Biotonnen-Kontrolle (17.9.): Beliebtes Produkt darf nicht in den Biomüll, landet aber zu oft dort

In Schleswig-Holstein werden im September 2025 in vielen Kommunen die Biotonnen kontrolliert. Ein beliebtes Produkt darf vielerorts nicht in die Tonne. Ein Missverständnis, das teuer werden kann.
Marijan Murat/dpaIn vielen Kommunen Schleswig-Holsteins müssen die Menschen in den kommenden vier Wochen damit rechnen, dass bei der Abholung der Biotonne eine Kontrolle stattfindet. Sind zu viel Plastik und andere Fremdstoffe drin, bleibt der Biomüll stehen oder es wird ein Bußgeld erhoben. Ein sehr beliebtes Produkt darf entgegen der landläufigen Meinung nicht in die Biotonne.
Biotonnen-Kontrollen in Schleswig-Holstein
Initiiert wurden die Biomüll-Kontrollen vom Verein „wirfuerbio“. Dessen Mitglieder sind kommunale Entsorgungsbetriebe, die sich nun an den Kontrollen beteiligen und in den kommenden vier Wochen ganz genau hinschauen: Wer die eigene Biotonne falsch befüllt hat, bekommt dann die „Rote Karte“. Die wird als Anhänger angebracht oder als Aufkleber auf die Tonne geklebt. Kümmern sich die Bewohnenden des betroffenen Hauses nicht um die Entfernung der Störstoffe, so wird sie später als Restmüll entsorgt. Das könne 40 Euro kosten, heißt es von dem Verein. Eine Liste der Städte und Kommunen, in denen ab dem 15. September kontrolliert wird, finden Sie hier.
Bioplastik-Beutel oft verboten
Biomüll wird für Biogas-Anlagen genutzt, um Energie zu erzeugen. Zudem wird aus den organischen Abfällen Kompost hergestellt, der als Dünger in der Landwirtschaft oder im Garten genutzt wird. Das ist nachhaltig und gut für die Umwelt. Doch um den Biomüll tatsächlich auch verwerten zu können, sind die Entsorger auf einen gewissen Reinheitsgrad angewiesen. Sind zu viele Fremdstoffe im Abfall, kann der nicht weiterverarbeitet werden, bevor die Fremdstoffe aufwendig heraussortiert wurden.
Auch darum wird jetzt kontrolliert. Zum Problem bei diesen Kontrollen können vielerorts sogenannte Bioplastik-Abfallbeutel werden. Auf den Verpackungen solcher Tüten steht, dass diese kompostierbar sind. Das stimmt zwar in der Regel auch, denn derartige Bioplastik-Produkte sind auf Stärkebasis hergestellt und zersetzen sich tatsächlich irgendwann, allerdings dauert der Prozess zu lang für die Kompostierwerke und Vergärungsanlagen. Aus diesem Grund sind die Beutel in den meistens Kommunen Schleswig-Holsteins verboten. Darauf weisen beispielsweise die Entsorgungsbetriebe in Kiel hin.
Was gehört in die Biotonne, was nicht?
Die Kontrollen finden in vielen Kommunen als Sichtprüfungen statt, es werden aber zunehmend intelligente Scannersysteme eingesetzt, die in den Müllfahrzeugen verbaut sind. Die Scanner können bereits vor der Leerung erkennen, ob sich Störstoffe in den Tonnen befinden. Ist das der Fall, wird die Biotonne gar nicht erst geleert.
- In die Biotonne dürfen: Eierschalen, feste Speisereste, Wurst, Fleisch, Fisch, Gemüse- und Obstabfälle (auch Südfrüchte), Kaffeefilter, Kaffeesatz und Teebeutel, Küchen- und Papiertücher, Baum- und Strauchschnitt in Kleinmengen, Laub, Rasenschnitt, Topf- und Balkonpflanzen mit Erde, Unkräuter und Wildkräuter sowie verwelkte Blumen.
- Nicht in die Biotonne gehören: Kunststoffbeutel, flüssige Speisereste (z.B. auch Öle), Getränke, Hydrokultur-Substrat, Kehricht, Kleintierstreu aus mineralischen Materialien, Kohle- und Holzasche sowie Ölruß, Leder- und Kleiderreste, Staubsaugerbeutel, Windeln, Zigarettenkippen und -asche.
