Bester Film aus dem Osten: Das ist der erfolgreichste DDR-Film - wer hätte es gewusst?

Was waren die erfolgreichsten Filme in der DDR? Einige unter den zehn besten Filmen werden Sie überraschen. Hier zu sehen ist eine Szene aus dem Film „Die Mörder sind unter uns“.
picture alliance/dpa/DEFA-Stiftung/Icestorm | Eugen KlagemannWer in „Ostalgie“ schwelgen möchte, sollte sich die zehn erfolgreichsten Filme der DDR ansehen. Vom Märchenfilm über Krimi bis Opernverfilmung ist alles dabei unter den besten Filmen aus dem Osten. Einige Filme werden sogar überraschen – besonders der erfolgreichste Film der DDR! Mehr nostalgische Beiträge rund um die DDR gibt es unter Ostalgie.
Das sind die erfolgreichsten Kinofilme in der DDR nach Zuschauerzahlen.
Die Geschichte vom kleinen Muck (1953)

„Die Geschichte vom kleinen Muck“ ist der erfolgreichste DDR-Film.
Eduard Neufeld/Defa-Stiftung„Die Geschichte vom kleinen Muck“ ist der DDR-Film mit den meisten Zuschauerzahlen. Ausgerechnet ein Märchenfilm wurde der erfolgreichste Film aus dem Osten. Insgesamt waren es 12.998.352 Zuschauerinnen und Zuschauer. Das Defa-Märchen entstand 1953 unter Wolfgang Staudte und beruht auf dem gleichnamigen Märchen von Wilhelm Hauff. In dem Märchen wie auch in dem DDR-Klassiker handelt es sich um einen Jungen, der mit Zauberschuhen und einem magischen Stock auf der Suche nach einem Kaufmann, der Glück verkauft, ist.
„Die Geschichte des kleinen Muck“ ist komplett in den DEFA-Studios in Potsdam-Babelsberg entstanden. Das Studio ist eines der ältesten Filmstudios der Welt, bis heute werden dort Filme gedreht.
Ehe im Schatten (1947)
Das Drama „Ehe im Schatten“ hatte insgesamt 12.888.153 Zuschauerinnen und Zuschauer. In dem Film geht es um den jungen Schauspieler Hans Wieland, der sich im Dritten Reich weigert, sich von seiner Frau Elisabeth scheiden zu lassen. Der Film basiert auf dem Schicksal des Schauspielerehepaars Joachim Gottschalk und Meta Wolff.
„Ehe im Schatten“ ist der einzige Defa-Film, der in allen vier Berliner Sektoren gleichzeitig Premiere feierte. Gedreht wurde der Schwarz-Weiß-Film im Atelier Berlin-Johannisthal sowie in Berlin und Umgebung.
Das kalte Herz (1950)
Mit 9.779.526 Zuschauerinnen und Zuschauern ist „Das kalte Herz“ von 1950 der dritterfolgreichste Film der DDR. Das Defa-Märchen dreht sich um Peter, der in die schöne Lisbeth verliebt ist. Weil Peter jedoch arm ist, giert er nach Geld und Macht. Er lässt sich auf einige Zauber ein, die im Gegenzug reich machten, aber sein Herz erkalten lassen.
„Das kalte Herz“ war der erste DDR-Film in Farbe und kostete etwa 4 Mio. DDR-Mark.
Die Söhne der großen Bärin (1966)
9.422.395 Leute guckten sich den Defa-Indianerfilm an. Der 1966 produzierte Film basiert auf dem Roman „Die Söhne der Großen Bärin“ von Liselotte Welskopf-Henrich. Die Hauptrolle spielte Gojko Mitić, der jedoch aufgrund seines starken Akzents von Karl Sturm synchronisiert wurde. Mitić spielte alle Pferde- und Actionszenen selber. Er wurde zum Idol der DDR-Jugend.
Razzia (1947)
Razzia war der erste Kriminalfilm der Defa und wurde mit 8.090.000 Zuschauerinnen und Zuschauern einer der erfolgreichsten Filme der DDR. Es war außerdem erst der fünfte Film, den die Defa produzierte.
In dem Film geht es um drei Kriminalkommissare, die in den Trümmern nach dem Krieg versuchen, einer Gruppe Alkoholschmugglern auf dem Schwarzmarkt auf die Schliche zu kommen. Gedreht wurde der Krimi im Atelier Berlin-Johannisthal sowie in Berlin und Umgebung.
Schneewittchen (1961)

Defa-Märchen „Schneewittchen von 1961 ist einer der erfolgreichsten Filme aus dem Osten.
Defa-StiftungDie Defa hat zahlreiche Märchenfilme gedreht – darunter „Schneewittchen“. Der DDR-Film ist im deutschen Free TV immer noch sehr beliebt, besonders zu den Weihnachts- und Osterfeiertagen. Mit 7.597.495 Zuschauenden gehört Schneewittchen zu einem der erfolgreichste Film der DDR.
Das Defa-Märchen basiert auf dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm. Im Jahr 1961 setze Gottfried Kolditz das Märchen als Film in Szene und erschuf damit einen Klassiker.
Straßenbekanntschaft (1948)
„Straßenbekanntschaft“ aus dem Jahr 1948 ist ein Drama der Defa mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren. Der Aufklärungsfilm ist der einzige Film von Regisseur Peter Pewas. In dem Film geht es um eine junge Frau, die sich in den Wirren der Nachkriegszeit mit der Sehnsucht nach Essen und schönen Dingen mit einer Geschlechtskrankheit ansteckt. Thema sind die weit verbreiteten Geschlechtskrankheiten kurz nach dem Krieg und dessen Behandlung. Der Film entstand im Auftrag der Zentralverwaltung für Gesundheitswesen und sollte die Bevölkerung aufklären. Mit 6.469.627 Zuschauern ist „Straßenbekanntschaft“ einer der erfolgreichsten DDR-Filme.
Die Mörder sind unter uns (1946)

Ernst Wilhelm Borchert als Doktor Hans Mertens und Hildegard Knef als Susanne Wallner in einer Szene des Films "Die Mörder sind unter uns" (1946). Am 16. März 1946 begannen die Dreharbeiten für «Die Mörder sind unter uns» mit der jungen Hildegard Knef - mitten in den Trümmern der Nachkriegszeit.
picture alliance/dpa/DEFA-Stiftung/Icestorm | Eugen Klagemann„Die Mörder sind unter uns“ ist der erste deutsche Film nach dem 2. Weltkrieg und der erste deutsche Trümmerfilm. Trümmerfilme entstanden nach Kriegsende und wurden in den deutschen Kriegsruinen und Trümmern gefilmt.
In dem Film geht es um einen ehemaligen Militär-Chirurgen, der 1945 im zerbombten Berlin mit einer KZ-Überlebenden den neuen Alltag und sein Kriegstrauma bewältigen muss. Er trifft auf einen ehemaligen Kriegskameraden, der für den Tod zahlreicher Zivilisten verantwortlich war und nun ein gutbürgerliches Leben in der Nachkriegszeit lebt. Der Film endet damit, dass der Kriegsverbrecher im Gefängnis landet.
Der Film wurde in der DDR 6.468.921 Mal angesehen und wurde zu einem der erfolgreichsten Filme. „Die Mörder sind unter uns“ ist mittlerweile auch auf DVD erhältlich.
Die lustigen Weiber von Windsor (1950)
1950 verfilmte Georg Wildhagen die Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“. Der Film wurde im Studio Babelsberg und den Außenanlagen gedreht und feiert im Leipziger „Capitol“ 1950 seine Premiere. Der Film wurde sehr erfolgreich, mit 6.090.329 Zuschauenden. In dem Film geht es um Frau Fluth und Frau Reich, die den aufdringlichen Trunkenbold Falstaff aus dem Dorf jagen wollen und dabei mit eifersüchtigen Ehegatten zu tun haben.
Meine Frau macht Musik (1958)
In „Meine Frau macht Musik“ setzt die Mutter und Ehefrau Gerda durch Zufall ihre Gesangskarriere, die sie eigentlich abgebrochen hatte, fort. Sehr zum Missfallen ihres Mannes Gustl, der mehrmals versucht, ihren Ruhm und ihre Karriere zu unterbrechen.
Der erfolgreiche DDR-Film (6.052.050 Zuschauerinnen und Zuschauer) wurde ursprünglich mit Musik von Siegfried Wegener gedreht. Wegener war damals Abteilungsleiter für Tanzmusik im Rundfunk im amerikanischen Sektor. Um den Film ohne „westliche Musik“ veröffentlichen zu können, musste Gerd Natschinski neue Musik, die zu den Lippenbewegungen der Schauspielerin Künneke passte, komponieren. Die neue Musik wurden dann über das ursprüngliche Filmmaterial gelegt.
Diese Liste enthält Filme, die bereits vor der Gründung der DDR gedreht wurden, und dann erfolgreich in der DDR waren.
