London und Birmingham: Ein Toter und mehrere Verletzte nach Stichwaffen-Angriffen in England - Motiv unklar

In den britischen Städten Birmingham (hier im Bild) und London soll es in der Nacht zu schweren Angriffen mit Stichwaffen gekommen sein.
DPAIn der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es in den britischen Städten Birmingham und London offenbar zu mehreren Angriffen mit Stichwaffen gekommen. Ein Mensch sei getötet und sieben weitere seien verletzt worden. Zwei der Opfer seien sehr schwer verletzt, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Polizei der Region West Midlands sprach hatte zunächst nur von einem schweren Vorfall gesprochen.
Die Zahl der Betroffenen, die Schwere ihrer Verletzungen und die Hintergründe der Tat waren zunächst noch unklar. Die Suche nach einem Verdächtigen laufe; bislang gebe es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund der Tat oder ein Hassverbrechen.
Es deute auch nichts auf eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Banden hin, sagte Steve Graham von der West Midlands Polizei auf einer Pressekonferenz. „Es scheint sich um einen wahllosen Angriff zu handeln.“ Die Polizei leitete Mordermittlungen ein.
Birmingham und London: Messerstechereien sind in Großbritannien ein großes Problem
Messerstechereien sind ein großes Problem in Großbritannien. In den vergangenen Jahren hatte es auch Terrorattacken im Land gegeben, bei denen unter anderem Stichwaffen benutzt worden waren.
Wie tagesschau.de unter Berufung auf die BBC berichtete, waren Straßen im sogenannten Gay Village abgesperrt worden. Das Gebiet ist nicht nur bekannt für Restaurants, Bars und Clubs sondern auch ein Treffpunkt für die LGBTQ-Gemeinde. Während der Corona-Pandemie wurden die Straßen für Fahrzeuge gesperrt, so dass sich mehr Menschen vor den Geschäften aufhalten können.

Straßen in Birmingham wurden nach dem „schweren Vorfall“ abgesperrt.
DPADer Vorfall in Birmingham soll sich gegen 01.30 Uhr (MESZ) in der Nacht ereignet haben. Danach seien bei der Polizei mehrere Anrufe eingegangen. Die Menschen in Birmingham wurden dazu aufgerufen, das Gebiet zu meiden.
Außenminister Dominic Raab hatte die Menschen in Birmingham am Sonntagvormittag dazu aufgerufen, „sehr wachsam“ zu sein.
Augenzeugin in Birmingham: Kampf zwischen zwei Gruppen?
Anders als es die Polizei darstellt, wollte eine Augenzeugin einen Kampf zwischen zwei Gruppen von Jugendlichen gesehen haben. Sie habe „rassistische Beleidigungen“ gehört, sagte die Frau am Sonntag im Interview mit dem britischen Sender BBC. In den Clubs in der Umgebung des Tatorts habe es eine „multikulturelle Nacht“ gegeben. Bei dem Vorfall in der Nacht zum Sonntag hatten mehrere Menschen Stichverletzungen erlitten.
Regionale Medien hatten zudem von einer Festnahme im Zentrum der Stadt berichtet, ohne Details zu nennen. Gerüchte über eine mögliche Festnahme kommentierten die Beamten nicht. Die Ermittler wollten sich auch nicht zu einem möglichen Motiv äußern.
Messer-Angriffe offenbar auch in London
Auch in London sind fünf Menschen durch Stiche verletzt worden. Eine Person habe möglicherweise lebensgefährliche Verletzungen erlitten, teilte die Polizei am Sonntag mit. Der Vorfall ereignete sich demnach am späten Samstagabend im Südosten der britischen Hauptstadt.
Fünf Menschen wurden laut Scotland Yard festgenommen. Auch beim Vorfall in London waren die Hintergründe zunächst unklar.
