Corona und Grippe in BW
: Hohe Nachfrage nach Impfung - Zahl der Grippefälle in Baden-Württemberg niedrig

Die Zahl der Grippefälle in Baden-Württemberg ist im Vergleich zum Vorjahr aktuell sehr niedrig. Das LGA geht davon aus, dass Schutzmaßnahmen gegen das Corona auch einen Effekt auf den Verlauf der Grippesaison haben.
Von
Tobias Knaack mit DPA
Stuttgart
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Die Nachfrage nach einer Grippe-Impfung in Baden-Württemberg war im Herbst sehr hoch. Die Zahl der Grippefälle ist bisher sehr niedrig. Das könnte laut LGA auch mit den Schutzmaßnahmen gegen Corona zusammenhängen.

Maurizio Gamberini/DPA
  • Die Corona-Zahlen in Deutschland und Baden-Württemberg sind seit Monaten auf sehr hohem Niveau
  • Die Zahl der Grippefälle im Südwesten hingegen ist drastisch niedriger im Vergleich zu Vorjahreszeitraum
  • Das könnte auch mit einem hohen Wunsch nach einer Grippe-Impfung zusammenhängen
  • Allerdings erreicht die Grippewelle ihren Höhepunkt meist erst im Januar

Die Grippesaison verläuft in Baden-Württemberg bisher vergleichsweise milde. Dem Landgesundheitsamt (LGA) wurden seit Ende September 29 Nachweise übermittelt (Stand: Montag). In der Vorsaison 2019/20 es im Vergleichszeitraum Ende September bis Ende Dezember 422 Fälle gewesen, teilte eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart mit. Die Gründe dafür könnten auch mit der Corona-Pandemie zusammenhängen.

Allerdings erreicht die Grippewelle in der Regel erst im Januar oder Februar ihren Höhepunkt. So gab es den Angaben zufolge auch früher vergleichbare Meldezahlen im Zeitraum von Ende September bis Ende Dezember – etwa in der Saison 2010/2011 mit 31 Nachweisen sowie in der Saison 2011/2012 mit 8 Fällen.

Grippevirus in Baden-Württemberg: Übertragung durch Tröpfchen

Das Influenzavirus kann durch winzige Tröpfchen übertragen werden, etwa beim Niesen. Wissenschaftler unterscheiden mehrere Virustypen. Für Menschen besonders relevant sind die saisonal auftretenden Influenza A- und B-Viren. Eine echte Grippe beginnt oft plötzlich. Zu typischen Symptomen zählen Fieber, Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Glieder- und Kopfschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Schon im Herbst hatten sich mehr Menschen als im Vorjahr gegen die Influenza impfen lassen. Teils erklärten das Mediziner mit dem frühen Kälteeinbruch im Oktober, teils mit einer höheren Sensibilisierung durch Corona - unter anderem um das Gesundheitssystem nicht gleichzeitig durch Grippekranke und Corona-Infizierte zu belasten.

Grippe in BW: Schutzmaßnahmen gegen Corona haben laut LGA auch Effekt auf Influenza

Für den weiteren Verlauf der Grippesaison ist nach Einschätzung des Landesgesundheitsamts davon auszugehen, dass Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus auch einen Effekt auf die Verbreitung des Influenzavirus haben. Das habe schon ein starker Einbruch bei den Grippezahlen nach dem ersten coronabedingten Lockdown im Frühjahr gezeigt. Da Kinder für die Verbreitung der jährlichen Grippe den Angaben zufolge eine wesentliche Rolle spielen, seien insbesondere die Schulschließungen ab Mitte März zu nennen. Die Grippewelle sei so auch zwei Wochen kürzer gewesen als in den beiden Saisons davor.

Laut Gesundheitsamt wurden für die aktuelle Saison rund 25 Millionen Impfstoffdosen freigegeben. Lieferengpässe gebe es nach Informationen des bundesweit zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts nicht.

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