Aschermittwoch und Fastenzeit 2025
: Wann, wie, warum wird gefastet? Dauer und Regeln

Die christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch. Ob der ein Feiertag ist und die Regeln sowie die Dauer des Fastens.
Von
Nicole Züge
Berlin
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ARCHIV - Ein Schild weist in der Innenstadt von Kassel auf das Alkoholverbot hin (Archivfoto vom 01.09.2011). Der Karneval ist vorbei, das Fasten beginnt. Nach dem Ende der Narrenzeit steht Verzicht bei vielen Menschen hoch im Kurs. Was lässt sich am ehesten entbehren? Genussmittel wie Alkohol oder Fernsehen oder Computer? Foto: Uwe Zucchi dpa (zu dpa-Korr "Auszeit in der Fastenzeit - Gewinn durch Verzicht" vom 21.02.2012) +++ dpa-Bildfunk +++

Die Fastenzeit 2025 beginnt am Aschermittwoch. Welche Regeln gelten, warum gefastet wird und worauf die meisten Menschen in der Passionszeit bis Ostern verzichten möchten.

Uwe Zucchi/dpa
  • Fastenzeit 2025 beginnt am 5. März und endet am 19. April.
  • Sonntage sind von der Fastenzeit ausgenommen.
  • Fasten umfasst oft den Verzicht auf Alkohol, Süßigkeiten und Fleisch.
  • 84% der 18- bis 29-Jährigen befürworten Fasten.
  • Katholiken zwischen 21 und 60 Jahren werden zum Fasten ermutigt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Trend zum Fasten nimmt laut einer Studie einer großen Krankenversicherung in Deutschland weiter zu. Insgesamt finden 72 Prozent der Bevölkerung den bewussten Verzicht aus gesundheitlichen Gründen sinnvoll. Ein Anstieg um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr und der höchste Wert seit 13 Jahren. Woher kommt das religiöse Fasten, wie funktioniert es und muss man tatsächlich 40 Tage auf das Essen verzichten?

Die christliche Fastenzeit im kurzen Überblick

Traditionell beginnt im Christentum die 40-tägige Fastenzeit am Aschermittwoch. 2025 ist das der 5. März. Christen bereiten sich in dieser Zeit auf das wichtigste Fest im christlichen Kalender vor, der Auferstehung von Jesus Christus, die zu Ostern gefeiert wird.

Die 40 Tage zuvor erinnern an die Fastenzeit, die Jesus Christus nach seiner Taufe in der Wüste durchlebte, um sich verschiedenen Versuchungen zu stellen: der Versuchung, mit Essen und Trinken nicht nur die Grundbedürfnisse zu erfüllen, sondern andere Gefühle durch übermäßiges Essen und Trinken zu übertünchen, der Versuchung von Macht und Besitz sowie der dritten Versuchung, der Sucht nach Geltung und Ansehen. Die Fastenzeit soll eine bewusste Umkehr und Neuausrichtung auf Gott bewirken.

Ist Aschermittwoch ein Feiertag?

Der Aschermittwoch ist der Beginn der Fastenzeit. Ein gesetzlicher Feiertag ist dieser Tag aber nirgendwo in Deutschland. Wer am Aschermittwoch einen Gottesdienst besuchen möchte, muss also Urlaub nehmen.

Das Aschekreuz auf der Stirn am Aschermittwoch

Seit Jahrhunderten gibt es am Aschermittwoch die Tradition, sich im Gottesdienst ein Aschekreuz auf die Stirn malen zu lassen. Das Aschekreuz steht sinnbildlich für den Beginn dieser Zeit der Buße und Umkehr. Zeitgleich ist es ein Zeichen der Hoffnung, denn die Fastenzeit führt zur Auferstehung Jesu Christis.

Christliche Fastenzeit: Das sind die Termine 2025

Die Fastenzeit im Christentum dauert 40 Tage bzw. 6 Wochen und 2 Tage. (Die Sonntage werden nicht gezählt.) Sie beginnt traditionell am Aschermittwoch, in diesem Jahr also am 5. März 2025.

Die Fastenzeit 2025 endet am Karsamstag. In diesem Jahr fällt der auf den 19. April 2025. Die Sonntage sind von der Buß- und Fastenzeit vor Ostern ausgenommen.

Das sind die Termine der fastenfreien Sonntage 2025:

  • 9. März 2025
  • 16. März 2025
  • 23. März 2025
  • 30. März 2025
  • 6. April 2025
  • 13. April 2025

Muss man wirklich 40 Tage auf feste Nahrung verzichten?

Traditionell wird das Fasten mit dem Verzicht auf Nahrung gleichgesetzt. Allerdings wird die Fastenzeit von vielen Christinnen und Christen (und auch vielen nicht religiösen Menschen) mit dem Versuch assoziiert, sich in der Fastenzeit von Konsumgütern freizumachen, bewusster und gesünder zu essen, auf Alkohol zu verzichten oder auf das Rauchen.

Studie zum Fasten zeigt große Zustimmung

Die Krankenkasse DAK gibt seit 2013 regelmäßig eine repräsentative Forsa-Umfrage zum Thema Fasten in Auftrag. Im Jahr 2025 gibt es demnach die größte Zustimmung zum Thema Fasten mit 84 Prozent in der Altersklasse der 18- bis 29-Jährigen. Zu Beginn der Befragung hielten noch rund 50 Prozent der Befragten Fasten für sinnvoll. Die Studie zeigt auch: Wie bereits in den Vorjahren wollen die meisten Menschen auf Alkohol (75 Prozent), Süßigkeiten (70 Prozent) und Fleisch (52 Prozent) verzichten.

Vor allem beim Thema Ernährung zeigt die Studie Unterschiede zwischen Frauen und Männern auf. Laut der DAK-Befragung steht bei Frauen der Verzicht auf Süßigkeiten mit 76 Prozent auf Platz 1, vor Alkohol (73 Prozent). Mit 59 Prozent geben Frauen zudem häufiger als Männer an, dass sie am ehesten auf Fleisch verzichten würden. Bei den Männern spielt die Fastenbereitschaft beim Rauchen auf dem dritten Platz mit 49 Prozent eine wichtige Rolle.

Fastenzeit 2025 und die Regeln: Wer soll fasten?

Im katholischen Christentum werden Gläubige zwischen dem 21. und 60. Lebensjahr zum Fasten ermutigt. Diejenigen, die das Fasten aufgrund von körperlicher Schwäche/Krankheit, außergewöhnlicher Anstrengungen oder Armut nicht einhalten können, sind ausgenommen. In der evangelischen Kirche sind die Regeln weniger strikt. Hier gibt es seit 40 Jahren die Aktion „7 Wochen ohne“. Diese widmet sich in jeder der 7 Fastenwochen einem eigenen Thema. Die Aktion der evangelischen Kirche endet nicht am 19., sondern am 21. April 2025.

Klassisch Fasten im Christentum

Klassischerweise soll während der katholischen Fastenzeit nur eine Mahlzeit pro Tag eingenommen werden, hinzu kommen zwei kleine Stärkungen. Freitags wird zusätzlich auf Fleisch verzichtet. Die Mahlzeiten sollen traditionell sehr einfach gehalten sein. Auch Alkohol ist während der Fastenzeit tabu. Die Sonntage werden nicht in die Fastenzeit einberechnet.

Zuckerverzicht, digitaler Detox, nicht rauchen

Ein moderner interpretierter Fastenbegriff kann sich auch oder noch zusätzlich zum klassischen "Lebensmittel-Fasten" auf den Verzicht weiterer Dinge wie Zucker, Internetkonsum/Smartphone, Konsum generell oder auf das Rauchen beziehen. Auch das Wasser-Fasten, also der Verzicht auf alle Getränke, bis auf Wasser, ist gängig.