Corona UK
: Neuinfektionen in Großbritannien: Verschärfte Kontaktbeschränkungen in Schottland

Großbritannien ist nach Spanien das Land mit den meisten Corona-Infektionen in Europa. Wegen der steigenden Neuinfektionen gibt es in teilen des Landes neue Regeln. Was Urlauber wissen müssen.
Von
Esther Lehnardt mit dpa
London
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Schottland führt angesichts der Neuinfektionen neue Kontaktbeschränkungen ein

Pixabay

In Teilen Schottlands sind wegen zunehmender Corona-Infektionen die Kontaktbeschränkungen verschärft worden. Großbritannien ist nach Spanien das Land mit den meisten Corona-Infektionen in Europa. Wie ist die Lage im Vereinigten Königreich?

Corona in Schottland: Glasgow führt Kontaktbeschränkungen ein

Betroffen davon sind der Großraum Glasgow und westliche Regionen des britischen Landesteils. Seit Mittwoch dürfen sich die Bewohner dort nicht mit Mitgliedern anderer Haushalte zu Hause treffen.

„Die Übertragungen scheinen mehr in Wohnungen und zwischen Haushalten zu passieren als in Pubs und Restaurants“, begründete die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon die Maßnahme. Betroffen von dem Kontaktverbot zwischen Haushalten sind insgesamt 800.000 Menschen. Schulen und Kindergärten sollen geöffnet bleiben.

Corona-Regeln in Großbritannien: Landesteile entscheiden selbst über Maßnahmen

In Großbritannien entscheidet jeder Landesteil selbst über seine Maßnahmen gegen die Pandemie. Premierminister Boris Johnson hatte kürzlich die Menschen in England dazu aufgerufen, wieder an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren. In vielen Regionen folgen die Menschen dem aber nicht. Auch im Regierungsviertel in London sind etliche Büros nicht besetzt. Großbritannien ist mit Blick auf die Todesfälle europaweit das am schlimmsten von der Corona-Krise betroffene Land .

Urlaub in Großbritannien: Diese Regeln gelten bei Einreise, Durchreise und Aufenthalt

In Großbritannien gilt eine Quarantänepflicht bei Einreise aus bestimmten Ländern. Reisende aus Deutschland können seit dem 10. Juli nach Angaben des Auswärtigen Amtes jedoch einreisen, ohne sich in Quarantäne begeben zu müssen. Urlauber müssen sich vor der Einreise online anmelden. Die Anmeldung gilt frühestens 48 Stunden vor Einreise.

Eine Durchreise durch das Vereinigte Königreich und Nordirland sowie die Weiterreise von Nordirland nach Irland ist möglich. Auch Transitreisende müssen sich vorab elektronisch anmelden, auch wenn sie sich nur im Transitbereich eines Flughafens aufhalten. regional gelten unterschiedliche Kontaktbeschränkungen. Diese unterscheiden sich zwischen England, Wales, Schottland und Nordirland.

Corona-Zahlen: Infizierte, Tote und Neuinfektionen - So ist die Lage in Großbritannien

Großbritannien ist nach Spanien das Land mit den meisten Infektionen in Europa. So ist die Lage nach Angaben des Dashboards der Johns-Hopkins-Universität in den USA im Vereinigten Königreich (Stand 02.09., 11:04 Uhr):

Zahl der Infizierten: 339.415

Zahl der Neuinfektionen: 1332

Zahl der Toten: 41.592

Dabei sind die unterschiedlichen Landesteile England, Schottland, Wales und Nordirland unterschiedlich betroffen. So sehen die Zahlen für Schottland nach Angaben der der schottischen Behörden aus:

Zahl der Infizierten: 20.632

Zahl der Neuinfektionen: 154

Zahl der Toten: 2.494

Die Zahl der Infektionen war in den vergangenen beiden Wochen angestiegen.

Fast 200 Passagiere nach Urlaubsflug von Griechenland nach Wales in Quarantäne

Nach einem Flug von einer griechischen Insel nach Großbritannien sind alle etwa 200 Passagiere und Crew-Mitglieder in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt worden. 16 Gäste des Ferienfliegers seien bereits positiv getestet worden, berichtete der Sender BBC am Montag. Sieben davon seien britischen Gesundheitsexperten zufolge höchstwahrscheinlich an Bord schon ansteckend gewesen.

Auf dem Flug von der Insel Zakynthos nach Cardiff (Wales) am 25. August sollen etliche Passagiere die Corona-Schutzmaßnahmen ignoriert haben. Viele hätten nicht wie vorgeschrieben Masken getragen; die Besatzung sei kaum eingeschritten, hieß es.

Corona-Pandemie: Großbritannien bittet Party-Organisatoren zur Kasse

Wegen unerlaubter Partys während der Corona-Pandemie hat die Polizei in Großbritannien am Wochenende und Montag mehrere Strafen im fünfstelligen Bereich gegen die Organisatoren verhängt. Betroffen waren vor allem Feiern in Wales und in der ostenglischen Grafschaft Norfolk, wie die Polizeibehörden am Sonntag berichteten.

Im südwalisischen Ort Banwen baten die Beamten demnach mehrere Organisatoren einer Party mit rund 3000 Teilnehmern zur Kasse. Bis Montagnachmittag gelang es der Polizei jedoch nicht, das ganze Fest aufzulösen - mindestens 400 feierten trotz massiver Polizeipräsenz weiter. Ihnen wurden Festnahmen angedroht, sollten sie bis Einbruch der Dunkelheit nicht verschwunden sein. „Die Versammelten wissen, dass ihr Handeln unverantwortlich ist“, so die Polizei auf Facebook.

Corona-Verstöße: Bruder des britischen Ex-Labourchefs festgenommen

Piers Corbyn, Bruder des britischen Ex-Labourchefs Jeremy Corbyn, ist wegen Verstößen gegen Corona-Maßnahmen vorübergehend festgenommen worden. Zudem muss er 10.000 Pfund (etwa 11.200 Euro) Strafe zahlen, wie der Astrophysiker am Montag der Nachrichtenagentur PA bestätigte. Er werde die Strafe aber nicht zahlen, sagte der inzwischen wieder freigelassene 73-Jährige.

Der Forscher ist in Großbritannien als Verschwörungstheoretiker bekannt: Er geht davon aus, dass das superschnelle 5G-Mobilfunknetz für die Pandemie verantwortlich ist. Er hält es außerdem für Unsinn, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich sein soll.

Piers Corbyn ist wegen Verstößen gegen Corona-Maßnahmen vorübergehend festgenommen worden.

Jonathan Brady/PA Wire/dpa

Piers Corbyn hatte am Samstag eine Demonstration am Trafalgar Square in London gegen Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise organisiert. Im Kurznachrichtendienst Twitter bezeichnete er den Protest als „epischen Erfolg“ und sprach von 35.000 Teilnehmern.

Britische Medien gingen nur von einigen Hundert Demonstranten aus, die auf Plakaten gegen Maskenpflicht und Impfungen protestierten. Treffen von mehr als 30 Personen im Freien seien wegen der Corona-Krise untersagt, begründete die Polizei die Festnahme.