscheinlichkeit bereiten sich die Experten vom LfU auf die Ankunft der invasiven Ameise vor. Das Landesamt verfolge demnach das Auftreten der Art in anderen Bundesländern und eine mögliche Ausbreitung nach Osten und Norden. Zudem werden Erfahrungen zum Umgang mit der Art aus anderen Bundesländern gesammelt und ausgetauscht. In Baden-Württemberg hat gerade ein Forschungsprojekt zur Art begonnen. Festgelegt ist auch, dass das LfU die erste Anlaufstelle für Beobachtungen ist.

Was tun bei einem Verdacht auf Tapinoma magnum?

Wer eine verdächtige Ameisenart in Brandenburg findet, kann sich an das Landesumweltamt in Cottbus wenden. Eingehende Fundmeldungen würden hier geprüft und ggf. registriert. Zudem hält das LfU Kontakt zu wissenschaftlichen Einrichtungen, denn die korrekte Bestimmung von Tapinoma magnum ist laut Amt nur mit dem Mikroskop und sehr wenigen Experten möglich. Alternativ würden genetische Untersuchungen beauftragt werden. Sollten in Brandenburg auffällige Schäden an der technischen Infrastruktur (z.B. an Stromtrafos, Internet-Verteilstationen, Straßen und Gehwegen) beobachtet werden, die deutlich über das normale von Ameisen verursachte Maß hinaus gehen, wäre eine Meldung an das LfU sinnvoll, damit die Verursacher sicher bestimmt werden können und die aktuelle Verbreitung dokumentiert wird. Da die aggressiven Ameisen aktuell nicht als invasive Art geführt wird, liegt die Zuständigkeit für deren Bekämpfung bei den Kommunen oder den Flächeneigentümer oder -pächtern, ähnlich wie bei anderen nicht geschützten Schädlingen (z.B. Ambrosia).