Corona Bayern Schule: Bayern verlängert Weihnachtsferien

In Bayern beginnen die Weihnachtsferien vier Tage früher als geplant
dpaNun ist es endgültig: Bayern zieht wegen der Corona–Pandemie den Start der Weihnachtsferien vor. Letzter Schultag vor Weihnachten ist Freitag, der 18. Dezember. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dem Bayerischen Rundfunk. Damit fallen zwei Schultage weg: Ursprünglich wäre der 23. Dezember der erste Ferientag gewesen.
Weihnachten unbeschwert feiern
Der Abstand zwischen Unterricht und Weihnachten werde so vergrößert, sagte Söder. „Damit verbessern wir die Möglichkeiten, dass die Familien in Bayern das wichtigste Fest des Jahres gesund und unbeschwerter feiern können.„ Das Infektionsrisiko werde durch die fast einwöchige Karenzzeit zwischen Schulunterricht und Weihnachten „erheblich gesenkt“, argumentierte der Ministerpräsident. Vor den neuen Bund–Länder–Beratungen über den weiteren Kurs im Umgang mit dem Coronavirus hatten sich die Unions–regierten Länder für eine solche Verlängerung der Ferien ausgesprochen - so stand es jedenfalls in einem gemeinsamen Papier. Zunächst war Nordrhein–Westfalen in Vorlage gegangen und hatte einen früheren Start in die Ferien angekündigt. In den meisten Bundesländern ist der 18. Dezember ohnehin planmäßig der letzte Schultag vor Weihnachten.
Studie im Klassenzimmer: Stoßlüften wirksamer als Filtergeräte
Laut einer Untersuchung hessischer Wissenschaftler ist das Stoßlüften in Schulen um ein Vielfaches wirksamer als der Einsatz von Luftfiltergeräten. Zwei Professoren der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) hatten in einem nicht genutzten Klassenzimmer einer Wiesbadener Schule die Wirkung auf zuvor freigesetzte Aerosole ermittelt, die per Ventilator im Raum verteilt wurden.
„Als wesentliches Resultat zeigte sich, dass die Stoßöffnung aller Fenster über drei Minuten bei Außentemperaturen von 7 bis 11 Grad Celsius die eingebrachte Konzentration an Aerosolen bis zu 99,8 Prozent senkte„, heißt es in der Mitteilung der THM in Gießen zu der Analyse. Mit vier mobilen Luftfiltergeräten in dem Raum sei nach etwa 30 Minuten eine um 90 Prozent verringerte Konzentration gemessen worden. Die Wissenschaftler verweisen zudem auf den Lärm beim Betrieb der Geräte und die hohen Kosten bei der Anschaffung.
Das Umweltbundesamt hat schon mehrfach davor gewarnt, zu stark auf mobile Luftreiniger zu setzen. Ihr Einsatz in Klassenzimmern sei kein Ersatz für das Lüften, weil sie nicht für die notwendige Zufuhr von Außenluft sorgten, hieß es. Es gebe Fälle, in denen Luftreiniger das Lüften „sinnvoll ergänzen“ könnten — nämlich dort, wo Fenster nicht ausreichend geöffnet werden könnten. Luftreiniger könnten aber nicht alle Verunreinigungen aus der Raumluft entfernen.
Was nach dem Corona–Gipfel an der Schule droht
Vor dem Corona–Gipfel am 25.11. haben sich Bund und Länder an den Schulen für Präsenzunterricht ausgesprochen — machen dabei jedoch einige Einschränkungen, wie nun aus diversen durchgesickerten Beschlussvorlagen hervorgeht. Auch im Kita–Bereich herrscht Unruhe wegen Corona.
- Es gibt Planspiele für Teilschließungen ab Klasse 7/8 oder ab Klasse 11.
- Ausschlaggebend ist insbesondere eine Inzidenz von 50 oder von mehr als 200.
Laut dpa sollen die Schulen ab Klasse 11 möglicherweise schon bei erhöhter Inzidenz von deutlich über 50 auf Wechselunterricht in halben Klassen umstellen. Das Lernen zuhause und in der Schule könnte dann abwechselnd stattfinden, heißt es. Allerdings sollen zumindest die Abschlussklassen möglichst durchgehend Präsenzunterricht bekommen, so die Planspiele.
Ansteckungsrisiko bei Kindern: Wie hoch ist die Dunkelziffer?
Eine neue bundesweite Datensammlung von über 110.000 Kindern und Jugendlichen gibt entscheidende Hinweise, wie hoch die Dunkelziffer beim Ansteckungsrisiko mit Corona ist. Kinder und Jugendliche erscheinen erneut im Mittelpunkt der Pandemiediskussion. Die Frage, inwieweit Schülerinnen und Schüler zum Infektionsgeschehen beitragen und ob diese sich im schulischen Umfeld infiziert haben, beschäftigt aktuell die Öffentlichkeit und Politik.
