Corona Bayern Ausgangsbeschränkung: Söder: Nächtliche Ausgangssperre gilt auch an Weihnachten

In Bayern soll auch an Weihnachten eine Ausgangssperre gelten.
Karl-Josef HildenbrandBayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) greift aufgrund der hohen Zahl an Corona-Infektionen im Freistaat hart durch. Wie er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk betonte, soll ab Mittwoch neben dem harten Lockdown auch eine nächtliche Ausgangssperre für das ganze Bundesland gelten. Bei Verstößen drohen Bußgelder.
Der Aufenthalt außerhalb der Wohnung soll dann zwischen 21 und 5 Uhr nur noch in Ausnahmefällen erlaubt sein. Etwa aus beruflichen Gründen, medizinischer Notfälle oder der Versorgung von Tieren.
Ausgangssperre in Bayern auch an Weihnachten
Diese harten Maßnahmen sollen laut Söder auch über die Weihnachtstage gelten und nicht gelockert werden. Gestattet ist lediglich vom 24. bis 26. Dezember, dass über den eigenen Haushalt hinaus vier weitere nahe Verwandte eingeladen werden dürfen. „Wir haben ja mehr Möglichkeiten gemacht, dass man sich sehen kann“, sagte Söder. Um die Ausgangssperre einzuhalten, könnten die Verwandten beispielsweise über Nacht bleiben, „wenn die Räumlichkeiten da sind“. Ansonsten müsse Weihnachten eben in etwas anderer Form gefeiert werden: „Möglicherweise früher. Bei vielen ist es übrigens so, dass sie ohnehin früher anfangen, gerade wenn kleine Kinder da sind.“
Söder will Corona-Beschlüsse „maximal“ umsetzen
Verschärfte Ausgangsbeschränkungen waren bisher nur in Hotspots mit einer Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen vorgeschrieben. Am Sonntag aber wurde bekannt, dass der gesamte Freistaat in Summe eine Inzidenz von 200 hat.
Söder hatte bereits angekündigt, den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom Sonntag „maximal“ umzusetzen. Bereits am Sonntag hatte der CSU-Chef erklärt, dass dies deutlich über die Schließung von Schulen, Kitas und weiten Teilen des Handels ab diesem Mittwoch hinausgehen werde.
Bayrischer Landtag stimmt am Dienstag über Corona-Lockdown ab
Der bayerische Landtag will den Lockdown dann endgültig am Dienstag in einer neuerlichen Sondersitzung beraten und beschließen. Die Mehrheit gilt hier aber wie schon bei der Abstimmung vor weniger als einer Woche als sicher, da die Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wählern bereits vorab in die Planungen eingebunden sind. Es ist zudem davon auszugehen, dass erneut auch zumindest die Grünen den Kurs mittragen werden. Bei der Abstimmung am vergangenen Dienstag hatten nur SPD, FDP und AfD gegen die Pläne der Regierung gestimmt.
Mit der erneuten Verschärfung wird die erst seit dem 9. Dezember geltende Infektionsschutzverordnung vollkommen überarbeitet. Bayern reagiert damit auf die seither massiv steigenden Infektionszahlen und setzt die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz um.
Lockdown in Bayern: „Solange es dauert“
Grundsätzlich soll der umfassende Lockdown nach Worten Söders mindestens bis 10. Januar gelten - wobei das Ende noch offen ist. „Ich sage ausdrücklich: solange es dauert“, betonte er. An einen Normalbetrieb etwa in Schulen und Kitas ist nach Worten Söders aber dann wohl noch nicht zu denken. „Auch danach kann ich mir nicht vorstellen, dass einfach alles wieder so normal weitergeht.“ Wie dramatisch die Lage im Freistaat sei, zeige die landesweite Inzidenz von mehr 200. „Das heißt, wenn man das aufs Land bezieht, sind wir ein Hotspot“, sagte Söder.


