Chikungunya-Fieber: STIKO empfiehlt jetzt Reiseimpfung für diese Länder

Eine tote Asiatische Tigermücke. Die Art überträgt das Chikungunya-Virus und breitet sich auch in Deutschland aus. Jetzt empfiehlt die STIKO eine Reiseimpfung für bestimmte Länder und Personengruppen.
Ennio Leanza/dpaDas Chikungunya-Virus kommt vornehmlich in tropischen Regionen vor und wird durch die Tigermücke übertragen. Aufgrund der Schwere des Krankheitsverlaufs, der oftmals auch länger anhält, hat nun die Ständige Impfkommission (STIKO) erstmals eine Reiseimpfung für bestimmte Personengruppen empfohlen.
In welchen Ländern der Chikungunya-Virus vorkommt und welche Empfehlungen die Stiko zur Reiseimpfung gibt, haben wir hier zusammengefasst.
Chikungunya-Virus: Diese Länder sind Risikogebiete
In Deutschland wurden Chikungunya-Erkrankungen bislang vor allem bei Reiserückkehrern aus Mauritius, dem französischen Überseegebiet La Réunion und Sri Lanka festgestellt. Die Erkrankung kommt in tropischen und subtropischen Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas vor. Auch in Südeuropa wurde Chikungunya bereits diagnostiziert, darüber hinaus gab es kürzlich einen Fall nahe der deutsch-französischen Grenze (siehe unten).
Das Auswärtige Amt (AA) warnt vor dem Chikungunya-Virus für folgende Länder: der gesamte afrikanische Kontinent, zugehörige Inseln wie Mauritius, Mayotte und La Réunion, die Karibik und Brasilien.
Laut einer Karte des European Centre for Desease Control (kurz: ECDC) gab es zwischen Juni 2024 und Mai 2025 zusätzlich eine starke Häufung (10 bis 100 oder sogar über 100 Fälle auf 100.000 Menschen) in Paraguay, Sri Lanka, Pakistan, Indien, Thailand, Malaysia und Borneo. Auch Argentinien und Bolivien sind auf der ECDC-Karte bereits orange eingefärbt. Hier kam es im vergangenen Jahr zu bis zu 10 Fällen auf 100.000 Personen.
Wer sollte sich gegen Chikungunya-Fieber impfen lassen?
- Kinder ab 12 Jahren, die in Gebiete mit aktuellem Chikungunya-Ausbruch reisen.
- Menschen mit einem länger als 4 Wochen dauernden Aufenthalt oder bei wiederholten Kurzreisen in Endemiegebiete, sofern bei ihnen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe besteht. Das gilt etwa für über 60-Jährige oder bei schweren Grunderkrankungen.
- Auch für Berufstätige, die beispielsweise in Laboren gezielt mit Chikungunya-Viren arbeiten, gilt die Empfehlung.
Diese Impfungen gegen das Chikungunya-Virus gibt es
Derzeit gibt es zwei Impfstoffe. Die Grundimmunisierung besteht jeweils aus einer Impfstoffdosis. Ziel der Impfempfehlung ist die Verhinderung von Erkrankungen, schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen durch eine Chikungunya-Virusinfektion.
Die STIKO empfiehlt als Reiseimpfung einen der beiden verfügbaren Impfstoffe gegen Chikungunya-Fieber: den abgeschwächten Lebendimpfstoff „Ixchiq“ für Personen im Alter von 12 bis 59 Jahren oder den Totimpfstoff Vimkunya für Personen ab 12 Jahren.
Weitere Schutzmaßnahmen gegen Chikungunya
Reisende in Risikogebiete sollten sich durch das konsequente Vermeiden von Mückenstichen schützen, dazu gehören:
- Bekleidung tragen, die den Großteil der Haut verdeckt
- konsequenter Mückenschutz in Form von Anti-Mückensprays
- Moskitonetze an Fenster oder über Betten
Gibt es das Chikungunya-Virus auch in Deutschland
Erst kürzlich meldete das Robert Koch-Institut (RKI) einen Fall in Frankreich nahe der deutsch-französischen Grenze, bei dem die Infektion nicht durch eine Reise eingeschleppt wurde. Offenbar hatte sich die Person durch den Stich einer infizierten Mücke direkt infiziert. Den Experten zufolge sind auch in Deutschland die Bedingungen für solche Fälle gegeben, etwa durch hohe Temperaturen und Vorkommen der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus), einer potenziellen Überträgerin von Chikungunya.
Die Mücke kommt hierzulande vor allem in Baden-Württemberg und im Rhein-Main-Gebiet von Hessen und Rheinland-Pfalz sowie punktuell in Bayern, Thüringen, Berlin und Nordrhein-Westfalen vor.
Mit Material der dpa.
