Corona Frankreich aktuell: Zahl der Neuinfektionen erreicht Rekordwert - fast 10.000 innerhalb eines Tages

In Paris und Umgebung begann um 8 Uhr morgens die Tragepflicht eines Mundschutzes unter freiem Himmel. In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Infektionen nach Angaben der Gesundheitsbehörden «exponentiell» an.
dpaDie Corona-Krise in Frankreich erreicht einen weiteren kritischen Höhepunkt. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen explodiert regelrecht. Am Donnerstag wurden fast 10.000 neue Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Derweil werden in vielen Regionen Einschränkungen beschlossen.
Corona in Frankreich: Zahl der Neuinfektionen auf Rekordwert
In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Infizierten am Freitag weiter und hat einen neuen Rekordwert erreicht. Binnen 24 Stunden wurden am Donnerstag 9843 neue Fälle von Covid-19 verzeichnet, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Gesundheitsministerium meldete. Dies sei die höchste Zahl in Frankreich seit Beginn der Pandemie. Frankreich ist mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern eines der am stärksten von Corona betroffenen Länder in Europa - nach Spanien mit insgesamt 554.143 Infizierten (nach Informationen der Johns Hopkins-Universität von 11.09., 7:15 Uhr).
Zudem wurden weitere 19 Todesfälle als Folge der Coronavirus-Infektion gezählt, womit die offizielle Gesamtzahl der Todesopfer im Land auf 30.813 stieg. Insgesamt rund 390.000 Infektionsfälle wurden dort bislang verzeichnet. Zuletzt wurden die Tests auf das Virus deutlich ausgeweitet. Dabei wurden bei einer Million Tests innerhalb einer Woche 48.542 Ansteckungen festgestellt.
Corona-Regeln: Frankreichs Regierung berät über weitere Einschränkungen
An diesem Freitag will die Regierung über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beraten. Der wissenschaftliche Beirat forderte die Regierung zum Handeln auf. Als schärfstes Mittel zur Eindämmung des Virus gelten Ausgangsbeschränkungen, wie sie in Frankreich bereits zwischen März und Mai galten. In Unternehmen und meisten Schulen des Landes gilt bereits eine Maskenpflicht. In Paris und anderen französischen Großstädten muss der Mund-Nasen-Schutz zudem auch im Freien getragen werden.
Frankreichs Präsident Macron verstößt gegen Corona-Vorschriften
Rund um die aktuell steigenden Corona-Zahlen in Frankreich, hat dieser Vorfall für große Empörung gesorgt: Im Internet ist ein Video aufgetaucht, das zeigt, wie Frankreichs Präsident Macron während eines Besuchs einer Hochschule gegen die Corona-Vorschriften verstößt.
Ärzte befürchten überlastete Intensivstationen
Viele Ärzte befürchten, dass die Intensivstationen im Herbst - wie bereits im März - überlastet sein könnten. Derzeit sind bereits große Versammlungen verboten. In einigen Städten sind Masken auf öffentlichen Plätzen und sogar auf den Straßen vorgeschrieben. Das bisherige Maximum war Ende März mit rund 7500 neu erfassten Fällen binnen eines Tages vermeldet worden. Allerdings ist wie in vielen Ländern auch die Zahl der Tests immens gestiegen. Wie in anderen Staaten Europas stecken sich derzeit auch in Frankreich verstärkt junge Erwachsene mit Sars-CoV-2 an, nach Behördenangaben hauptsächlich bei Feiern und Urlaubsreisen.
Frankreich Risikogebiete: RKI gibt sechs Regionen als Risikogebiete aus
Als Risikogebiete gelten vor allem der Großraum Île-de-France mit der Hauptstadt Paris und die Region Côte d’Azur.
Das RKI hat sechs Regionen auf dem französischen Festland und drei Regionen im Überseegebiet zu Risikogebieten erklärt:
Île-de-France (seit 24. August)
Provence-Alpes-Côte d’Azur (seit 24. August)
Occitanie (seit 9. September)
Nouvelle-Aquitaine (seit 9. September)
Auvergne-Rhone-Alpes (seit 9. September)
Korsika (seit 9. September)
Überseegebiet: Französisch-Guyana (seit 21. August)
Überseegebiet: Guadeloupe (seit 26. August)
Überseegebiet: St. Martin (seit 26. August)
Für diese Regionen gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Die dafür maßgeblichen Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts sind übrigens nicht identisch mit den von Frankreich definierten „roten Zonen“, in denen zwar keine Reisewarnung gilt, die Gefahr für Besucher und Einheimische mit etwa 50 Neuinfektionen pro Woche auf 100.000 Einwohner jedoch fast ebenso groß ist.
Reiserückkehrer aus Frankreich: Corona-Teststelle auf Autobahn 5 fürchtet Überlastung
Die Corona-Teststelle an der Autobahn 5 bei Neuenburg (Breisgau-Hochschwarzwald) fürchtet am Wochenende eine Überlastung wegen starken Andrangs von Reiserückkehrern. Das Rote Kreuz Baden als Betreiber rechnet nach Angaben von Freitag damit, dass viele Testwillige von der Polizei am Testzentrum vorbeigeleitet werden müssten. Nur so lasse sich ein Rückstau auf der A5 vermeiden. Grund für den Anstieg sei, dass das Robert-Koch-Institut am Mittwoch weite Teile Frankreichs zu Risikogebieten erklärt hatte. Reisende aus dem gesamten Bundesgebiet kehren über die A 5 aus Frankreich nach Deutschland zurück.



