Corona-Parallele zwischen Deutschland in Polen. Wie bei uns klettern auch in Polen die Corona-Zahlen auf neue Rekordwerte. Für Deutschland meldete das Robert-Koch-Institut am Samstag eine neue Höchstmarke. Auch jenseits von Oder und Neiße klettern Zahlen und Kurven: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat am zweiten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 40.876 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium am Samstag, 22.01.2022, mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Im selben Zeitraum starben 193 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

Aktuelle Corona-Regeln in Polen

Laut Auswärtigem Amt in Berlin hat Deutschland Polen seit 5. Dezember als Hochrisikogebiet eingestuft. So gelten beispielsweise unter bestimmten Voraussetzungen bei der Einreise Qurantänevorshriften. Der kleine Grenzverkehr etwa in Brandenburg und Sachsen nach Polen ist aber weiterhin möglich. In Polen gelten derzeit zahlreiche Corona-Regeln.

In Polen sind grundsätzlich geöffnet:

  • Schulen (mit Präsenzunterricht) und Kinderbetreuungsstätten
  • der Einzelhandel, Einkaufzentren, Möbel- und Baumärkte,
  • Friseure, Schönheits- und Kosmetiksalons, Museen und Kunstgalerien, Kinos, Theater-, Konzert- und Opernhäuser- sowie anderen Kultureinrichtungen
  • Fitness-Studios, Schwimm- und Spaßbäder
  • Hotels mit reduzierter Belegungsbegrenzung, Außen- und Innenbereiche von Restaurants, Messen, Ausstellungen
  • Religiöse Versammlungsstätten mit einer Höchstgrenze von Anwesenden pro Quadratmeter

Grundsätzlich erlaubt sind auch:

  • Kongresse, Konferenzen, Open-Air Veranstaltungen
  • Sportliche Aktivitäten
  • Treffen zu Hause mit einer maximalen Teilnehmerzahl unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsbestimmungen (Geimpfte werden bei der Berechnung der Obergrenzen nicht berücksichtigt)
  • Im ÖPNV gilt Maskenpflicht.
  • Die Einhaltung der Vorschriften wird von der Polizei verstärkt kontrolliert, bei Verstößen drohen Geldstrafen.

Streit um Corona-Politik in Polen

In der vergangenen Woche war es im Streit um die Corona-Politik zu einem Eklat im medizinischen Beratergremium von Polens Regierung gekommen. Aus Protest gegen den zunehmenden Einfluss von Impfgegnern hatten 13 von 17 Mitgliedern den Medizinischen Rat verlassen. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki kündigte am Freitag an, der Rat soll nun umgebildet werden. Künftig sollen ihm nicht nur Mediziner angehören.
Die Opposition wirft der nationalkonservativen PiS-Regierung schon länger vor, angesichts einer vergleichsweise geringen Impfquote drastische Maßnahmen zu vermeiden, um Impfgegner in den eigenen Reihen nicht zu verprellen. So fehlt beispielsweise weiterhin eine rechtliche Grundlage dafür, dass Betreiber von Restaurants, Hotels und Geschäften den Impfstatus ihrer Kunden abfragen können. Regelungen wie 2G (also Zugang nur für Geimpfte und Genesene) oder 3G (also auch für Getestete) sind in Polen unbekannt.