Corona Demo Frankfurt Wasserwerfer: Querdenker-Demonstrationen und Gegenveranstaltungen - Polizei muss eingreifen

Am Samstag (14.11.2020) finden in mehreren deutschen Städten - darunter wie hier im Bild in Frankfurt - Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen sowie Gegenveranstaltungen statt.
DPA- Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen seit Monaten kräftig an, immer wieder werden neue Rekordzahlen vermeldet
- Die Politik versucht mit dem seit Anfang November geltenden Lockdown Light gegen den Anstieg vorzugehen
- Gegen diese Maßnahmen gab es immer wieder Proteste - am Samstag, 14.11. unter anderem in Frankfurt, Karlsruhe und Berlin
- Vergangene Woche eskalierte eine sogenannte Querdenken-Demonstration in Leipzig
In mehreren deutschen Städten sind am Samstag erneut Kritiker der staatlichen Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. Größere Demonstrationen gab es etwa in Karlsruhe und Regensburg. Bei einer „Querdenken“-Demonstration in Frankfurt am Main ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen linke Gegendemonstranten vor. Die dortige Abschlusskundgebung der „Querdenker“ lösten die Beamten nach kurzer Zeit auf, da die Hygieneauflagen nicht eingehalten wurden.
Etwa 300 Menschen hatten an der Gegendemonstration teilgenommen. Sie stellten sich auf mehrere Kreuzungen, zeigten Banner mit der Aufschrift „Die Rechten zu Boden“ sowie den Symbolen der Antifa. Zwei Mal räumte die Polizei die Kreuzungen mithilfe von Wasserwerfern. Die Beamten setzten am Samstagnachmittag vereinzelt auch Schlagstöcke ein, um den Weg für den Demonstrationszug der rund 600 „Querdenker“ im Bahnhofsviertel frei zu räumen. Hierzu erklärte die Polizei, Beamte seien angegriffen worden.
Trotz Auflösung der Kundgebung harren „Querdenker“ aus - Polizei setzt Wasserwerfer ein
Trotz der Auflösung der „Querdenken“-Kundgebung harrten Hunderte Demonstranten auf dem Platz aus, die Polizei setzte wieder den Wasserwerfer ein. Die Stadt hatte umfangreiche Auflagen verhängt. Dennoch trugen in dem „Querdenker“-Zug, der unter dem Motto „Kein Lockdown für Bembeltown“ stand, viele der Demonstranten nicht wie vorgeschrieben einen Mund-Nasen-Schutz und hielten auch nicht den vorgegebenen Abstand ein.
Corona-Demo in Frankfurt: Offenbar Verstöße gegen Maskenpflicht und Abstandsregeln
Wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht und fehlender Sicherheitsabstände hatte die Polizei am Samstag einen Demonstrationszug des Bündnisses „Querdenken 69“ wiederholt aufhalten müssen. „Der Aufzug ,Querdenker' wird immer wieder angehalten und der Versammlungsleiter dazu aufgefordert, die Hygieneauflagen zu kommunizieren“, twitterte die Polizei Frankfurt am frühen Nachmittag. Der am Hauptbahnhof gestartete Zug sei immer wieder von Gegendemonstranten blockiert worden. Zudem twitterte die Polizei, dass auch Wasserwerfer eingesetzt werden mussten.
Mehrere hundert Demonstranten nahmen laut den Veranstaltern an dem Demonstrationszug gegen die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern teil. Für die Abschlusskundgebung um 14.30 Uhr waren nach Angaben des Frankfurter Ordnungsamts rund 2.000 Teilnehmer angemeldet. Aufgrund der Veranstaltung unter dem Motto „Kein Lockdown für Bembeltown“ kam es zu massiven Verkehrsbehinderungen in der Frankfurter Innenstadt.

Die Polizei musste bei den Demonstrationen in Frankfurt immer wieder eingreifen.
Boris Roessler/DPACorona-Demo in Frankfurt: Maskenpflicht und Abstandsregeln
Die Stadt hatte umfangreiche Auflagen erlassen: Die Route wurde verkürzt, zudem galten eine strenge Maskenpflicht und strikte Abstandsregeln - sowohl zwischen den Demonstrierenden als auch zu Dritten. Die Polizei hatte angekündigt, dass bei Verstößen konsequent eingeschritten werde. Auch mehrere Gegenkundgebungen waren angemeldet.
Weitere Corona-Demos in Aurich, Regensburg und Karlsruhe
In Bayern demonstrierten in Regensburg und Aichach jeweils rund 1000 Menschen gegen diverse Corona-Maßnahmen, wie die Polizei mitteilte. In Regensburg musste die Polizei mehrere Menschen abweisen, da die von den Behörden festgelegte Obergrenze an Teilnehmern erreicht war. Es habe mehrere Anzeigen gegeben, unter anderem wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht und wegen des Verdachts falscher Atteste, sagte ein Sprecher. Zudem werde in einem Fall wegen eines Angriffs auf einen Polizeibeamten sowie in einem anderen Fall wegen Beleidigung ermittelt.
In Karlsruhe versammelten sich bis zu 1000 Menschen bei einer „Querdenken“-Demonstration. Bei der Demo gab es laut Polizei lautstarke Diskussionen. Insgesamt sei die Veranstaltung aber friedlich verlaufen. Die Teilnehmer demonstrierten ohne Maske, aber mit Abstand. Die Polizei verzeichnete auf dem Demo-Gelände selbst keine größeren Verstöße gegen den Mindestabstand von 1,50 Metern. Beim Gang dorthin und beim Einlass registrierte sie aber bis zum späten Nachmittag über 200 Verstöße. Etwa 130 Menschen kamen zudem zu einer Gegendemo zusammen.
Im ostfriesischen Aurich gingen nach ersten Schätzungen der Polizei rund 150 Teilnehmer bei einer Demo des Bündnisses „Querdenken“ auf die Straße. Dabei sei es ruhig und friedlich geblieben, sagte eine Polizeisprecherin am Samstagnachmittag. Auf dem Marktplatz der Stadt kamen zeitgleich Gegendemonstranten zusammen.
Ausschreitungen bei Corona-Demo in Leipzig
Vergangene Woche hatten in Leipzig rund 20.000 „Querdenker“ gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Es kam zu Ausschreitungen, auch gewaltbereite Rechtsextreme nahmen daran teil.
