Bulli-Geschichten
: Bulli - Ein Volkswagen für Generationen, mehr als nur ein Auto

Der Bulli ist Kult. Und als T1 und T2 bei Fans wie Sammlern begehrt. Wer keinen eigenen mehr abbekommt, kann hier Liebesgeschichten an einen echten Volkswagen lesen.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Bulli. Fahren. Fühlen. Leben. 240 Seiten einer Volkswagen-Legende.

GeraMond

Als im März 1950 der erste Volkswagen T1 in Wolfsburg vom Band lief, war das die Geburt einer Legende. Noch mit dem technischen Innenleben des Käfers ausgestattet, sollte dieser Kastenwagen mit dem anfangs riesigen VW-Zeichen auf der Front die Welt erobern. Intern als Bulli bezeichnet ersetzte dieser Name schon bald all die offiziellen Abkürzungen und steht heute noch als Marken- und Kosename für zwei Produktionszyklen und insgesamt rund 4,3 Millionen Fahrzeuge, die bis 1979 als T1 und T2 gebaut worden sind.

Sinnbild der Flower-Power-Bewegung

Der Bulli mit dem Peace-Zeichen an der kalifornischen Pazifik-Küste ist zum Sinnbild der Flower-Power-Bewegung geworden. Bunt bemalt, mit Surfbrettern auf dem Dach stellte er den autogewordenen Traum von Love, Peace und Happyness dar. Wer einen Bulli sein eigen nannte war damit Teil der Bewegung. Daran hat sich nicht viel geändert. Denn heute erst Recht ist einen Bulli zu besitzen und ihn zu fahren vor allem eine Frage der Einstellung.

15 Geschichten rund um den Bulli

Motor-Journalist und Testfahrer Michaël Levivier erzählt fünfzehn Geschichten von Menschen und Bulli, die gewissermaßen eine Lebensgemeinschaft eingegangen sind. Sie alle leben den Traum von früher weiter - vielleicht, weil sie damit auch fühlen, jung zu bleiben. Der Leser erfährt in „Bulli“, wie jene Aficinados zu ihrem Gefährt gekommen sind, welche Leiden(schaft) damit verbunden ist, wie sie sie aufbauten oder personalisierten. Es gibt jene, für die sind sie eine Wertanlage, ein Zeichen der Individualität, für andere sind die motorisierten Senioren aber immer noch alltägliche Gebrauchsgegenstände.

Historische T1 und T2 im Detail

So unterschiedlich die Menschen, so verschieden die Bullis. Thomas Cortesi setzt jeden von ihnen ins Bild. Der Motor-Fotograf zeigt dabei vor allem ein Auge für das Detail. Seine Bilder erzählen Autogeschichte auch in Sachen T1 und T2. Er zeigt die Gefährte in ihrer natürlichen Umgebung, zusammen mit jenen, die sie nutzen oder einfach nur besitzen. Oft ist dabei das Bild beredter Ausdruck des Beziehungsverhältnisses zwischen Mensch und Maschine. Das stattliche 27,6 x 35,6 Zentimeter große Format des Hardcover-Buches erlaubt dabei mehr als A-4 große Abbildungen, auf denen natürlich fast jede Kleinigkeit zu erkennen ist. Das erfreut das Auge des Kenners wie des Fans gleichermaßen.

Vom Dragster-Bulli bis zur Feuerwehr

Die illustrierten Geschichten sind dabei durchaus unterhaltsam, teils auch lehrreich wie überraschend. Denn im rheinland-pfälzischen Breitenheim beispielsweise ist ein knallroter Bulli heute noch aktiv im Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr. Und auch bei der abschließenden Bildersammlung gibt es durchaus Fotos mit Neuigkeitswert. Etwa ein Dragster-Bulli auf der Rennstrecke. Kleiner Wermutstropfen für alle, denen nach einem T1 oder T2 gelüstet: Wenn diese nicht, wie Boris, schon vollwertiges Familienmitglied sind - inklusive Geburtstagstorte - dann lassen ihre Besitzer aber ganz selbstbewusst wissen, dass sie ihren Bulli nie veräußern werden.

Bulli - Fahren. Fühlen. Leben.

Thomas Cortesi, Michaël Levivier

Hardcover Format 27,6 x 35,6 cm

240 Seiten, 220 Abbildungen

Verlag: GeraMond