Biotonne in Berlin: Strengere Vorschriften für Biomüll – das gilt seit Mai

Seit Mai gelten strengere Regeln für den Biomüll. Auch in Berlin wird genau geprüft. Was darf in die Biotonne, was nicht?
Jan Woitas/dpaSeit 2019 ist in Berlin die getrennte Sammlung von Bioabfall Pflicht. Doch nun wird es ernst: Mit der am 1. Mai 2025 in Kraft getretenen Novelle der Bioabfallverordnung gelten verschärfte Vorgaben. Ziel ist es, den Anteil von Störstoffen im Biomüll deutlich zu senken – darunter vor allem Plastiktüten, Windeln, Glas oder Metall.
Künftig dürfen nur noch maximal 3 Prozent Fremdstoffe im Bioabfall enthalten sein, für Kunststoffe gilt eine strengere Grenze von 1 Prozent. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) betont, dass damit auch sogenannte kompostierbare Bioplastikbeutel betroffen sind – obwohl sie auf Stärke basieren, lassen sie sich in den Vergärungsanlagen technisch nicht von herkömmlichem Plastik unterscheiden. Die Folge: Sie müssen aufwändig entfernt werden.
Papier statt Bioplastik: Tipps für die richtige Entsorgung
Die BSR rät daher zum Umstieg auf Papiertüten. Wer Bioabfälle sauber vorsortieren will, kann auf spezielle Vorsortierbehälter zurückgreifen, in die Papierbeutel eingehängt werden. Diese sind günstig über den BSR-Shop erhältlich. Richtig getrennt, lohnt sich der Mehraufwand doppelt: Aus Berliner Bioabfällen entsteht in modernen Anlagen Biogas – genug, um jährlich rund 2,5 Millionen Liter Diesel einzusparen. Gleichzeitig werden laut BSR über 9.000 Tonnen CO₂ vermieden. Die Gärreste ersetzen zudem chemische Dünger in der Landwirtschaft.
Biotonne in Berlin: Wie die Müllabfuhr künftig kontrollieren soll
Das Gesetz gilt bundesweit, die konkrete Umsetzung liegt bei den Kommunen. In Berlin testet die Alba-Gruppe bereits digitale Lösungen wie das System „Deep Scan“, das mithilfe von Sensoren Fremdstoffe wie Babywindeln oder Kaffeekapseln im Biomüll erkennt. Auch KI-gesteuerte Kameras, die noch vor der Leerung eine falsch befüllte Tonne identifizieren, könnten künftig zum Einsatz kommen. In einigen Regionen Deutschlands bleibt die Biotonne bei zu hohem Störstoffanteil sogar einfach ungeleert stehen.
Was gehört in die Biotonne – und was nicht?
Erlaubt: Eierschalen, feste Speisereste, Wurst, Fleisch, Fisch, Gemüse- und Obstabfälle, Kaffeesatz, Teebeutel, Küchenpapier, Baum- und Strauchschnitt, Laub, Rasenschnitt, Topf- und Balkonpflanzen, verwelkte Blumen.
Verboten: Kunststoff- und Bioplastiktüten, Flüssigkeiten, Speiseöle, Kehricht, Katzenstreu, Holzasche, Lederreste, Staubsaugerbeutel, Windeln, Zigarettenabfälle.
Geruch und Ungeziefer vermeiden: So bleibt die Biotonne sauber
Bei richtiger Nutzung wird die Biotonne nicht zum Problemfall. Wer feuchte Abfälle in Zeitungspapier einwickelt, verhindert Gerüche. Ein schattiger Standort, ein immer geschlossener Deckel und regelmäßiges Ausspülen im Sommer helfen zusätzlich. Innenräume sind als Standort ungeeignet.
