In Deutschland explodieren die Infektionszahlen, die Intensivstationen werden immer voller. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben Forschende die Bedeutung von Auffrischungsimpfungen betont. „Die Boosterimpfungen katapultieren den Impfschutz erneut deutlich nach oben“, erklärte Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. Der Schutz vor einem schweren Verlauf sei nach vorliegenden Daten sogar effektiver als der kurz nach der zweiten Impfung. „Und auch der Schutz vor Ansteckung und Weitergabe einer Infektion ist sehr ausgeprägt und deutlich besser als bei Geimpften ohne die Auffrischung.“
  • Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter, die Inzidenzen sind so hoch wie nie
  • Aus Sachsen-Anhalt meldet das RKI am Mittwoch, 01.12., eine Inzidenz von 692,4
  • Alle Infos zur Auffrischungsimpfung (Booster) gegen das Coronavirus

Corona-Impfung in Sachsen-Anhalt: Alle Infos zur Booster-Impfung

Seit dem 1. Oktober übernehmen Arztpraxen und Betriebsärzte die Impfungen gegen Covid-19 vollständig. Zuvor wurden auch in den Impfzentren Vakzine verabreicht. Die Zentren wurden aber zum 30.09.2021 in ganz Sachsen-Anhalt geschlossen. Corona-Schutzimpfungen erfolgen in Sachsen-Anhalt deshalb vorrangig über die niedergelassenen Ärzte. In den Landkreisen und kreisfreien sind aber weiterhin mobile Impfteams im Einsatz, die unter anderem Auffrischungsimpfungen in Alten- und Pflegeheimen durchführen. Zudem werden niederschwellige Impfangebote ohne Termin an ausgewählten Orten wie Einkaufszentren etc. angeboten. Für die Organisation dieser Termine sind die Landkreise und kreisfreien Städte zuständig. Eine Übersicht zu Impfaktionen in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städte gibt es über diese Internetseite des Gesundheitsministeriums von Sachsen Anhalt.

Magdeburg

Impfnachweis dritte Impfung: So funktioniert der digitale Impfpass

Auffrischungsimpfungen können im digitalen Impfnachweis angezeigt werden. Die Dokumentation der Auffrischungsimpfung läuft genauso ab, wie bei Erst-, Zweit- oder Booster-Impfungen nach einer Genesung. Das heißt, nach Erhalten der Booster-Impfung wird ein QR-Code ausgeteilt, den man in die Corona-Warn-App oder die CovPass-App einscannen kann. In Apotheken kann nachträglich ein digitaler Impfnachweis ausgestellt werden.
Die Auffrischungsimpfungen, die seit September 2021 angeboten werden, stellen eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme dar. Ein bisher erreichter Status eines vollständigen Impfschutzes nach nationalen Regelungen gilt derzeit weiterhin fort. Die Gültigkeitsdauer von europäischen (EU)-Impfzertifikaten bleibt von dem Angebot einer Auffrischungsimpfung unberührt.

Antikörpertest: Wann ist eine Booster-Impfung nötig?

Ob eine Auffrischungsimpfung aber tatsächlich notwendig ist, selbst wenn die letzte Impfung länger als sechs Monate zurückliegt, fragen sich derzeit viele, die vor der Entscheidung für oder gegen eine Booster-Impfung stehen. Denn viele nehmen an, dass es im Fall einer hohen Zahl an Antikörpern auch noch länger als sechs Monate nach der 2. Impfung keine Booster-Impfung bräuchte. Deswegen könne ein Antikörpertest Klarheit bringen, ob es die dritte Dosis überhaupt bräuchte. Das Bundesgesundheitsministerium (BGM) und Experten sehen das anders.

Moderna statt Biontech? Darum gibt es Streit um die Booster-Impfung

Das Bundesgesundheitsministerium hat mit der Ankündigung, beim Biontech-Impfstoff „Höchstbestellmengen“ einzuführen, damit eingelagerte Moderna-Dosen vor dem Verfall verimpft werden, viel Kritik auf sich gezogen. Die Arztpraxen befürchten das nächste Durcheinander und Verzögerungen bei den Booster-Impfungen, die gerade Fahrt aufgenommen haben. Für Menschen, die ihre Auffrischungsimpfung schon gebucht haben, stellen sich ebenfalls Fragen. Ein Überblick:

Wie kommt es überhaupt zu dem Streit?

