RKI Corona Zahlen heute
: Fallzahlen Deutschland - Aktuelle Neuinfektionen sowie Inzidenz am 13.12.2020

Die Fallzahlen in Deutschland sind unvermindert hoch. Am heutigen Sonntag haben Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder daher einen harten Lockdown beschlossen. Die aktuellen Zahlen des RKI am Sonntag, 13.12.2020.
Von
Uwe Keuerleber
Ulm
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Wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland am Sonntag? Das RKI hat die aktuellen Werte bekanntgegeben.

Francois Mori, dpa

Die Corona-Zahlen sind in Deutschland trotz „Lockdown light“ auf Rekordhoch

Am heutigen Sonntag beraten Kanzlerin Merkel und die Ministerpäsidenten auf dem Corona-Gipfel über die Maßnahmen.

Wie sehen die Regeln für Weihnachten und Silvester aus?

Die RKI-Corona-Zahlen für Deutschland am Sonntag, 13.12.2020

Deutschland geht in einen harten Lockdown. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten offenbar am Sonntag auf dem Corona-Gipfel beschlossen. Der Starttermin ist demnach offenbar Mittwoch, der 16. Dezember. Alle Beschlüsse des Corona-Gipfels, sind hier zum Nachlesen.

Wie konnte es soweit kommen? Profan ausgedrückt: zu hohe Zahlen. Die gemeldeten Neuinfektionen liegen deutschlandweit seit Tagen wieder weit über 20.000, teilweise sogar nah an der Marke von 30.000 Neuinfektionen. In Sachsen wurde der Lockdown daher bereits in der vergangenen Woche beschlossen. Auch in Baden-Württemberg gelten seit Samstag schon verschärfte Ausgangsbeschränkungen. Zahlreiche Ministerpräsidenten und die Kanzlerin hatten vor dem Gipfel eine Verschärfung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus gefordert. Besonders im Fokus steht auch, ob die Ausnahmen von den Regeln zu Weihnachten und Silvester zurückgenommen werden.

Wie hoch also sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Sonntag, 13.12.2020? Und wie hoch ist die Zahl im Vergleich zum Sonntag der Vorwoche, dem 6.12.2020?

Corona Zahlen in Deutschland heute - Die aktuellen Fallzahlen vom Sonntag, 13.12.2020

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst jeden Tag die aktuelle Corona-Lage in Deutschland, für die Bundesländer und Landkreise und bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fach­öffentlich­keit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.

Neuinfektionen: Laut RKI-Angaben haben sich binnen eines Tages deutschlandweit mindestens 20.200 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Am Freitag wurden knapp 30.000 Neuinfektionen gemeldet, ein neuer Rekord in der Pandemie. Am Samstag gab es laut RKI 28.438 Neuinfektionen. Nach Angaben von „Zeit Online“ gibt es heute 21.654 Neuinfektionen. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.

Infizierte: Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie in Deutschland beträgt laut jüngsten Werten des RKI 1.320.716 Fälle.

Tote: Die Zahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, liegt bei 21.787 Das sind 321 Tote mehr als am Vortag. Am Freitag wurden beinahe 600 neue Todesfälle vermeldet.

Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 967.900.

R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde heute mit 1,11 angeben. (Vortrag: 1,03). Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Corona-Zahlen in den Bundesländern: Das Infektionsgeschehen im Dashboard

Wie viele Infizierte gibt es heute in den einzelnen Bundesländern? Das Dashboard des RKI weist auf seiner interaktiven Karte auch die Corona-Zahlen für einzelne Bundesländer aus. Die Angaben werden täglich um 0 Uhr aktualisiert.

In seinem Dashboard veröffentlicht das RKI, das Robert-Koch-Institut, täglich die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland, die 16 Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Landkreise.

Screenshot; Quelle: RKI

Inzidenz und Neuinfektionen - Die wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.

Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.

In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Bundesweit liegt sie inzwischen bei 139.

Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.

Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.

Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.