Alkohol in der DDR
: Mit diesem Schnaps stießen die Ossis am liebsten an

Ostalgie mit Schwips: Diese Sorten Schnaps, Wein und Bier standen in der DDR bei jeder Feier auf dem Tisch.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Berlin
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ARCHIV - Zwei Männer trinken bei einem Betriebsfest des Betriebsteils Bohrmaschine im Mansfeldkombinat in Eisleben (Mansfelder Land) Bier und Hochprozentigen, aufgenommen im Juni 1985. Geburtstag, Feiertag, Urlaubsanfang oder -ende, eine Prämie oder einfach Feierabend: Der DDR-Bürger fand immer eine Gelegenheit zum «Prosten». Foto: Eberhard Klöppel dpa/lbn (zu Korr.-Bericht dpa 0026 «Blauer Würger und Co. - Trinkkultur in der DDR» vom 11.04.2011) +++ dpa-Bildfunk +++ || Mindestpreis 25 Euro

Schnaps, Bier und Wein: Das tranken die Ossis gerne.

Eberhard Klöppel/dpa

„Wenn es nichts gab in der DDR, Alkohol gab es immer.“ In der DDR wurde viel Alkohol getrunken. Im Jahr 1988 belief sich der durchschnittliche Alkoholkonsum auf 16,1 Liter Spirituosen pro Jahr. Das sind circa 23 Flaschen Schnaps pro Person in einem Jahr. Bier wurde 1988 mit 146 Litern pro Kopf getrunken. Dazu kamen 12 Liter Wein pro DDR-Bürger in einem Jahr. Das geht aus dem Statistischem Jahrbuch der DDR hervor. Der Alkoholkonsum im Osten war doppelt so hoch wie im Westen und höher als in Polen und Ungarn.

Alkohol wurde jedoch nicht nur getrunken, er diente auch als Tauschmittel und als Geschenk. Denn Schnaps in der DDR war mit 15 bis 80 Mark für eine Flasche teuer. Diese neun Alkoholmarken waren in der DDR verbreitet und wecken heute Erinnerungen an die „guten, alten Zeiten“.

Kristall Wodka „Blauer Würger“

Der „blaue Würger“ war ein preisgünstiger Wodka, der seinen Spitznamen seinem blauen Etikett und dem Kratzen im Hals beim Trinken verdankte. Kristall Wodka war trotzdem eine der beliebtesten und meistverkauften Spirituosen in der DDR. Die Band „Amor & die Kids“ widmete dem Schnaps sogar ein Lied.

Nordhäuser Doppelkorn

Das sogenannte Harzer Partygetränk, bestehend aus einer Flasche Nordhäuser Doppelkorn und Halberstädter Partywürstchen, ist am Donnerstag (05.07.2012) ein Hingucker in der neuen Sonderausstellung "Trinkkultur in der DDR" im Stadtmuseum Jena. Die Schau, die bis zum 7. Oktober gezeigt wird, lebt vor allem von den Erinnerungen der Zeitzeugen. 140 Leihgeber haben Exponate zur Verfügung gestellt. Darunter Schnaps- und Weinflaschen, einige auch mehr als 20 Jahre nach dem Ende der DDR noch mit unberührtem Inhalt, Bieretiketten, Barhocker und Getränkekarten. Foto: Hendrik Schmidt dpa/lth ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Nordhäuser Doppelkorn

Hendrik Schmidt/dpa

Der VEB Nordbrand Nordhausen produzierte in der DDR den Kult-Schnaps „Nordhauser Doppelkorn“. Der reine Kornbrand war zusammen mit den Halberstädter Partywürstchen Kult im Osten.

Goldbrand

Goldbrand ist ein DDR-Liebling, an den heute noch gerne zurückgedacht wird. „Goldi“ oder „Vierzehnfuffziger“ ist ein Weinbrand-Verschnitt, der zum ersten Mal in der DDR hergestellt wurde. Obwohl mehrere Brennereien Goldbrand herstellten, waren der Alkoholgehalt von 32 Vol.-Prozent und der Preis von 14,50 Mark für die 0,7-l-Flasche in der ganzen DDR gleich.

