Bußgeldfalle am Mittelmeer: Top-Urlaubsland erlässt Tempolimit, aber die Schilder fehlen

Wer im Urlaub Auto fahren möchte, sollte hier genau nachlesen. Es droht eine Bußgeldfalle, vor der sogar das Auswärtige Amt warnt.
IMAGO/Addictive StockDie Herbstferien rücken in vielen Bundesländern in greifbare Nähe und damit sicher auch die Urlaubsplanung. Wer für den Herbst Urlaub im Ausland gebucht hat, sollte aber vorab noch einmal hier nachlesen.
Eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen hat im September deutlich strengere Regeln im Straßenverkehr erlassen. Eine Änderung betrifft Tempolimits innerorts und genau hier lauert eine Bußgeldfalle, auch für Reisende.
Tempo 30 statt 50 - aber die Schilder fehlen
In engen Straßen und Wohngebieten (sogenannte „Residential Areas“) liegt die Höchstgeschwindigkeit seit dem 13. September bei 30 km/h statt bisher 50 km/h. So weit, so gut könnte man meinen. Das Problem für Reisende ist allerdings: Obwohl die Regeln bereits gelten und Verstöße streng sanktioniert werden, wurden die Verkehrsschilder mit dem aktuell geltenden Tempolimit noch nicht überall aufgebaut oder ausgetauscht. Es kann also durchaus sein, dass Urlauberinnen und Urlauber hier in eine kostenintensive Bußgeldfalle tappen.
Auch das Auswärtige Amt hat nun in seinen Reisehinweisen zu Griechenland auf dieses Problem hingewiesen und warnt deutsche Reisende: Wer zu schnell fährt, riskiert Bußgelder, in schweren Fällen kann sogar der Führerschein entzogen werden.
Weitere Verkehrsregeln in Griechenland, die Urlauber kennen müssen
Wer in Griechenland einen Mietwagen leihen möchte oder sich anderweitig motorisiert fortbewegt, sollte diese griechischen Verkehrsregeln und Bußgelder beachten:
- Tempolimits in Griechenland: In engen Gassen gilt innerorts 30 km/h, auf Hauptstraßen innerorts 50 km/h; die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen liegt bei 140 km/h (statt bisher 130 km/h). Ab 200 km/h drohen Bußgelder bis 8.000 Euro und Führerscheinentzug bis 4 Jahre.
- Handy am Steuer: Wer erwischt wird, muss mit Bußgeldern bis zu 350 Euro rechnen, dazu 30 Tage Führerscheinentzug. Bei jedem weiteren Verstoß erhöhen sich die Strafen.
- Halteverbotsschilder: Schilder mit einer Linie gelten an ungeraden Monaten, mit zwei Linien an gerade Monaten.
- Versicherung & Mietwagen: Rund 500.000 Fahrzeuge sind unversichert. Experten empfehlen eine Reisevollkasko, da im Schadensfall hohe Kosten drohen, auch für Unschuldige.
- Wohnmobile & Camping: Parken außerhalb ausgewiesener Plätze (z.B. in Wohngebieten) ist nur noch max. 24 Stunden erlaubt. Verstöße kosten bis zu 300 Euro pro Person, bei Flucht oder Einspruch bis 3.000 Euro und bis zu 3 Monate Haft. Camping, Zelten und Abstellen von Wohnmobilen ist verboten an archäologischen Stätten, Küsten, Stränden, Waldrändern und in Wäldern.
- Motorrad, Quad & Helmpflicht: Fahrer und Sozius müssen Helm tragen. Rund 38 % der Verkehrstoten sind Motorradfahrer; zwei Drittel ohne Helm.
- Alkohol & Rauchen: Promillegrenze liegt bei 0,5. Für Fahranfänger, Motorrad- und Berufskraftfahrer gilt 0,0 Promille. Rauchen am Steuer ist verboten, wenn Kinder unter 12 Jahren mitfahren. Verstöße: ab 1.000 Euro, Fahrverbote bis zu 10 Jahren.
- Straßenrennen & Gewalt im Verkehr: Beim ersten Verstoß wird ein Bußgeld von 2.000 Euro und 1 Jahr Führerscheinentzug fällig. Bei Folgeverstößen steigen die Strafen.
- Straßenverkehrsregeln Kreisverkehr: Einfahrende haben Vorrang, wenn kein anderes Schild vor dem Kreisel steht.
