Corona Zahlen Deutschland heute: Die aktuellen Fallzahlen: Neuinfektionen und Inzidenz laut RKI-Dashboard am 17.1.21

Ein Corona-Patient hält ein Gerät für das Atemtraining in der Hand. Die Zahl der Intensivpatienten in Deutschland ist weiterhin hoch.
Jens Büttner, dpa- Am Sonntagmorgen hatte das Robert-Koch-Institut zunächst keine neuen Corona-Zahlen veröffentlicht.
- Noch sind die Zahlen in Deutschland hoch, der Lockdown hat noch nicht den gewünschten Effekt erzielt
- Am Dienstag, 19. Januar 2020, beraten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Vertreter der Bundesländer zum künftigen Vorgehen in der Corona-Pandemie.
- Wie hoch sind die aktuellen Infektionszahlen in Deutschland?
Am Sonntag zunächst keine aktuellen Corona-Zahlen
Für gewöhnlich werden die neuen Corona-Zahlen täglich um 0:00 Uhr aktualisiert. Am Sonntag erschien auf der Seite nur eine Fehlermeldung: „Die Daten werden derzeit aktualisiert. Bitte schauen Sie später wieder vorbei.“ Aktuelle Fallzahlen lagen nicht vor. Erst gegen 10 Uhr waren die aktuellen Fallzahlen abrufbar. Der Grund für die Verzögerung war zunächst nicht bekannt.
Aus den Daten wird deutlich, dass die die bisherigen Regeln und Maßnahmen noch nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Trotz Lockdown und Beschränkungen bewegen sich die Zahlen der Corona-Neuinfektionen auch weiterhin auf zu hohem Niveau. Auch wenn eine leichte Abwärtstendenz sichtbar wird. „Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Samstagabend.
Corona-Zahlen in Deutschland heute: RKI meldet Neuinfektionen, Tote und Inzidenz am 17.1.2021
Neuinfektionen: Wie das RKI berichtet, wurden binnen 24 Stunden mindestens 13.882 neu infizierte Menschen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Gestern wurden 18.678 Neuinfektionen gemeldet, am Sonntag vor einer Woche, 10.1.21, waren 16.946 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden.
Am Wochenende fallen die Zahlen in der Regeln niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das RKI melden und auch weniger Tests vorgenommen und ausgewertet werden.
„Zeit Online“ berichtet, dass es aktuell 14.057 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 123.789 Menschen mit dem Virus angesteckt.
Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.033.518 positive Fälle registriert.
Insgesamt befinden sich 5015 an Covid-19 erkrankte Menschen in intensivmedizinischer Behandlung.
Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 46.419 Personen. Es sind 445 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 585 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bereits seit mehreren Tagen liegt die Zahl der gemeldeten täglichen Todesfälle um die Tausend.
R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde am Sonntag mit 0,95 angegeben. Am Samstag lag er bei 0,99. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 136. Gestern war ein Wert von 139,2 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.
Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.
Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 274 und Sachsen mit 253. Den niedrigsten Wert haben Bremen und Schleswig-Holstein mit jeweils 86 gefolgt von Niedersachsen mit 92.
Corona-Gipfel mit Merkel am 19.1.2021
Die nach wie vor hohen Fallzahlen sowie die Angst vor der Verbreitung von Corona-Mutationen sind die Hauptgründe, warum der nächste Corona-Gipfel von Kanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten vorgezogen wird. War zunächst für ein weiteres virtuelles Treffen der 25. Januar geplant, findet es jetzt bereits eine Woche früher - am Dienstag, 19. Januar - statt.
Die Zeit drängt: Die in Großbritannien aufgetauchte Variante des Coronavirus verbreite sich viel schneller als die ursprüngliche Form, Wissenschaftler sind in großer Sorge. Die Mutation des Virus ist offenbar sehr aggressiv, deren Verbreitung müsse verlangsamt werden. Man müsse jetzt handeln, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel von der Deutschen-Presse-Agentur zitiert.

Das Dashboard des Robert-Koch-Instituts zeigt die aktuellen Corona-Fallzahlen für Deutschland.
Screenshot, RKIDie Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt: Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz
Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.
Reproduktionszahl (R-Wert)
Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.
Neuinfektionen
Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.
Siebentage-Inzidenz
Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.
Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung
Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.