Likör „Kirsch mit Whisky“

Der Likör „Kirsch mit Whisky“ war ein Fruchtsaftlikör, der vom VEB Nordbrand Nordhausen hergestellt wurde. Die braune Flasche mit den vier Kirschen auf dem Etikett ist aus der DDR nicht wegzudenken.

„Kumpeltod“ oder „Grubenfusel“

Diese Flaschen mit akzisefreiem Trinkbranntwein für Bergleute - im Volksmund auch bekannt als "Kumpeltod" - gehören zu den zahlreichen Exponaten zur Geschichte des Uranerzbergbaus in Ostthüringen, die seit dem Wochenende (03.06.2000) im Expo-Informations- und Besucherzentrum in Ronneburg zu sehen sind. Die Revitalisierung der Uranerzbergbaufolgelandschaft in Ostthüringen ist eines von 17 dezentralen Projekten des Freistaates für die Weltausstellung Expo 2000. dpa/lth (Digitale Fotografie) +++ dpa-Bildfunk +++

Akzisefreier Trinkbranntwein für Bergleute

Jan-Peter Kasper/dpa

Ein bis zwei Liter akzisefreien Trinkbranntwein bekamen die Bergleute monatlich als Deputat. Liebevoll wurde er auch „Kumpeltod“ oder „Grubenfusel“ genannt. Frei verkäuflich war er nicht, lediglich die Bergleute bekamen ihn geschenkt - er war Teil ihres Lohns.

Rotkäppchen Sekt

In der Rotkäppchen-Sektkellerei Freyburg arbeitet die Anlagenfahrerin Ute Querfurt auf dem Archivbild vom 11.05.1998 an einer hochmodernen Abfüllinie. Rund 15.000 bis 18.000 Flaschen Sekt werden hier pro Stunde abgefüllt. Nach Angaben der Unternehmensleitung ist Rotkäppchen-Sekt in den neuen Ländern nach wie vor Marktführer - der Marktanteil liegt bei 47 Prozent, im alten Bundersgebiet bei etwa zwei Prozent. Im Kalenderjahr 1998 hat die 85 Mitarbeiter beschäftigende Firma über 50 Millionen Flaschen verkauft. dpa (zu dpa lah 078 vom 30.12.1998) +++ dpa-Bildfunk +++

Rotkäppchen Sekt

Waltraud Grubitzsch/dpa

Seit 1894 gibt es den beliebten Sekt aus dem Osten. In der DDR wurde das Unternehmen enteignet und stellte als VEB Rotkäppchen-Sektkellerei Freyburg/Unstrut den Rotkäppchen-Sekt her. Nach der Wende brach der Umsatz weitgehend ein, doch erholte sich wieder. Nun kann man sich die Sektregale ohne den Rotkäppchen-Sekt gar nicht mehr vorstellen.

Pfeffi

Nordbrand Pfeffi ist ein Kult-Getränk aus dem Osten. Der Pfefferminzlikör war aus den Kneipen und aus der Hochglanzschrankwand zu Hause nicht wegzudenken. Nach wie vor erfreut sich Pfeffi großer Beliebtheit.

Saalfelder Bier

Das Saalfelder Bier gibt es seit 1892. In der DDR wurde die Brauerei enteignete und braute als volkseigener Betrieb das Saalfelder Bier. Saalfelder Pilsner, Hell (Vollbier) und Bockbier waren sehr beliebt.

Rosenthaler Kadarka

12.06.2018, Thüringen, Apolda: Christine Hansen, Leiterin des Projekts "Olle DDR", zeigt eine Flasche "Rosenthaler Kadarka" Wein. Gezeigt werden in einer Museumsbaracke über 12000 Exponate aus dem Alltag der DDR. Foto: Britta Pedersen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rosenthaler Kadarka

Britta Pedersen/dpa

Der Rotwein aus Bulgarien war im Osten sehr begehrt und natürlich nicht immer zu kriegen. Süffig und tiefrot hat der Wein auch heute noch eine unerschütterliche Fangemeinde.