Deutschland hat dem Bundesgesundheitsministerium zufolge 16 Millionen Dosen Moderna auf Lager. Von den Ländern wird demnach momentan aber zu 90 Prozent Biontech bestellt. Die Lager leerten sich. Ab Mitte des ersten Quartals drohen dagegen eingelagerte Moderna-Dosen zu verfallen. „Es muss unser gemeinsames Anliegen sein, dies mit allen Mitteln zu verhindern“, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums an die Länder. Praxen und Impfzentren sollen nun zunächst nur noch bestimmte Mengen Biontech bestellen dürfen, damit Moderna „vermehrt zum Einsatz“ kommt. Insgesamt, so betont das Ministerium, sei „genug Impfstoff für alle da.“

Und Moderna als Booster?

Dazu gibt es bislang nur erste Hinweise. Es deutet sich an, dass Moderna hier mindestens genauso effektiv ist wie Biontech. So hat das Gesundheitsministerium Singapurs vor einigen Tagen die Ergebnisse eines Vergleichs veröffentlicht, bei dem alle Personen die Grundimmunisierung mit Biontech hatten. Wurden diese auch beim dritten Mal damit geimpft, ergab sich eine Reduzierung des Infektionsrisikos von 62 Prozent. Bekamen sie Moderna, lag sie bei 72 Prozent.

Was sagen Wissenschaftler zur Kombination von Impfstoffen?

Für die Auffrischungsimpfung empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) generell einen mRNA-Impfstoff, auch wenn man vorher einen anderen bekommen hat. Wenn möglich, soll es beim Boostern derselbe mRNA-Wirkstoff sein wie bei der Grundimmunisierung, schreibt das Robert Koch-Institut. Wenn dieser nicht verfügbar sei, könne auch der jeweils andere eingesetzt werden. Lediglich für Personen unter 30 Jahren empfiehlt die Stiko ausschließlich den Biontech-Impfstoff, weil in dieser Altersgruppe beim Moderna-Impfstoff das Risiko für bestimmte Herzentzündungen leicht erhöht ist. Die Experten haben also grundsätzlich keine Bedenken hinsichtlich eines möglichen Wechsels. „Ich halte das für völlig unproblematisch“, sagt auch der Infektiologe Leif Erik Sander von der Berliner Charité. Es gebe sogar Studien, die zum Ergebnis kämen, dass die Kombination verschiedener Impfstoffe immunologisch günstig sei. „Man sollte einfach das nehmen, was da ist.“

Gesundheitsminister: Booster-Impfung für alle nach sechs Monaten möglich

Impf-Verstärkungen („Booster“) rücken immer stärker zum Abflachen der Welle in den Blick. Und Bund und Länder wollen dazu nach einigen Debatten jetzt ein klares Signal senden: „Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden, nicht die Ausnahme“, sagte Spahn. Konkret sind es zunächst Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen, Pflegebedürftige und Gesundheitspersonal, die nun Auffrischungen bekommen sollen - sie waren beim Impfstart zu Jahresbeginn auch als erste an der Reihe. Insofern sei das prinzipiell auch kein Gegensatz zur Ständigen Impfkommission (Stiko), machte Spahn deutlich. Das Gremium empfiehlt „Booster“ vorerst enger gefasst etwa ab 70 Jahren.
Nach und nach sollen dann aber auch Millionen weitere Geimpfte Auffrischungen bekommen. Daher seien neben den Praxen auch öffentliche Angebote nötig, betonte Spahn. Die Länder beschlossen, dass dafür insbesondere mobile Impfteams an den Start gehen sollen. Bisher haben gut 2,5 Millionen Geimpfte eine Auffrischung bekommen, mehr als zehn Millionen kämen aktuell aber schon in Frage.

3. Corona-Impfung für junge Leute – Ist das sinnvoll?

Der Virologe und Epidemiologe Klaus Stöhr findet, dass eine Booster-Impfung jungen, gesunden Menschen nicht viel nützt. Im MDR empfahl er die Auffrischimpfung allerdings schon für Menschen ab 60. Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät bisher allen, die älter als 70 sind, zur dritten Corona-Impfung.