Corona BW
: Das sagt Kretschmann zu Lockerungen und Verschärfungen der Corona-Regeln an Weihnachten und Silvester 2020

Bayern verschärft die Corona-Regeln - was kommt in Baden-Württemberg? Das sagt Ministerpräsident Kretschmann zu Weihnachten und Silvester 2020.
Von
Sven Kaufmann mit dpa
Stuttgart
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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) unterscheidet bei den Corona-Regeln zwischen Weihnachten und Silvester 2020.

Sebastian Gollnow, dpa

Was geschieht angesichts der neuen Corona-Beschlüsse durch Markus Söder in Bayern am Sonntag nun an Weihnachten und Silvester 2020 in Baden-Württemberg? Wird es Änderungen bei den Lockerungen zum Fest oder bei den Regeln zu den Kontaktbeschränkungen an Silvester 2020 geben?

Immerhin stellt der Deutsche Städtebund die Lockerungen an den Feiertagen angesichts der Zahlen in Frage.

Forderungen nach hartem Lockdown - auch in BW?

Auch anderenorts werden Forderungen nach einem harten Lockdown geäußert. Dem schließt BW-Ministerpräsident Winfried Kretschmann sich seit Dienstag an. Er will die gefährlich anschwellende Corona-Welle mit drastischen Maßnahmen brechen - bis hin zu einem harten Lockdown nach den Weihnachtsfeiertagen. Der Grüne nannte die Lage am Dienstag „gefährlich“ und verwies auf neue Rekordwerte bei Infektionszahlen und Corona-Toten im Land sowie den sogenannten R-Wert, der den dritten Tag in Folge wieder über 1 liege. „Es deutet sich an, dass das exponentielle Wachstum zurück sein könnte.“ Um die Lage wieder in den Griff zu bekommen, könne es sein, „dass wir einen kurzen scharfen Lockdown machen müssen“.

Ministerpräsident Kretschmann zu Silvester-Regel: Kein Feiertag

Bisher gelten folgende Corona-Regelungen über die Festtage und für den Jahreswechsel:

An Silvester 2020 dürfen sich in Baden-Württemberg nur maximal 5 Personen aus nicht mehr als 2 Haushalten treffen.

An Weihnachten gibt es eine Lockerung, die von 23.12.2020 bis 27.12.2020 gilt. Demnach dürfen in BW sich an diesen fünf Tagen zehn Personen treffen, unabhängig vom Verwandtschaftsgrad und der Zahl der beteiligten Haushalte. Kinder unter 14 Jahren zählen dabei nicht mit.

Hotelübernachtungen sind zudem für Familienbesuche erlaubt.

Corona-Verordnung an Weihnachten ist für Familien

Daran soll sich vorerst auch nichts ändern. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Entscheidung verteidigt, die Corona-Maßnahmen rund um Weihnachten zu lockern, an Silvester jedoch nicht. „Weihnachten ist ein eher ruhiges Fest der Familie. Silvester ist ausgelassen“, sagte Kretschmann dem Südkurier. Außerdem sei Silvester kein Feiertag. Die beiden Feste könne man nicht gleichsetzen. Zudem seien schon die Lockerungen vom 23. bis zum 27. Dezember „nicht risikoarm“.

Kritik der Lehrer zu Beginn der Weihnachtsferien zurückgewiesen

Der Grünen-Politiker hat zudem die Kritik von Lehrerverbänden an den nun doch nicht kürzeren Weihnachtsferien deutlich zurückgewiesen. „Wir haben die Ferien nicht für die Lehrer gemacht, damit die jetzt zwei zusätzliche Ferientage haben“, sagte Kretschmann dem „Südkurier“. „Denen ist nichts Schlimmes passiert.“ Dass das schwierig sei, bestreite niemand. „Aber die Pandemie ist schwierig. Sie ist für alle schwierig“, betonte der Regierungschef. Außerdem müsse man eine Betreuung organisieren für Kinder der Menschen, die unbedingt arbeiten müssten.

Kanzlerin Merkel möchte weiteren Corona-Gipfel vor Weihnachten

Um über weitere Regeln und Beschränkungen im Kampf gegen das hochansteckende Coronavirus zu beraten, möchte Bundeskanzlerin Merkeleinen nächsten Corona-Gipfel noch vor Weihnachten einplanen. Für die Feiertage sind einige Lockerungen geplant. Das sehen viele Politiker kritisch und fordern angesichts der noch hohen Infektionszahlen schärfere Regeln. Angela Merkel hält daher eine weitere Entscheidung noch vor Weihnachten für notwendig.

Grenze zur Schweiz soll trotz hoher Zahlen offen bleiben

Kretschmann betonte außerdem, die Grenze zur Schweiz solle trotz teils hoher Infektionszahlen im Nachbarland weiter offen bleiben. „Die Grenzschließungen in der ersten Welle im Frühjahr haben zu ziemlichen Verwerfungen und zu großem Verdruss geführt“, sagte er. Jetzt müsse dafür gesorgt werden, dass die Vorschriften auf beiden Seiten der Grenze ähnlich seien.