Barilla Rückruf
: Zu viel Blei in der Vollkornpasta, so reagiert Barilla

Barilla hat in der Schweiz eine Pastasorte wegen erhöhter Bleiwerte zurückgerufen. Eventuell wurden die Nudeln auch in Deutschland vertrieben.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Rotkohl ist ein sehr beliebtes Produkt in Deutschland. Aber Vorsicht: Es gibt eine deutschlandweite Lebensmittelwarnung und Rückrufaktion wegen Verdacht auf Glassplitter.

Rückrufaktion von Lebensmitteln und Produkten, Produktrückruf +++ Grafik wurde exttra angefertigt und darf mit vorhandener Quelle verwendet werden.+++

Barilla ruft Nudeln in der Schweiz zurück. Ob auch Produkte in Deutschland betroffen sind, ist derzeit unklar. (Symbolbild)

Piman Khrutmuang/stock.adobe.com/Schubert

Update 5. Juni 2025: Barilla ist bekannt für seine Pasta-Produkte und Nudelsaucen. Nun sorgt das Unternehmen allerdings nicht für kulinarische Neuigkeiten, sondern muss mit einem Produktrückruf an die Öffentlichkeit gehen. Welche Pastasorte betroffen ist und wie Kundinnen und Kunden nun reagieren müssen.

Barilla Rückruf: zu hohe Bleiwerte!

Die Handelskette Spar in der Schweiz hat gemeinsam mit den kantonalen Behörden einen Rückruf für das Produkt „Barilla Integrale Vollkorn Penne Rigate“ (500 g) gestartet. Grund ist ein erhöhter Bleigehalt, der bei einer Analyse festgestellt wurde. Betroffen ist die Charge mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 01.03.2026 und der Lotnummer I13446624.

Ob auch Packungen in Deutschland betroffen sind, ist derzeit unklar. Ein Eintrag im europäischen Schnellwarnsystem RASFF weist jedoch darauf hin, dass die Meldung aus Deutschland veranlasst wurde.

So reagiert Barilla auf die Berichterstattung

Barilla hat kurz nach der ersten Veröffentlichung dieses Beitrags ein Statement abgegeben und weist darauf hin, dass der festgestellte Grenzwert für Blei, der bei einer Analyse nachgewiesen wurde, zwar über dem für Pasta geltenden Richtwert liegt, jedoch deutlich unter dem Höchstwert, der für andere Lebensmittel mit vergleichbarem Verzehrmuster gilt – wie etwa Muscheln (1,5 mg/kg).

Gleichsam erwähnt das Unternehmen in seiner Stellungnahme, dass Vollkornpasta der betroffenen Charge in „geringem Umfang in Deutschland distribuiert wurde“. Auch Analysen laufen laut einer Unternehmenssprecherin derzeit: „Laut engmaschigen, internen Analysen, die von Barilla durchgeführt wurden, waren die für dieses Produkt verwendeten Rohstoffe konform und sicher; weitere Analysen sind im Gange, um die Ursache zu verstehen. Bei Barilla sind Produktqualität und -sicherheit die wichtigsten Anforderungen. Das Unternehmen führt im Rahmen seiner globalen Kontrollpläne rund 4 Millionen Analysen pro Jahr durch und überwacht ständig Qualitäts- und Lebensmittelsicherheitsindikatoren.“

Darum ruft Barilla die Penne zurück

Verbraucherinnen und Verbraucher werden gebeten, die betroffenen Nudeln nicht zu verzehren. Blei kann sich im Körper anreichern und zu chronischen Vergiftungen führen, die insbesondere für Kinder und Schwangere gefährlich sind. Aufgrund der geltenden Grenzwerte vergleichbarer Produkte bestehe zwar laut dem Unternehmen keine Gesundheitsgefahr für Verbraucherinnen und Verbraucher. „Der Verzehr in haushaltsüblichen Mengen ist völlig unbedenklich. Demnach teilen wir die Einschätzung der deutschen Behörden, eine Rücknahme – jedoch keinen öffentlichen Rückruf – als adäquate Maßnahme zu bewerten“, heißt es in dem Statement.

Barilla Rückruf: Wie gefährlich ist Blei im Essen wirklich?

Das Portal produktwarnung.eu stellt dem Barilla-Statement eine Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gegenüber. Die teilt nach Angaben des Portals die Auffassung nicht. In einem Gutachten aus dem Jahr 2012 hatte die EFSA wissenschaftliche Studien zur Giftigkeit von Blei ausgewertet. Dabei kam die Behörde zu der Auffassung, dass es keine Wirkschwelle gäbe, unter der gesundheitliche Schädigungen für den Menschen zweifelsfrei ausgeschlossen werden können.

Blei in Pasta: So wirkt das Schwermetall auf den Körper

Blei ist ein Schwermetall, welches sich selbst bei sehr kleinen Mengen im Körper anreichern kann, wenn diese über einen längeren Zeitraum stetig eingenommen werden. Es kann so zu chronischen Vergiftungen kommen, die unter anderem Kopfschmerzen und Müdigkeit hervorrufen, später auch Gewichtsverlust und Schäden am Nervensystem, bei der Blutbildung sowie an der Muskulatur. Auch auf die Zeugungsfähigkeit kann sich eine chronische Bleivergiftung auswirken.

Kunden können das Produkt in den Verkaufsstellen von Spar, maxi/// oder TopCC zurückgeben und erhalten den Kaufpreis erstattet.