Corona Mutation: Einreisesperre für Reisende aus Corona-Mutationsgebieten

Wer aus einem Verbreitungsgebiet, mit besonders gefährlicher Varianten des Coronavirus kommt, für den gilt wohl bald eine Einreisesperre.
Boris Roessler / DPA- Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich darauf verständigt, den Reiseverkehr in Europa weitgehend auszubremsen
- Andere Länder haben ihre Regeln bereits verschärft
- Für Verbreitungsgebiete besonders gefährlicher Varianten des Coronavirus soll eine weitgehende Einreisesperre gelten:
Das Kabinett beschloss ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar, das aber zahlreiche Ausnahmen unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr vorsieht, wie das Bundesinnenministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage bestätigte. Betroffen sind zunächst Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien, ab Sonntag auch die kleinen afrikanischen Staaten Lesotho und Estwani. Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte die neuen Einreiseregeln bereits am Donnerstag angekündigt. Diese Länder sind von der Bundesregierung bereits als sogenannte Virusvarianten-Gebiete eingestuft worden.
Keine Personen mehr nach Deutschland befördern
Demnach sollen Fluggesellschaften sowie Bahn-, Bus- oder Schiffsunternehmen ab Samstag aus den genannten Gebieten keine Personen mehr nach Deutschland befördern dürfen. Ausnahmen werden nicht nur für den Frachtverkehr und die in Deutschland lebenden Menschen, sondern auch für die Beförderung von medizinischem Personal, Ambulanzflüge, den Transport von Transplantationsorganen und Beförderungen aus dringenden humanitären Gründen gemacht. Auch Transitpassagiere sollen ausgenommen werden, genauso wie Crews von Luftfahrzeugen und Schiffen. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte der dpa, dass das Innenministerium gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium „einen Verordnungsentwurf erarbeitet und im Ressortkreis vorabgestimmt“ habe. Dieser Entwurf werde derzeit zur weiteren formellen Beschlussfassung vom Gesundheitsministerium, das hier federführend sei, finalisiert.
Kein Anlass für Lockerungen
Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sieht trotz sinkender Inzidenzen noch keinen Anlass für Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Ausbrüche gemeldet“, sagte Wieler.
Die Eigenschaften der Corona-Mutanten seien noch nicht vollständig bekannt.
Unklar ist, ob sich bereits zuvor infizierte Menschen oder Geimpfte durch die neuen Varianten anstecken können.
Bisher wurden die Virus-Mutanten laut Bundesgesundheitsministerium 150 Mal in Deutschland nachgewiesen.
Angesichts der gesunkenen Sieben-Tage-Inzidenz sagte Wieler: „Wir sind auf einem guten Weg und müssen diesen Weg weiter konsequent bestreiten.
Die Sieben-Tage-Inzidenz sank Wieler zufolge aber nur in den vier besonders hart betroffenen Bundesländern Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
Das Ziel: Sieben-Tage-Inzidenz von zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken.