Corona Zahlen Deutschland aktuell: Erste Lockdown-Erfolge scheinen sichtbar - Sinkende Zahl an Neuinfektionen

Leichte Entspannung bei den Corona-Neuinfektionen aber noch keine Entwarnung: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt trotz Positivtrend zur Vorsicht.
Michele Tantussi- Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Deutschland geht langsam zurück
- Beim Corona-Gipfel am Dienstag sollen dennoch weiter Maßnahmen beschlossen werden
- Diskutiert wird unter anderem über eine Ausgangssperre und eine Homeoffice-Pflicht
Aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deuten die Corona-Infektionszahlen eine erste Entspannung an. „Wir haben jetzt erste Erfolge, die sichtbar scheinen in der Statistik, in der Entwicklung, bei den Infektionszahlen“, sagte Spahn am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Die Intensivstationen seien um 10, 15 Prozent leerer geworden. „Aber wir sind lange noch nicht da, wo wir hinwollen, wo wir hin müssen, um es dauerhaft zu kontrollieren, damit es nicht gleich wieder hochflammt.“
Am Montagmorgen meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 7141 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden - das waren rund 5400 weniger als vor einer Woche. Zudem wurden 214 weitere Tote verzeichnet. Auch wenn die Zahlen nach den Wochenenden in der Regel niedriger als an anderen Tagen sind, deutet sich mit Blick auf die vergangenen Tage doch ein positiver Trend ab.
Die Sieben-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele Menschen sich binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner mit dem Virus angesteckt haben, lag bei 134,4. Ziel der Politik ist eine Inzidenz von unter 50, um Infektionsketten nachverfolgen zu können.
Positiver Corona-Trend aber noch keine Entwarnung
Entwarnung könne daher noch nicht gegeben werden. Ein Risiko sei die Corona-Mutation, die sehr wahrscheinlich zu einer höheren Ansteckungsrate führe, mahnte Spahn mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Dienstag.
Labore sollen verstärkt nach Virus-Mutationen suchen
So sollen Labore in Deutschland verpflichtet werden, gezielt nach hochansteckenden Virus-Mutationen zu suchen. Das sieht eine jetzt vorgestellt Verordnung zur Gen-Sequenzierung vor. Ziel ist es dabei, schnell und vor allem genauer über Mutationen Bescheid zu wissen - und so eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern.
Nach seinen Worten ist eine Verschärfung des Corona-Lockdowns als Ergebnis der Bund-Länder-Beratungen am Dienstag keineswegs sicher. „Zuerst einmal geht es aus meiner Sicht darum, auch noch mal zu schauen, wie wir Kontakte reduzieren können, auch in der Arbeitswelt oder im privaten Bereich.“ Die Frage sei, ob es neue Regeln brauche oder ob man das Bewusstsein für die bestehenden Verordnungen schärfen müsse.
Es mache wenig Sinn, Schulen und Geschäfte zu schließen und das öffentliche Leben herunterzufahren, wenn die Kontakte im Privaten nicht eingeschränkt werden. In der Homeoffice-Debatte werde derzeit juristisch geprüft, wie verbindlich das Arbeit von zu Hause aus angeordnet werden könne. Auch die Diskussion um Ausgangsbeschränkungen stehe synonym dafür, Kontakte soweit es eben geht zu reduzieren.
