BVG-Streik in Berlin: Notfahrplan veröffentlicht - Diese Linien fahren Freitag und Samstag trotzdem

Verdi hat den nächsten Streik bei der BVG angekündigt. Wann und wo kommt es zu Ausfällen?
Jörg Carstensen/dpaVerdi hat zu einem Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) aufgerufen. Welche Verbindungen fallen aus und welche Linien verkehren weiterhin?
Nächster BVG-Streik in Berlin am Freitag und Samstag
Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem zweitägigen Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) aufgerufen. Von Freitagmorgen um 3:00 Uhr bis zum frühen Sonntagmorgen 3:00 Uhr sollen Busse, Trams und U-Bahnen für 48 Stunden stillstehen. Dadurch kommt der Nahverkehr in Berlin an diesen beiden Tagen weitgehend zum Erliegen. Welche Ausnahmen gibt es?
Notfahrplan in Berlin: Bus, U-Bahn, Tram - Was fährt noch?
Laut der Ankündigung werden während des Streiks keine Trams, Busse und U-Bahnen verkehren. Ausnahmen gelten für bestimmte Buslinien und Verbindungen, die von externen Unternehmen im Auftrag der BVG betrieben werden. Dazu gehören dieses Wochenende die Linien: 106, 114, 118, 124, 133, 175, 184, 204, 234, 275, 316, 318, 326, 161, 363, N12, N23, N35, N39, N53, N61, N69, N84, N91, N95, N97. Vor Fahrtantritt sollte geprüft werden, ob in den BVG-Apps oder auf der Webseite der BVG die Fahrt mit einer Echtzeitinformation aktuell angezeigt wird.
S-Bahn, RE und Co.: Welche weiteren Alternativen gibt es?
Die S-Bahn ist nicht betroffen und verkehrt planmäßig, da sie von der Deutschen Bahn betrieben wird. Auch die Ringbahn wird am Montag wie gewohnt in Berlin verkehren. Weiterhin können Fahrgäste prüfen, ob Teile der Strecken mit Regionalzügen zurückgelegt werden können. Auch diese verkehren weiterhin. Wer nicht aufs Fahrrad umsteigen möchte, kann auf Taxis oder Fahrdienste wie Bolt und Uber zurückgreifen, die neben Autos auch E-Roller und Leihfahrräder anbieten. Zudem stehen Carsharing-Dienste und Fahrgemeinschaften als weitere Optionen zur Verfügung.
BVG: Warnstreik völlig unverhältnismäßig
Die BVG kritisierte die Maßnahme als „völlig unverhältnismäßige Eskalation“. Die Verhandlungen in der Hauptstadt lägen im vereinbarten Zeitplan. „Und trotzdem eskaliert Verdi Berlin, um einer bundesweiten Verdi-Dramaturgie zu folgen, ohne die Berliner Realität anzuerkennen.»
Verdi hat nicht nur in Berlin, sondern auch in fast allen anderen Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen. Mancherorts dauert der Arbeitskampf lediglich einen Tag.
Es ist der zweite bundesweite Ausstand in der laufenden Tarifrunde, die Verdi parallel in allen 16 Ländern führt. Anfang Februar kam deshalb auch der Berliner Nahverkehr weitgehend zum Erliegen. Forderungen und Tarifinhalte sind aber unterschiedlich.
Keine Annäherung in drei Gesprächsrunden
In den bisherigen drei Verhandlungsrunden in Berlin gab es bisher keine Annäherung. Verhandelt wird in der Hauptstadt nicht über mehr Geld, sondern über den sogenannten Manteltarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten regelt.
Die Arbeitnehmerseite fordert unter anderem mehr Urlaubstage, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden sowie mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage. „Bei den Wendezeiten geht es nicht nur um Würde, sondern auch um Gesundheitsschutz. Alle wissen, wie belastend es ist, bei einer vollen Blase nicht aufs Klo gehen zu können“, teilte Verdi mit.
Die Arbeitgeberseite fordert von der Gewerkschaft, ihre Forderungen stärker zu priorisieren, um dann über die wichtigsten Punkte in die inhaltlichen Gespräche einsteigen zu können. Verdi wiederum pocht auf ein erstes Angebot der BVG.
Mit Material der dpa
