Biotonne in Berlin
: Dieses beliebte Produkt darf nicht in den Biomüll

Ab dem 1. Mai wird beim Biomüll in Berlin noch genauer hingeschaut: strengere Regeln für die Biotonne treten in Kraft. Das müssen Sie jetzt wissen.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Eine Biotonne steht auf dem Gelände der Stadtreinigung. (zu dpa: «Thüringer Flickenteppich beim Biomüll») +++ dpa-Bildfunk +++

Ab Mai gelten strengere Regeln für den Biomüll. Auch in Berlin wird genau geprüft. Was darf ab Mai in die Biotonne, was nicht?

Jan Woitas/dpa

Bereits seit 2019 ist die getrennte Entsorgung von Bioabfällen in Berlin Pflicht. Ab dem 1. Mai 2025 treten noch strengere Regeln für den Biomüll in Kraft. Geregelt wird das in einer Novelle der Bioabfallverordnung (BioAbfV). Die Gesetzesnovelle bezieht sich auf Fremdstoffe im Bioabfall.

Gemeint sind damit vor allem Plastiktüten, Windeln, Glas oder Metall. Solche Fremdstoffe finden verbotenerweise immer wieder den Weg in die Biotonnen der Hauptstadt. In Zukunft dürfen maximal 3 Prozent Fremdstoffe im Biomüll enthalten sein, bei Kunststoff liegt die Obergrenze sogar bei maximal 1 Prozent.

Biomüll in Berlin: Dürfen Bio-Plastikbeutel in die Biotonne? 

Kunststoffe sollen also auf ein Minimum eingeschränkt werden. Aber wie steht es um die beliebten Bioabfallsammelbeutel aus Bio-Plastik? Die sind oft auf Basis von Stärke hergestellt und sollen laut Verpackung vollständig kompostierbar sein. Die Berliner Stadtreinigung bittet darum, auf Bioplastiktüten zu verzichten und stattdessen Bioabfallbeutel aus Papier zu nutzen. Grund dafür ist nach Angaben der BSR, dass die Biovergärungsanlagen die Beutel momentan nicht von konventionellem Kunststoff unterscheiden können. Somit müssen die Tüten aufwändig heraussortiert werden. Um die Nutzung der Papierbeutel attraktiver zu machen, bietet die BSR für kleines Geld einen speziellen Vorsortierbehälter an, in den die Papierbeutel einfach eingehängt werden können. Mehr dazu hier im BSR-Shop.

Die richtige Befüllung der Mülltonne kommt dann nicht nur dem eigenen Geldbeutel, sondern auch der Umwelt zugute: Im Jahr werden laut der Berliner Stadtreinigung (BSR) 2,5 Millionen Liter Diesel durch Biogas ersetzt, welches aus der Vergärung von Bioabfall entstanden ist. Insgesamt spart Berlin durch die Aufbereitung des Bioabfalls jährlich mehr als 9.000 Tonnen CO₂, die Gärreste helfen in Form von Kompost, chemische Düngemittel zu ersetzen.

Biotonne in Berlin: So sollen Müllsünder auffliegen

Das Gesetz an sich gilt bundesweit, die Umsetzung obliegt aber den Kommunen. Manche Landkreise in Deutschland wollen in Zukunft mithilfe von KI gegen Müllsünden vorgehen. Dazu werden Fahrzeuge mit KI-basierter Kameraerkennungstechnologie eingesetzt. Die Sensoren können dann schon vor der Leerung erkennen, ob die Biotonne richtig befüllt ist. Befinden sich zu viele Fremdstoffe in der Biotonne, bleibt diese Tonne ungeleert am Straßenrand stehen. Auch Techniken, die eine digitale Sperrung der grünen Tonne ermöglichen, werden in Deutschland bereits getestet.

Die Alba-Gruppe testet seit längerer Zeit neue Technologien, um die Qualität des Biomülls bei der Abfuhr zu prüfen. Eingesetzt wird das Detektorensystem „Deep Scan“, welches Fremdstoffe wie Plastik, Baby-Windeln und Kaffeekapseln erkennen soll. Zusätzlich werden weitere Verfahren zur Analyse der Inhalte von Biomülltonnen getestet.

Was gehört in die Biotonne?

In die Biotonne dürfen: Eierschalen, feste Speisereste, Wurst, Fleisch, Fisch, Gemüse- und Obstabfälle (auch Südfrüchte), Kaffeefilter, Kaffeesatz und Teebeutel, Küchen- und Papiertücher, Baum- und Strauchschnitt in Kleinmengen, Laub, Rasenschnitt, Topf- und Balkonpflanzen mit Erde, Unkräuter und Wildkräuter sowie verwelkte Blumen.

Nicht in die Biotonne gehören: Kunststoffbeutel (Ausnahme siehe unten), flüssige Speisereste (z. B. Speiseöle oder Getränke), Hydrokultur-Substrat, Kehricht, Kleintierstreu aus mineralischen Materialien, Kohle- und Holzasche sowie Ölruß, Leder- und Kleiderreste, Staubsaugerbeutel, Windeln, Zigarettenkippen und -asche.

Stinkt eine Biotonne und welcher Standort ist geeignet?

Eine Biotonne stinkt nicht und zieht auch kein Ungeziefer an, wenn sie richtig aufgestellt und befüllt wird.

  • Nach der Leerung kann sie in den Sommermonaten mit Wasser ausgespült werden.
  • Eine Lage Zeitungspapier am Boden verhindert, dass Reste kleben bleiben.
  • Feuchte oder sehr nasse Küchenabfälle sollten in Zeitungspapier eingewickelt werden.
  • Auch der Standort ist wichtig: Die Biotonne sollte an einem schattigen, kühlen Ort stehen, um Madenbefall vorzubeugen. Der Deckel muss stets geschlossen sein. Nicht als Aufstellort geeignet sind Innenräume.