Arda Saatçi: 96-Stunden-Ziel verpasst - so lange dauerte der Mega-Lauf

Arda Saatçi wollte die mehr als 600 Kilometer vom Death Valley bis nach Los Angeles eigentlich in nur 96 Stunden schaffen. Wie lange brauchte der Berliner Extremsportler am Ende tatsächlich?
Paul Schaller/dpa-mag/dpa600 Kilometer, bis zu 6.000 Höhenmeter, Temperaturen von über 40 Grad und kaum Schlaf: Der deutsche Ultraläufer Arda Saatçi stellte sich mit der „Cyborg Season 26“ einer außergewöhnlichen Herausforderung. Vom tiefsten Punkt Nordamerikas im Death Valley bis zum Santa Monica Pier in Los Angeles wollte er die Strecke in nur 96 Stunden bewältigen. Der gesamte Lauf wurde live übertragen und ermöglichte es Zuschauern weltweit, jede Phase dieser extremen Belastung mitzuerleben. Seine anvisierte Zeit hat Läufer Arda Saatçi zwar nicht geschafft. Im Ziel in Los Angeles ist er aber trotzdem angekommen und löste damit auch ein Muttertagsversprechen ein.
Red Bull Cyborg Season 26: Extreme Herausforderung
Neben der reinen Länge waren auch die äußeren Bedingungen entscheidend: extrem trockene Luft bei bis zu 40 Grad, Asphalt, der sich auf bis zu 80 Grad aufheizt, und nahezu permanente Bewegung ohne längere Erholungsphasen. Um das Ziel zu erreichen, musste Saatçi mehr als 14 Marathons absolvieren. Für Saatçi stand nicht allein die körperliche Leistung im Vordergrund: „Es geht nicht darum, ob mein Körper es kann. Es geht darum, dass ich meinen Verstand an einen Ort bringe, an dem mein Körper keine Wahl mehr hat, als zu folgen.“ zitierte ihn Red Bull vor dem Start. Seine Hauptmotivation hätte darin bestanden, seine Grenzen zu erweitern.
Arda Saatçi: Nach 5 Tagen im Ziel
Mehr als fünf Tage hat es am Ende gedauert: Der Berliner Läufer Arda Saatçi kam nach mehr als 600 Kilometern und 123 Stunden und 21 Minuten in seinem Ziel im US-Bundesstaat Kalifornien an. Der 28-Jährige erreichte am Sonntag um 14.30 Uhr (Ortszeit) den Santa Monica Pier nahe Los Angeles, wie aus einem Livestream hervorging. Sein ambitioniertes Ziel, bei seinem Lauf in den USA 600 Kilometer in nur 96 Stunden zurückzulegen, verpasste der Extremsportler.
Saatçi musste den Strapazen sichtbar Tribut zollen. Schoss der Puls in die Höhe, ging er zwischendrin einige Minuten, bevor er wieder zum schnelleren Laufen ansetzte. Kurz vor dem Ziel lief der Läufer teilweise noch eine beeindruckende Geschwindigkeit von etwa sechs Minuten pro Kilometer. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit lag am Ende bei mehr als 12 Minuten pro Kilometer. Am Wegesrand tauchten immer wieder Fans auf, die ihm Mut zusprachen. Einige begleiteten den Berliner auch bei seinem Lauf.
In einem Post auf Instagram hatte Saatçi angekündigt, dass er in Badwater Basin im Death Valley in Kalifornien starte. Nach Ablauf der 96 Stunden am Samstag - in denen er gut 458 Kilometer zurückgelegt hatte - zeigte er sich enttäuscht und zugleich kämpferisch: Im Gehen hatte er angekündigt, die Sache zu Ende zu bringen, egal wie. Im Ziel erwarte ihn seine Mutter, sagte er. Er habe ihr versprochen, mit ihr am Muttertag ein Eis essen zu gehen. „Das Versprechen werde ich auch halten.“ Wie aus dem Livestream hervorging, war die Strecke wegen Umwegen am Ende 604,5 Kilometer lang.
Rückkehr nach Berlin Mitte Mai
Den Lauf des 28-Jährigen schauten sich via Stream Hunderttausende Menschen live an. Sie feuerten ihn an und fieberten mit dem Athleten mit. Dem Extremsportler folgen allein auf YouTube rund 1,5 Millionen Menschen, auf Instagram hat er rund zwei Millionen Follower.
Bei dem Lauf des jungen Berliners wirkte ein riesiges Team mit. Läufer wechselten sich im Schichtdienst ab und filmten Saatçi beim Laufen. Ein Physiotherapeut kümmerte sich um den geschundenen Körper Saatçis. Freunde und Bekannte leisteten moralischen Beistand. Vor dem Lauf hatte sich der Extremsportler mit einer riesigen Menge an Lebensmitteln eingedeckt.
Neben Schlafmangel und den körperlichen Schmerzen machte dem Läufer vor allem die Hitze entlang der Laufstrecke zu schaffen. Am 15. Mai wird Saatçi in seiner Heimat Berlin erwartet.
Mit Material der dpa
