Corona Urlaub Island
: Risikogebiete und Quarantäne für Urlauber - So ist die Lage in Island

Island zieht jedes Jahr zahlreiche Urlauber in seinen Bann. Angesichts der Corona-Pandemie ist eine Reise dorthin schwieriger geworden. Was Urlauber wissen müssen.
Von
Esther Lehnardt
Reykjavik
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Island ist berühmt für seine Vulkane - Reisende, die die Schönheit der Insel genießen wollen, müssen jedoch zur Zeit in Quarantäne.

JimboChan/Pixabay

Island mit seinen heißen Quellen und Vulkanlandschaften zieht jedes Jahr zahlreiche Urlauber in seinen Bann. Doch auch auf der abgeschiedenen Insel steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder an. Was Urlauber wissen müssen.

Island erklärt alle Länder zu Risikogebieten: So ist die Lage auf der Insel

Angesichts der international wie auch auf Island wieder steigenden Zahlen gilt die Regel: Jeder Reisende muss sich mittlerweile bei Ankunft auf Corona testen lassen, ein zweiter Test steht dann fünf bis sechs Tage später an. In der Zwischenzeit muss man sich in Quarantäne begeben. Wer dieses Prozedere nicht mitmachen will, der muss sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. Das Auswärtige Amt rät derzeit wegen der Regelungen von touristischen Reisen nach Island ab.

Infizierte, Tote, Genesene: So sehen die Corona-Zahlen für Island aus

Die Regierung in Island gibt auf ihrer Internetseite aktuelle Zahlen zur Lage in dem Land an. Aktuell ist die Lage auf der Insel im Verhältnis zu anderen Länder entspannt. So sehen die Zahlen im Detail aus (Stand 31.08., 9:40 Uhr)

Zahl der Infizierten: 2105

Zahl der Toten: 10 (in Europa hat nur Liechtenstein mit einer verstorbenen Person ähnlich niedrige Werte)

Zahl der Genesenen: 1990

14-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner: 28,3

Menschen in Isolation: 111

Menschen in Quarantäne: 986

Die Regionen Islands sind unterschiedlich stark vom Virus betroffen. So finden sich besonders in der Gegend um die Hauptstadt besonders viele Patienten.

Die Neuinfektionen sind in Island ungleich verteilt - besonders betroffen ist die Region um die Hauptstadt.

Screenshot covid.is

Einreise und Durchreise: Diese Regeln gelten bei Urlaub in Island

Mit Wirkung vom 19. August 2020 hat Island nach Angaben des Auswärtigen Amtes alle Länder als Hochrisikogebiete eingestuft.

Reisende müssen vor der Abreise nach Island ein Registrierungsformular ausfüllen, das u.a. Kontaktdaten, Flug- und Aufenthaltsdaten sowie Informationen zum Gesundheitszustand und zu Voraufenthalten abfragt. Aktuelle Informationen zu den Einreisebestimmungen und den Quarantäneregeln bietet die isländische Gesundheitsbehörde und der isländische Zivilschutz.Transitreisen über Island sind möglich und unterliegen keinen Quarantänebestimmungen. Für Weiterreisen nach Nordamerika gelten die Reise- und Sicherheitshinweise für die USA bzw. Kanada.

Urlaub in Island: Daten und Fakten zur Vulkaninsel

Durchschnittsalter: 35,6 Jahre (Deutschland 45 Jahre)

Schafe und Pferde: 77.000 Pferde, 470.000 Schafe (1,5 Schafe pro Einwohner)

Erdbeben: 45 Erdbeben pro Tag (die meisten sehr schwach)

Einwohnerzahl: 335.000 (2016), davon leben 198.000 in Reykjavik, 93% Stadtbevölkerung

Religion: Protestanten 80,7%, Katholiken 2,5%, Freie Kirche Reykjavik 2,4%, andere 14,4%

Lebenserwartung: Durschnittlich 83 Jahre (Rang 6 im Staatenvergleich)

Corona-Rat aus Island: Zwei Schafe Abstand halten

Der isländische Verband der Schafzüchter hat in der Corona-Pandemie eine besondere Grafik entworfen, um seine Mitglieder daran zu erinnern, Abstand zu halten. Darauf sind zwei Menschen und zwei Schafe zu sehen. Die Schafe stehen zwischen den Menschen und verhindern, dass diese sich zu nahe kommen. Darunter steht die Aufforderung: „Denk an die Zwei-Schafe-Regel“.

Schafe prägen das Landschafbild Islands - nun dienen die Tiere auch als Merkhilfe für Corona-Regeln.

emosaidis/Pixabay

Unnsteinn Snorri Snorrason vom Schafzüchterverband ist sehr zufrieden mit der Kampagne. Die Zeichnung habe viele Mitglieder angeregt, die neuen Corona-Richtlinien zu lesen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Im April hatte die isländische Forstverwaltung die Menschen aufgefordert, im Wald Bäume zu umarmen, wenn ihnen körperliche Nähe fehlt.