Corona Bayern Lockdown
: Baumarkt, Gärtnerei, Blumenladen – Lockerung im Handel ab dem 1. März

Kurz vor dem nächsten Corona-Gipfel am Mittwoch, 03.03.2021, gibt es in Bayern vorsichtige Lockerungen. Gleichzeitig warnt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor einer dritten Corona-Welle.
Von
Alexander Kern
Ulm
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In Bayern gibt es am 1. März Öffnungsschritte. Unter anderem dürfen Blumenläden und Gärtnereien wieder aufmachen.

Sebastian Gollnow/dpa

Der harte Lockdown in Bayern wird kurz vor dem nächsten Corona-Gipfel aufgeweicht – allerdings sehr langsam. Neben den Friseuren dürfen ab kommendem Montag, 01.03.2021, weitere Dienstleister und Geschäfte öffnen. Das gelte für körpernahe Dienstleistungen wie Fußpflege, Maniküre und Gesichtspflege, sagte Staatskanzlei-Minister Florian Herrmann (CSU) nach einer Sitzung des Kabinetts.

Unter Einhaltung strenger Hygienekonzepte dürfen zudem auch folgende Geschäfte wieder aufsperren:

  • Gartenmärkte,
  • Blumenläden,
  • Gärtnereien,
  • Baumschulen
  • und Baumärkte.

Drittens sei in Regionen, in denen die 7-Tage-Inzidenz unter 100 liege, der Einzelunterricht an Musikschulen wieder erlaubt.

Zudem stellte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Lockerung der Kontaktregeln, Öffnungen im Handel und mehr Präsenz- und Wechselunterricht auch an weiterführenden Schulen in Aussicht – dies allerdings nur in Regionen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen stabil unter 35 liegt. „Wir wollen schützen und atmen zugleich“, sagte der CSU-Vorsitzende.

Corona-Mutationen in Bayern: Söder warnt vor dritter Welle

Söder präzisierte damit seine vorsichtigen Öffnungspläne, die er vergangene Woche erstmals skizziert hatte. Andererseits warnte der CSU-Chef eindringlich vor einer dritten Corona-Welle, insbesondere wegen der raschen Ausbreitung der britischen Virusmutation. Deren Anteil in Bayern stieg laut Söder von 5 Prozent zu Jahresbeginn auf jetzt 28 Prozent - vor einer Woche waren es noch 20 Prozent. „Keiner kann vorhersagen, wie das in zwei, drei Wochen ist“, warnte er.

Man sei nun in einer sensiblen und schwierigen Phase der Pandemie: Einerseits gebe es den starken Wunsch nach Öffnungen, andererseits steige die Unsicherheit über die Entwicklung der Mutation. „Es stagniert, und in einigen Bundesländern steigt die Inzidenz wieder an“, sagte Söder. Es werde deshalb noch eine große Herausforderung werden, die Wünsche der Menschen nach Sicherheit auf der einen Seite, aber auch nach Erleichterungen in die richtige Balance bringen.

Aiwanger: Läden sollen auch bei höheren Corona-Zahlen öffnen

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat zeitglich Öffnungen im Handel auch in Regionen mit höheren Corona-Zahlen gefordert. Insbesondere die Grenz-Landkreise seien besonderen Belastungen ausgesetzt, sagte Aiwanger am Mittwoch in einer Regierungs-Fragestunde im Landtag in München. Wenn man sich hoffentlich in den nächsten Wochen in Berlin und dann auch in Bayern zu einer Öffnung des Handels durchringe, müsse man auch in Gebieten mit höheren Inzidenzen Möglichkeiten eröffnen - und wenn es am Ende über Schnelltests gehe, wenn auch nicht für jeden Kunden. Aiwanger forderte: „Wir brauchen auch für diese Regionen Perspektive.“

Aiwanger setzt sich damit erneut in einem Punkt von Ministerpräsident Söder ab. Dieser hatte zuletzt regionale Öffnungen unter anderem im Handel lediglich für Regionen mit stabil niedrigen Corona-Zahlen in Aussicht gestellt. In Gebieten mit höheren Zahlen seien allenfalls „Click and Meet“-Angebote möglich, also mit vorab vereinbarten Terminen.

Ulm und Neu-Ulm: Oberhäupter der Grenzstädte für einheitlichen Weg

Unterdessen regt sich in den Grenzstädten Ulm und Neu-Ulm Widerstand gegen die Öffnung von Baumärkten in Bayern. Der Oberbürgermeister von Ulm, Gunter Czisch (CDU), hat sich gemeinsam mit seiner Neu-Ulmer Amtskollegin, Katrin Albsteiger (CSU), für ein einheitliches Vorgehen ausgesprochen. Eine Öffnung „in kleinen Häppchen alle paar Tage“ ergebe keinen Sinn, teilte Czisch mit. „Das versteht am Ende keiner mehr. Und dann gehen die Leute von der Fahne“, so der CDU-Politiker.

Aus Sicht Czischs sollte der gesamte Einzelhandel wieder öffnen dürfen, solange er sich an strengste Hygienekonzepte halte und es eine Teststrategie für die Beschäftigten gebe.