Corona Lockdown Deutschland: Diese Regeln und Maßnahmen gelten aktuell in den Bundesländern

Die Maßnahmen gegen Corna werden härter - bis hin zum echten Lockdown inklusive der Schließung von Geschäften.
Rolf Vennenbernd/dpaDie Zahl der Corona–Todesfälle in Deutschland steigt und hat am Mittwoch erneut einen Rekordwert erreicht.
Der Virologe Christian Drosten empfiehlt einen Lockdown an Weihnachten und Silvester — und er rät, dass entfernte Familien einander nicht besuchen sollten.
Auch Gesundheitsminister Spahn rät zum Verzicht auf Reisen an Weihnachten.
In mehreren Bundesländern wird erwogen, die Lockerungen an Weihnachten und Silvester zurückzunehmen.
Damit zeichnet sich ab: Deutschland bewegt sich weiter auf einen erneuten Lockdown zu, der so hart werden könnte wie der im Frühjahr. Also mit Ladenschließungen, Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen. Da die Zahlen der Corona–Neuinfektionen nicht zurückgehen, beschließen immer mehr Bundesländer, den harten Weg zu gehen. Das öffentliche Leben wird für eine bestimmte Zeit komplett heruntergefahren. Außerdem wird es wohl einen weiteren Corona–Gipfel noch vor Weihnachten geben. Immer mehr Bundesländer schwenken auf diesen Kurs ein.
Lockdown und Kontaktbeschränkung — Diese Regeln gelten in den Bundesländern
Hier der Überblick über den aktuellen Stand.
Baden–Württemberg
Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellt nun das Mittel in Aussicht, dass die Regierung eigentlich unbedingt vermeiden wollte: das komplette Stilllegen des öffentlichen Lebens. Laut Aussage Kretschmanns seit „die Lage in Baden–Württemberg höchst gefährlich“. Geplant ist ein Lockdown für die Zeit nach den Weihnachtstagen.
Bayern
Bayern will die Maßnahmen gegen die Corona–Pandemie drastisch verschärfen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) unterstützt den von der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina geforderten „harten Lockdown“ mit Geschäftsschließungen ab Weihnachten.
Hessen
Wie sieht es an Weihnachten und Silvester 2020 in Hessen aus? Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte die Menschen in Regionen mit hohen Infektionszahlen bereits am Montag auf mögliche nächtliche „Ausgangssperren„ vorbereitet: Er halte es für richtig, dass dort auch eine „Ausgangssperre“ verhängt werde, sagte er. Die weiteren Maßnahmen wurden am Dienstag verkündet.
Mecklenburg–Vorpommern
Mecklenburg–Vorpommern verbietet ab sofort den Ausschank von alkoholischen Getränken wie etwa Glühwein in der Öffentlichkeit. Außerdem sollen die Landkreise Bereiche festlegen, an denen eine Mund–Nasen–Schutz–Pflicht bestehen, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag vor Journalisten in Schwerin sagte. Zu den neuen Regeln gehört auch, dass Bewohner von Alten– und Pflegeheimen nur noch von einem Menschen pro Tag besucht werden dürfen. Über weitere Regel–Verschärfungen soll in den nächsten Tagen beraten werden.
Rheinland–Pfalz
Die Landesregierung in Mainz will — anders als bisher geplant — keine Lockerungen der Corona–Regeln für Treffen zum Jahresende genehmigen. Das sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Dienstag. Für die Weihnachtszeit, vom 23.12.2020 bis 27.12.2020, könnten Treffen von zehn Menschen aus drei Haushalten ermöglicht werden — „Kernfamilie und engste Freunde“.
Sachsen
Sachsen ist das Bundesland mit der höchsten Inzidenz. Die Fallzahlen dort steigen rasant. „Wir müssen dieses Land zur Ruhe bringen, das bedeutet weniger Bewegungen“, sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Als erstes Bundesland kehrt Sachsen zu einem harten Lockdown zur Bekämpfung der Corona–Pandemie zurück. Der Freistaat plant weitere Verschärfungen der Corona–Maßnahmen. Schulen, Kitas und viele Geschäfte sollen ab Montag schließen.
Thüringen
Wie kaum ein anderes Bundesland in Deutschland kämpft Thüringen in der Corona–Pandemie mit hohen Zahlen. Bereits am Montag hatte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) angedeutet, dass die geplanten Lockerungen zu Weihnachten und Silvester ausgesetzt werden könnten. Das Land wolle die Corona–Kontaktbeschränkungen an den Weihnachtsfeiertagen hohen Infektionszahlen nicht lockern, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag in Erfurt. Eine neue Verordnung werde voraussichtlich am 19. Dezember in Kraft treten.
Nordrhein–Westfalen
NRW–Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat bundesweit möglichst einheitliche Regelungen im Kampf gegen die Corona–Pandemie gefordert. Es müssten gemeinsam Lösungen gefunden werden, weil jede Entscheidung eines Bundeslands Auswirkungen auf Nachbarländer habe, sagte er am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin“. Laschet zeigte sich offen für einen harten Lockdown nach Weihnachten. Dann sollte alles heruntergefahren werden.
Kommt der bundesweite Lockdown?
Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), sagte im ARD-„Morgenmagazin“, er könne sich weitere Einschränkungen „sehr gut vorstellen“. Für gut denkbar seien diese etwa im Einzelhandel nach den Weihnachtseinkäufen. Auch in den Schulen seien nach den Weihnachtsferien weitere Restriktionen möglich, etwa in Form von mehr digitalem Unterricht.
Der SPD–Politiker und Epidemiologe Karl Lauterbach forderte im Radioprogramm SWR Aktuell, noch in dieser Woche über einen Total–Lockdown zu entscheiden. „Wir haben sonst keine Perspektive, die Sterbezahlen zu reduzieren.“
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits am Montagabend dem Fernsehsender Phoenix gesagt, kurze und umfassende Beschränkungen seien wahrscheinlich der erfolgreichere Ansatz: „Wenn wir nicht hinkommen mit der Entwicklung der nächsten ein, zwei Wochen bis Weihnachten, dann müssen wir das diskutieren.“
