Corona in Brandenburg
: Das verraten die Abwasser-Analysen in vier Klärwerken

Laut Robert-Koch-Institut steigen die Corona-Zahlen momentan, auch in Brandenburg. Wo die Infektionen aktuell zunehmen und ob es Anzeichen für eine neue Pandemie-Welle gibt.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Corona-Schnelltest

Laut dem Robert-Koch-Institut steigen aktuell die Corona-Erkrankungen an, auch in Brandenburg. Besonders die „Frankenstein“-Variante XFG ist auf dem Vormarsch.

Robert Michael/dpa

Der Herbst zieht ein in Brandenburg und mit ihm auch die Zahl derer, die niesen, husten und fiebern. Nicht immer handelt es sich dabei um Corona, auch andere akute Atemwegserkrankungen wie Grippe, RSV und natürlich Rhinoviren sind im Umlauf. Allerdings steigen die Covid-Zahlen derzeit deutlich. Wo in Brandenburg die meiste Viruslast festgestellt wird und wie das Robert-Koch-Institut die aktuelle Situation einschätzt.

RKI: Corona-Zahlen steigen wieder

Das Gefühl, dass im Moment wieder viele Menschen um einen herum „flachliegen“, lässt sich auch durch Zahlen belegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) stellt in seinem wöchentlichen Bericht zur Anzahl der sogenannten „akut respiratorischen Erkrankungen“ (Atemwegserkrankungen) eine steigende Belastung durch SARS-Cov-2-Viren fest.

Im Umlauf ist momentan der neueste Omikron-Ableger „XFG“ oder „Stratus“. Manche Experten haben aber schon einen anderen Spitznamen für die Covid-Variante: Frankenstein. Der Name soll darauf Bezug nehmen, dass die Virusmutation sich aus verschiedenen Omikron-Mutationen zusammengesetzt hat und damit eine Art „Flickwerk“ ist. Ganz so, wie das Monster aus Mary Shelleys berühmten Roman.

Abwasser-Analyse: In diesen Klärwerken zunehmende Viruslast

Festgestellt wird die Zunahme aller, durch Viren verursachten Atemwegserkrankungen, durch die Auswertung von eingeschickten Labortests, vor allem aber durch die Analyse von Abwasserproben. In diesen Proben steigt die Belastung seit Mitte September deutlich an, wie die Zahlen des Abwassermonitoring in Brandenburg belegen.

Die Proben werden regelmäßig in Kläranlagen in Brandenburg-Briest, Frankfurt (Oder), Cottbus und Potsdam-Nord entnommen. In allen vier Messstellen steigt die Viruslast seit dem 20. September wieder deutlich. Spitzenreiter ist dabei Cottbus. Hier hat Ende September die Virenlast um 264 Prozent im Vergleich zur Vorwoche zugenommen. Zuletzt hatten die Abwasserwerte Ende Juli ausgeschlagen, da allerdings noch deutlich stärker als momentan.

Gibt es im Winter eine neue Corona-Welle?

Im Moment sieht es nicht danach aus. Zwar hat die Häufigkeit von Atemwegserkrankungen insgesamt in der vergangenen Woche weiter zugenommen, die Fälle, in denen erkrankte Menschen aber tatsächlich eine Arztpraxis besuchen mussten, ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts aber noch vergleichsweise niedrig.

Dies sei eine für diese Jahreszeit übliche Beobachtung, heißt es im Wochenbericht des RKI, zumal der Anstieg der Corona-Infekte wohl auch deutlich geringer ausfällt, als im Vorjahr um diese Zeit. Auch die Zahl schwer verlaufender Atemwegserkrankungen sei momentan niedrig, schreibt das RKI.

Wirken die Covid-Impfstoffe gegen die neuen Corona-Varianten?

Das RKI sagt, ja. Denn, je nachdem, welche Varianten und Subtypen zirkulieren, wird auch die Zusammensetzung des Impfstoffes angepasst. Die aktuell vorhandenen Impfstoffe sollen darum auch bei der aktuellen Mutation vor schweren Verläufen schützen.

Schlagen Corona-Tests bei Stratus an?

Experten zufolge schlagen auch Corona-Tests bei der neuen Variante an. Die Tests untersuchen meist einen Bereich des Virus, der sich nicht sehr stark verändert, das sogenannte Nukleokapsid-Protein. Solange die Tests aus dem letzten Jahr also noch haltbar sind, können sie zum Nachweis verwendet werden

Welche Corona-Symptome sind im Herbst 2025 vorherrschend?

Die vorherrschenden Symptome, auch bei der neuen Corona-Variante, sind: Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Fieber. Das Auftreten von Fieber sie bei Erwachsenen ein möglicher Hinweis auf Corona. Seltener kann es zu Kurzatmigkeit bis hin zu Atemnot, gastrointestinale Beschwerden (Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit), Hautausschlag, Bindehautentzündung und Schläfrigkeit kommen.

Bei der Corona-Variante Nimbus, die in der letzten Saison vorherrschte, hatten Berichten zufolge viele Betroffene über „rasierklingenartige Halsschmerzen“ geklagt. Ob auch Stratus dieses Symptom verursacht, ist bislang nicht belegt.

Sehr selten kommt es dahingegen bei den aktuellen Viren zu Geruchs- und/oder Geschmacksverlust. Dieses Symptom war zu Beginn der Pandemie recht typisch, wird aber seit der Verbreitung der Omikron-Variante, zu der auch Stratus gehört, nicht mehr häufig beobachtet.

Quellen:
ARE-Wochenbericht des RKI der Kalenderwoche 40/2025
SARS-CoV-2 Abwassermonitoring Brandenburg