Panne bei RKI-Zahlen: Tausende Fälle aus Baden-Württemberg nicht übermittelt - Erstmals mehr als 30.000 Neuinfektionen

Das RKI musste die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland nach oben korrigieren.
Peter Schneider/DPA- Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen immer weiter
- Ein harter Lockdown ist seit Mittwoch in Kraft und soll die Fallzahlen nach unten drücken
- Am Donnerstag hat es beim RKI eine Panne bei der Übermittlung der Zahlen gegeben
- Aus Baden-Württemberg wurden offenbar viele Corona-Neuinfektionen nicht übermittelt
Panne beim RKI. Offenbar muss die am Donnerstag gemeldete Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich nach oben korrigiert werden. Der Grund: Aus Baden-Württemberg wurden zahlreiche Fälle nachgemeldet. „Aus technischen Gründen wurden gestern aus Baden-Württemberg ca. 3.500 Fälle zu wenig übermittelt“, hieß es dazu auf der Seite des RKI-Dashboards: „Das Problem ist bereits behoben und die Fälle wurden heute nachübermittelt.“ In der offiziellen Statistik würden die Fälle aber erst am Freitag erscheinen.

Auf seinem Dashbaord teilte das RKI seinen Nutzern mit, dass am Donnerstag rund 3500 Corona-Neuinfektionen nachgemeldet werden mussten. Offenbar hatte es bei der Übermittlung aus Baden-Württemberg eine Panne gegeben.
Screenshot; Quelle: RKICorona-Zahlen laut RKI: Knapp 700 neue Todesfälle binnen eines Tages
Für die Fallzahlen bedeutet das wahrscheinlich, dass ein neuer Tagesrekord bei den Neuinfektionen binnen eines Tages zu Buche steht. Mehr als 30.000 Menschen wurden demnach in Deutschland in den vergangenen 24 Stunden als neu infiziert gemeldet.
Auch ohne diese Korrektur wäre die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland auf hohem Niveau gewesen. Die deutschen Gesundheitsämter hatten dem Robert Koch-Institut (RKI) in einer ersten Meldung 698 neue Todesfälle gemeldet, wie zunächst aus den RKI-Zahlen vom Donnerstagmorgen hervorging. In Bezug auf die gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit Corona ist das der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie.
Corona-Zahlen in Deutschland: Erstmals mehr als 30.000 Neuinfektionen laut RKI
Außerdem waren zunächst 26.923 Neuinfektionen verzeichnet worden. Das RKI wies später dann aber darauf hin, dass aus Baden-Württemberg aus technischen Gründen rund 3500 Fälle zu wenig übermittelt wurden. Am vergangenen Donnerstag (10.12.) waren 23.679 Neuinfektionen gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle lag bei 440. Der Höchstwert von 952 Todesfällen war am Mittwoch verzeichnet worden. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Freitag den Höchststand von 29.875 gemeldeten Fällen erreicht.
In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Donnerstag auf 24.125.
Aktuelle Fallzahlen: Inzidenz in Deutschland sinkt leicht
Die zur Lagebeurteilung entscheidende Sieben-Tage-Inzidenz - die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - sank bis Donnerstag leicht auf 179,2. Am Mittwoch hatte der Wert mit 179,8 einen Höchststand erreicht.
Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.406.161 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 17.12., 0 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1.047.600 Menschen inzwischen genesen.
Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 0,98. Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 98 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Erst wenn er für längere Zeit unter 1 liegt, flaut dieses ab.
