RKI Corona Zahlen 12.12.2020
: Aktuelle Fallzahlen am 12.12.: Neuinfektionen, Todesfälle und Inzidenz in Deutschland am Samstag

Wie hoch sind die Infektionszahlen am Samstag? Am Freitag gab es sowohl bei den Neuinfektionen als auch bei den Todesfällen neue Höchstwerte. Das ist die Lage am 12.12.
Von
Uwe Keuerleber
Ulm, Berlin
Jetzt in der App anhören

Das sind die aktuellen Corona-Fallzahlen am Samstag (12.12.) für Deutschland laut Angaben des Robert Koch-Instituts.

afp

Harter Lockdown für kommende Woche erwartet

Welchen Kurs wird Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus in den nächsten Tagen und Wochen einschlagen? Aktuell gelten je nach Inzidenzwert und Bundesland andere Corona–Regeln. Auch die Vorschriften für Weihnachten und Silvester scheinen vielerorts unklar und undurchsichtig. Der Corona–Gipfel am morgigen Sonntag könnte Klarheit im Regel–Dschungel verschaffen. Am 13.12.2020 wird sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer in einer weiteren Konferenz treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Worauf beim Gipfel am Sonntag besonderes Augenmerk gelegt wird, lest ihr hier.

Corona Baden–Württemberg: Kretschmann verhängt Ausgangssperre

Am Freitag (11.12) verkündete Ministerpräsident Winfried Kretschmann harte Beschlüsse für ganz BW. Nach Weihnachten geht das Land in den Lockdown. Dieser soll mindestens bis 10. Januar gelten. Ausgangssperren gelten in ganz Baden–Württemberg ab heute. Der Einzelhandel bleibe bis Weihnachten aber geöffnet, sagte Kretschmann. „Geschäfte vor Weihnachten zu schließen, ist schon eine sehr drastische Maßnahme.“

Wie sehen die anderen Ministerpräsidenten die Lage? NRW–Regierungs–Chef Armin Laschet fordert den bundesweiten Lockdown vor Weihnachten. Er wolle ein klares, wirksames Signal.

Auch Bayern leidet unter hohen Infektionszahlen. Dort ist nun der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum untersagt. Auch die Situation im Einzelhandel spielt eine Rolle bei der Infektionsverbreitung. „Wir müssen Kontakte reduzieren und die Kontakte, die wir reduzieren, sind auch bei den Geschäften“, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag, 8.12.

Corona–Zahlen Deutschland heute: Neuinfektionen, Todesfälle und 7–Tage–Inzidenz am Samstag, den 12.12.

Wie jeden Tag hat das Robert Koch–Institut (RKI) auch heute die tagesaktuellen Fallzahlen verkündet. Das Institut erfasst laut Angaben der offiziellen Webseite die „kontinuierlich die aktuelle COVID–19–Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein.“ Die Zahlen der letzten Tage haben uns gezeigt: Die Situation in Deutschland ist angespannt. Wie steht es am Samstag um das Infektionsgeschehen in Deutschland? Die neuen Werte des RKI im Detail:

Neuinfektionen: Wie das RKI meldet, haben sich binnen 24 Stunden deutschlandweit mindestens 28.438 Personen neu mit dem Virus infiziert. Zum Vergleich: Gestern waren es 29.875 Personen. Am Samstag vor einer Woche waren es 23.318 Neuinfektionen.

Auch „Zeit Online“ gibt täglich die neuen Corona–Zahlen bekannt. Nach deren Angaben gibt es heute sogar 28.433 neue Infizierte. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch–Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.

Infizierte: Wie das RKI meldet, beträgt die Gesamtzahl der Infizierten in Deutschland seit Pandemie–Beginn 1.300.516.

Todesfälle: Mittlerweile sind 21.466 Menschen in Deutschland mit oder an Corona gestorben. Das sind 496 mehr Tote als am Tag davor. Die Zahl der neuen Todesfälle war am Freitag mit 598 Personen so hoch wie an keinem Tag zuvor.

Genesene: Laut RKI haben sich mittlerweile 957.500 Menschen von der Covid19–Infektion erhohlt.

R–Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben–Tage–R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde heute mit 1,11 angeben. (Vortrag: 1,03). Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

RKI Dashboard: Hier stehen die Corona–Zahlen einzelner Bundesländer

Neben den Werten für ganz Deutschland, sind auf dem interaktiven Dashboard des RKI auch die Infektionszahlen für einzelne Bundesländer, Landkreise und Städte angegeben. Die Werte werden täglich um 00:00 Uhr aktualisiert.

Auf dem Dashboard werden die aktuellen Fallzahlen gemeldet.

Screenshot RKI Dashboard.

Corona Reisen Weihnachten: Ist der Familienbesuch innerhalb Deutschlands möglich?

Viele Menschen sehnen sich danach ihre Familienmitglieder über die Weihnachts–Feiertage zu besuchen. Doch wie ist die Regelung? Darf an Weihnachten innerhalb Deutschlands und über verschiedene Bundesland–Grenzen gereist werden? Alle wichtigen Informationen zu Reisevorhaben innerhalb Deutschlands und der Situation in den Nachbarländern findet ihr hier.

Corona Lockdown: Diese Auswirkungen hätte ein harter Lockdown für den Handel

Während die Gastronomie und die Hotellerie die Corona–Krise schon seit Wochen hart zu spüren bekommen, wurde der Einzelhandel während der zweiten Welle bislang größtenteils verschont. Läden sind nach wie vor geöffnet. Doch wie lange gilt das noch? Kommt der harte Lockdown, müssen auch die Läden schließen. Diese Geschäfte wären betroffen.

Inzidenz und Neuinfektionen — Die wichtigsten Kennzahlen der Corona–Pandemie erklärt

Seit Beginn der Corona–Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R–Wert)

Die Reproduktionszahl — oder kurz R–Wert — beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.

Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R–Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R–Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R–Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.

In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 23.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage–Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde– oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Bundesweit liegt sie inzwischen bei 139.

Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.

Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.

Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Sachsen bleibt Hotspot in Deutschland

Die Corona–Pandemie wütet unverändert in Sachsen. Robert Koch–Institut (RKI) und Gesundheitsministerium meldeten am Freitag unisono 313,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Das ist nach wie vor und mit deutlichem Abstand der höchste Inzidenz–Wert aller Bundesländer. Nach Ministeriumsangaben vom Nachmittag sind im Vergleich zum Vortag 3396 neue Infektionen bestätigt, damit erhöhte sich die Gesamtzahl auf 81 655 seit Pandemie–Ausbruch im März (Stand: Freitag 12.30 Uhr).

Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht in einem Lockdown die einzige Möglichkeit, die medizinische Versorgung im Freistaat zu gewährleisten. Das Kabinett wollte am Nachmittag darüber entscheiden.

Mit 515 laut RKI und Ministerium lag der Landkreis Bautzen erneut über der 500–er Marke bei der Sieben–Tage–Inzidenz und damit weiter auf dem zweiten Rang bundesweit hinter dem Landkreis Regen (Bayern) mit einem Inzidenzwert von knapp 575. Es folgen die Landkreise Sächsische Schweiz–Osterzgebirge (490,7), Zwickau (480), Meißen (431,9) und Görlitz (407,6). Allerdings meldete das Landratsamt Görlitz am Nachmittag einen Inzidenz–Wert von 603,82, dort wurde mit 28 der höchste Zuwachs an Todesfällen seit Donnerstag verzeichnet — wegen unterschiedlicher Meldezeiten unterscheiden sich die Zahlen der Behörden.