Corona Impfstoff
: Deutschland spendet ab sofort Astrazeneca an Entwicklungsländer

Alle noch ausstehenden Lieferungen von Astrazeneca gehen ab jetzt direkt ohne Umwege an die internationale Impfinitiative Covax.
Von
Uwe Keuerleber
Ulm
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Kaum noch einer wollte den Impfstoff von Astrazeneca - Jetzt verschenkt Deutschland mehrere Millionen Dosen an Entwicklungsländer.

Sakchai Lalit / DPA

Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Gespräch mit dem Redaktions Netzwerk Deutschland erklärt, spendet Deutschland ab sofort alle noch ausstehenden Impfstofflieferungen des britischen Herstellers Astrazeneca direkt an die internationale Impfinitiative Covax, die Entwicklungsländer mit Vakzinen versorgt. „Es ist in unserem ureigenen nationalen Interesse, die Welt zu impfen. Denn diese Pandemie ist erst wirklich vorbei, wenn das Virus weltweit unter Kontrolle ist“, sagte der Gesundheitsminister gegenüber dem RND. Deutschland engagiere sich daher bereits finanziell stark bei Covax. „Nun werden wir erstmalig auch Impfdosen aus unseren Verträgen an Covax abgeben.“

Arztpraxen blieben auf Impfstoff von Astrazeneca sitzen

Bereits im Juli hatte das Bundeskabinett beschlossen, mindestens 30 Millionen Impfdosen der Hersteller AstraZeneca und Johnson & Johnson an Drittstaaten abzugeben. Den größten Teil soll der Initiative Covax zur Verfügung gestellt werden. 20 Prozent der Dosen sollen bilateral verschenkt werden. Zuletzt waren Arztpraxen und Impfzentren auf dem Astrazenaca–Impfstoff sitzen geblieben, wegen fehlendem Vertrauen in den Impfstoff.