Alkohol in der DDR: Mit diesem Schnaps stießen die Ossis am liebsten an

Schnaps, Bier und Wein: Das tranken die Ossis gerne.
Eberhard Klöppel/dpa„Wenn es nichts gab in der DDR, Alkohol gab es immer.“ In der DDR wurde viel Alkohol getrunken. Im Jahr 1988 belief sich der durchschnittliche Alkoholkonsum auf 16,1 Liter Spirituosen pro Jahr. Das sind circa 23 Flaschen Schnaps pro Person in einem Jahr. Bier wurde 1988 mit 146 Litern pro Kopf getrunken. Dazu kamen 12 Liter Wein pro DDR-Bürger in einem Jahr. Das geht aus dem Statistischem Jahrbuch der DDR hervor. Der Alkoholkonsum im Osten war doppelt so hoch wie im Westen und höher als in Polen und Ungarn.
Alkohol wurde jedoch nicht nur getrunken, er diente auch als Tauschmittel und als Geschenk. Denn Schnaps in der DDR war mit 15 bis 80 Mark für eine Flasche teuer. Diese neun Alkoholmarken waren in der DDR verbreitet und wecken heute Erinnerungen an die „guten, alten Zeiten“.
Kristall Wodka „Blauer Würger“
Der „blaue Würger“ war ein preisgünstiger Wodka, der seinen Spitznamen seinem blauen Etikett und dem Kratzen im Hals beim Trinken verdankte. Kristall Wodka war trotzdem eine der beliebtesten und meistverkauften Spirituosen in der DDR. Die Band „Amor & die Kids“ widmete dem Schnaps sogar ein Lied.
Nordhäuser Doppelkorn

Nordhäuser Doppelkorn
Hendrik Schmidt/dpaDer VEB Nordbrand Nordhausen produzierte in der DDR den Kult-Schnaps „Nordhauser Doppelkorn“. Der reine Kornbrand war zusammen mit den Halberstädter Partywürstchen Kult im Osten.
Goldbrand
Goldbrand ist ein DDR-Liebling, an den heute noch gerne zurückgedacht wird. „Goldi“ oder „Vierzehnfuffziger“ ist ein Weinbrand-Verschnitt, der zum ersten Mal in der DDR hergestellt wurde. Obwohl mehrere Brennereien Goldbrand herstellten, waren der Alkoholgehalt von 32 Vol.-Prozent und der Preis von 14,50 Mark für die 0,7-l-Flasche in der ganzen DDR gleich.
Likör „Kirsch mit Whisky“
Der Likör „Kirsch mit Whisky“ war ein Fruchtsaftlikör, der vom VEB Nordbrand Nordhausen hergestellt wurde. Die braune Flasche mit den vier Kirschen auf dem Etikett ist aus der DDR nicht wegzudenken.
„Kumpeltod“ oder „Grubenfusel“

Akzisefreier Trinkbranntwein für Bergleute
Jan-Peter Kasper/dpaEin bis zwei Liter akzisefreien Trinkbranntwein bekamen die Bergleute monatlich als Deputat. Liebevoll wurde er auch „Kumpeltod“ oder „Grubenfusel“ genannt. Frei verkäuflich war er nicht, lediglich die Bergleute bekamen ihn geschenkt - er war Teil ihres Lohns.
Rotkäppchen Sekt

Rotkäppchen Sekt
Waltraud Grubitzsch/dpaSeit 1894 gibt es den beliebten Sekt aus dem Osten. In der DDR wurde das Unternehmen enteignet und stellte als VEB Rotkäppchen-Sektkellerei Freyburg/Unstrut den Rotkäppchen-Sekt her. Nach der Wende brach der Umsatz weitgehend ein, doch erholte sich wieder. Nun kann man sich die Sektregale ohne den Rotkäppchen-Sekt gar nicht mehr vorstellen.
Pfeffi
Nordbrand Pfeffi ist ein Kult-Getränk aus dem Osten. Der Pfefferminzlikör war aus den Kneipen und aus der Hochglanzschrankwand zu Hause nicht wegzudenken. Nach wie vor erfreut sich Pfeffi großer Beliebtheit.
Saalfelder Bier
Das Saalfelder Bier gibt es seit 1892. In der DDR wurde die Brauerei enteignete und braute als volkseigener Betrieb das Saalfelder Bier. Saalfelder Pilsner, Hell (Vollbier) und Bockbier waren sehr beliebt.
Rosenthaler Kadarka

Rosenthaler Kadarka
Britta Pedersen/dpaDer Rotwein aus Bulgarien war im Osten sehr begehrt und natürlich nicht immer zu kriegen. Süffig und tiefrot hat der Wein auch heute noch eine unerschütterliche Fangemeinde.
