Biotonne in Brandenburg
: Sind kompostierbare Bio-Plastikbeutel erlaubt?

Seit dem 1. Mai) gelten strengere Regeln beim Biomüll, es wird wieder verstärkt kontrolliert. Was ab jetzt in der Biotonne erlaubt und verboten ist.
Von
Nicole Züge
Frankfurt (Oder)
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Nachname, Biomüll, Passbild - das ändert sich im Mai

Biomüll aus Biotonnen wird zu Kompost und Biogas weiterverarbeitet. Dazu müssen die Tonnen allerdings richtig befüllt sein. Sind Bio-Plastikbeutel dabei erlaubt?

Peter Steffen/dpa

Küchenreste, Lebensmittel und Grünabfälle aus dem Garten sind bei der Mülltrennung in den letzten Jahren als wertvolle Ressourcen noch mehr in den Fokus gerückt. Bereits seit 2015 gibt es die EU-Vorgabe, organische Abfälle getrennt über die Biotonne zu entsorgen. Die organischen Abfälle werden in Vergärungsanlagen zu Biogas (zum Heizen) und zu Kompost verarbeitet. Das spart Ressourcen und reduziert auch das Restmüllaufkommen. Laut der Berliner Stadtreinigung (BSR) werden jährlich 2,5 Millionen Liter Diesel durch Biogas ersetzt. Das spart über 9.000 Tonnen CO₂ im Jahr. In Cottbus werden nach Angaben der Stadt aus 1.000 Kilogramm Bioabfall etwa 160 Kilowattstunden Strom, 160 Kilowattstunden Wärme und um die 350 Kilogramm Kompost gewonnen.

Seit dem 1. Mai 2025 gelten aufgrund einer eine Gesetzesnovelle strengere Regeln beim Biomüll in Brandenburg und dem Rest der Republik. Demnach dürfen künftig maximal 3 Prozent Fremdstoffe im Biomüll enthalten sein, bei Kunststoff liegt die Obergrenze sogar bei maximal 1 Prozent. Das soll sicherstellen, dass der anfallende Biomüll reibungslos und effizient zu Biogas und Kompost verwertet werden kann.

Sind Bio-Plastikbeutel kompostierbar?

Die beliebten Bio-Plastikbeutel machen dabei immer wieder Probleme, in den meisten Kommunen sind sie darum verboten. Der Grund: Im Kompostierwerk, wo die Biomüll-Reste nach ihrer Vergärung zu wertvollem Kompost weiterverarbeitet werden, zersetzen sich solche Beutel zu langsam. Dort muss nach ungefähr 5 Wochen verkaufsfertiger Kompost entstanden sein. Zu kurz für Bioplastik. Selbst dann, wenn die Zersetzung der Beutel schneller ginge, wäre die Entsorgung über den Restmüll mit anschließender Verbrennung laut Umweltbundesamt die deutlich effektivere Methode. Denn bei der Zersetzung und auch bei der Verbrennung der Tüten entstehen keine wertvollen Bodenbestandteile für Komposterde, sondern lediglich Wasser und CO₂.

Ein weiteres Problem ist die Identifizierung der Bio-Tüten: Erfolgt beispielsweise eine Sichtkontrolle am Straßenrand, ist es den Mitarbeitenden kaum möglich, auf den ersten Blick zu erkennen, ob es sich um zertifizierte Bio-Plastikbeutel handelt. Zwar sollen in Zukunft moderne, teils sogar KI-basierte Scansysteme eingesetzt werden, die nach Angaben der Initiative natürliche Kreislaufwirtschaft (INAK) richtig zertifizierte Bioabfallbeutel erkennen sollen, allerdings löst das nicht das Problem in den Kompostieranlagen. Aus diesem Grund sind Plastikbeutel jeglicher Art, auch die aus Bioplastik, in den meisten Brandenburger Biotonnen nicht erlaubt. Da die Entsorgung aber durch die Kommunen geregelt wird, kann es hier und da zu Abweichungen kommen. Wer nicht sicher ist, findet in den kommunalen Abfallverordnungen Antworten.

Was gehört in die Biotonne?

In die Biotonne dürfen: Eierschalen, feste Speisereste, Wurst, Fleisch, Fisch, Gemüse- und Obstabfälle (auch Südfrüchte), Kaffeefilter, Kaffeesatz und Teebeutel, Küchen- und Papiertücher, Baum- und Strauchschnitt in Kleinmengen, Laub, Rasenschnitt, Topf- und Balkonpflanzen mit Erde, Unkräuter und Wildkräuter sowie verwelkte Blumen.

Nicht in die Biotonne gehören: Kunststoffbeutel, flüssige Speisereste (z. B. Öl, Getränke), Hydrokultur-Substrat, Kehricht, Kleintierstreu, Katzenstreu, Kohle- und Holzasche sowie Ölruß, Leder- und Kleiderreste, Staubsaugerbeutel, Windeln, Zigarettenkippen und -asche.