Corona Österreich
: Mit dreisten Tricks umgehen Ski-Touristen das Einreiseverbot

Immer mehr junge Menschen kommen als angebliche Arbeitskräfte nach St. Anton um sich dort auf Skipisten zu vergnügen. Auch Aprés-Ski-Parties werden gefeiert.
Von
Uwe Keuerleber mit lby
St. Anton
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Ski-Touristen umgehen die Coronabestimmungen in Österreich

Herbert Pfarrhofer/DPA
  • Einreisebeschränkungen machen Tourismus in Österreich fast unmöglich
  • In Österreich gibt es mehr als 400.000 Infizierte. Über 7000 Menschen sind bereits am oder mit dem Virus gestorben
  • Mit dreisten Tricks haben sich dutzende Skifahrer aus Deutschland, Großbritannien und Skandinavien haben trotzdem im bekannten Wintersportort St. Anton am Arlberg einquartiert.
  • Die österreichische Polizei verstärkt ihre Kontrollen
  • Hoteliers aus dem Zillertal machen über Weihnachten und Silvester Golfurlaub in Südafrika

Der international bekannte Wintersportort St. Anton am Arlberg hat die Anreise meist junger Menschen als angebliche Arbeitskräfte kritisiert. „Die kommen unter dem Deckmantel der Arbeitssuche„, sagte Bürgermeister Helmut Mall am Dienstag, 27.1.2021, auch mit dem Blick auf Vermieter, die ihr Quartier zur Verfügung stellten. Insgesamt geht Mall von mehr als 100 Angereisten aus, die nicht wirklich auf Jobsuche sind.

Dutzende junge Skandinavier und Briten haben sich zum Skifahren und Partyfeiern in Hotels in St. Anton einquartiert.

Wolfgang Spitzbart / DPA

Hoffen auf Ende des Lockdowns

Viele von denen, die trotz der verpflichtenden Corona-Quarantäne aus Deutschland, Dänemark, Schweden und anderen europäischen Ländern anreisten, seien später auf den Skipisten anzutreffen und anschließend Aprés-Ski-Parties feiern. Dort bildeten sie teils größere Gruppen. „Das wollen wir nicht“, so der Bürgermeister. Die 2500 Einwohner des vom Tourismus abhängigen Orts hätten große Sorge, falls sich das Coronavirus in der Gemeinde ausbreiten sollte. „Wir wollen einen touristischen Schaden abwenden“, sagte Mall. Der Ort hoffe wie andere auf ein Ende des Lockdowns. Die aktuellen Einreisebeschränkungen machen Tourismus praktisch unmöglich. Zusammen mit der Polizei werde nun verstärkt kontrolliert, hieß es.

Zum Golfen nach Südafrika

Anscheinend haben lokale Hoteliers, den Lockdown über Weihnachten und Silvester genutzt, um in Südafrika Golfurlaub zu machen. Laut bislang unbestätigten Berichten sollen einige von ihnen nach diesem Golfurlaub positiv auf Corona getestet worden sein. Es wird nun offenbar befürchtet, dass die südafrikanische Mutante auf diese Urlaubsrückkehrer zurückzuführen sein könnte.

Elmar Rizzoli, Leiter des Corona-Einsatzstabs, bestätigte der APA diesen Verdacht. Näheres könne er dazu aber noch nicht sagen. Die Behörden würden den Hinweisen derzeit nachgehen. Es sei „Gegenstand von Erhebungen“, so Rizzoli. Laut Berichten dürften die Tiroler nach ihrer Rückkehr offenbar die Quarantäne nicht eingehalten und so die Infektionskette ausgelöst haben, heißt es dazu in der APA.

Corona-Zahlen Österreich: Aktuelle Fallzahlen

Während Touristen in Österreich Urlaub machen, sinken die Zahlen dort nur sehr langsam. Es gilt ein strenger Lockdown. Aufgrund von technischen Schwierigkeiten gab es am Donnerstag Verzögerungen bei der Meldung der Zahlen. Die aktuellen Zahlen des österreichischen Gesundheitsministeriums (Stand 26.1.):

Zahl der Infizierten: 400.581

Zahl der Toten: 7515

Zahl der Genesenen: 384.926

Covid-19-Patienten im Krankenhaus: 1886

Covid-19-Patienten auf Intensivstation: 320

7-Tage-Inzidenz: 114,1 (Stand 27.1.)

Corona-Cluster bei Salzburger Skikurs: 76 Teilnehmer positiv getestet

Die Zahl der an Corona infizierten Skilehrer nach einer Schulung in Salzburg ist stark angestiegen. Mittlerweile wurden laut Land Salzburg 76 Teilnehmer, Ausbilder und weiteres Personal positiv auf das Virus getestet. Insgesamt absolvierten 152 angehende Skilehrer aus

Großbritannien

Dänemark

Deutschland

Österreich

und den Niederlanden

Alle sind in Quarantäne. Da es sich bei den Kursen der Wintersportler um eine Berufsausbildung handelt, durften diese in Österreich bislang auch im harten Lockdown stattfinden.

Corona-Mutation im Raum München nachgewiesen

Im Raum München breiten sich Corona-Mutationen aus England und Südafrika rasant aus. Auch im Kreis Neu-Ulm ist offenbar zudem eine Mutation aus Dänemark entdeckt worden.