Betrug in Brandenburg: Eindringliche Warnung von Verbraucherzentrale und Polizei

Falsche Anwaltsschreiben kursieren in Brandenburg, davor warnen Polizei und Verbraucherzentrale. Wie die Briefe aussehen und worauf man achten muss, um nicht Opfer eines Betrugs zu werden. (Symbolbild)
Matthias Balk/dpaDie Polizei und die Verbraucherzentrale in Brandenburg warnen alle Verbraucherinnen und Verbraucher vor einer aktuellen Betrugsmasche mit gefälschten Anwaltsbriefen. Was die Betrüger erreichen wollen und wie der Betrug genau abläuft, lesen Sie hier.
Betrugsmasche in Brandenburg: Anwaltsschreiben versprechen Geld
Nach Informationen der Verbraucherzentrale Brandenburg kursieren derzeit gefälschte Anwaltsschreiben einer Kanzlei, die ihren Sitz angeblich in der Schweiz hat. Die Schreiben wirken auf den ersten Blick offiziell, die Verbraucherzentrale stellt ein solches Schreiben hier zur Verfügung. In den Briefen wird suggeriert, dass Betroffene Anspruch auf mehrere tausend Euro Schadensersatz hätten. In dem Schreiben, das der Verbraucherzentrale vorliegt, soll der adressierten Person angeblich eine Entschädigungsleistung in einem mittleren, fünfstelligen Bereich aus einem Betrug zustehen. Neben dem Anwaltsschreiben sind der Post ein angeblicher Urteilsbeschluss des Internationalen Gerichtshofs, gefälschte Kontoauszüge eines Treuhandkontos und sogar eine Art Rechnung für die Leistungen der Kanzlei beigefügt.
Die Betrüger gehen in dem besagten Fall sogar so weit, ihren Opfern Zugangsdaten für ein bereits für sie eingerichtetes Konto zu geben, auf dem die Entschädigungssumme angeblich eingezahlt wurde. Um an dieses Konto zu kommen, muss lediglich eine Online-Identifikation erfolgen. Die soll über Telefon, WhatsApp oder per Mail erfolgen. Um Verbraucherinnen und Verbrauchern noch mehr unter Druck zu setzen, ist dem Schreiben ein Termin beigefügt, bis zu dem die Identifikation erfolgen muss.
Online-Identifikationsverfahren niemals per Telefon oder Messenger
Die Masche ist stets ähnlich: Kriminelle geben sich als Bankangestellte, Anwälte oder Mitarbeitende von Online-Plattformen aus. Mit angeblich dringenden Anliegen drängen sie Betroffene zur Identifizierung. Um Vertrauen zu schaffen, nutzen sie die Namen bekannter Unternehmen oder fälschen offizielle Schreiben. „So versuchen sie, über WhatsApp oder andere Kanäle an Daten zu kommen, mit denen sie im Namen der Opfer Konten eröffnen oder Kredite aufnehmen können“, warnt Joshua Jahn, Sprecher der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB). „Wer seinen Ausweis an Kriminelle weitergibt, riskiert Identitätsdiebstahl und Missbrauch“, führt Jahn weiter aus.
Verbraucherinnen und Verbraucher sollten darum genau prüfen, wer eine Identifizierung verlangt und niemals Daten über WhatsApp oder telefonisch weitergeben. Das sagt auch die Polizei Brandenburg, die in einem Facebook-Beitrag auf die aktuelle Betrugsmasche aufmerksam macht.
Weitere, der VZB bekannte Fälle, betreffen Auszahlungen auf vermeintlichen Kryptoplattformen, die angeblich nur nach einer Legitimierung über WhatsApp stattfinden können sowie gefälschte Stellenanzeigen oder Jobangebote für Finanztransfers Die VZB rät: Wer eine solche Aufforderung erhält, sollte sofort Strafanzeige erstatten.
