Coronatest Quarantäne PCR
: Quarantäne auch mit negativem Coronatest?

In der zweiten Coronawelle kommen die Einschläge langsam näher. Wie steht es aktuell mit der Quarantäne in Verdachtsfällen?
Von
Michael Maier
Ulm
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Der Besuch im Corona-Testzentrum kann eine Quarantäne zur Folge haben.

Stefan Sauer / dpa

„Muss ich auch bei einem negativen PCR–Test in Quarantäne?“, so die Frage, die sich in letzter Zeit immer häufiger stellt. Die Antwort darauf fällt differenziert aus. Eine Quarantäne ist bei Kontakten ersten Grades im Prinzip immer auch bei negativem Test möglich, erfolgt aber nur dann, wenn es der Amtsarzt tatsächlich so anordnet.

Dabei wird zum Beispiel berücksichtigt, wann man das letzte Mal Kontakt mit einer infizierten Person hatte, ob das mehr als 15 Minuten gedauert hat und ob dabei Masken getragen wurden. Je nach Auslastung der Ämter erfolgen die Anordnungen mehr oder weniger pauschal. In Schulen gibt es manchmal die Möglichkeit, sich nach 5 Tagen mit einem negativen PCR–Test wieder aus der Quarantäne zu befreien. Ansonsten dauert es 14 Tage.

Überlastete Ämter entscheiden pauschal über Quarantäne

Die Einzelentscheidung über die Folgen von Schnelltest, PCR & Co. liegt immer beim Amtsarzt und hängt von verschiedenen Faktoren ab. So musste der CDU–Politiker Friedrich Merz nach dem Kontakt mit einem Infizierten vorsorglich in Quarantäne, obwohl er im Frühjahr bereits selbst an Covid–19 erkrankt war. Erst nach etlichen Tagen wollten die zuständigen Beamten einsehen, dass von Merz keine Gefahr droht, und entließen ihn wieder aus der Isolierung. Ein negativer Test war jedoch die Voraussetzung dafür. Wie bei der Einreise aus einem Risikogebiet muss man in der Regel jedoch 5 Tage abwarten, bis man sich „freitesten“ lassen kann. Dabei handelt es sich jedoch um ein Privileg, das nicht jedem gewährt wird.

Bis zu 17 Tage Quarantäne durch langsamen PCR–Test

Manche Labore versprechen ein Ergebnis in höchstens 24 Stunden, in der Praxis dauert es aktuell eher 48 bis 72 Stunden. Im Sommer mussten manche Patienten nach dem Test an der Autobahn oder am Airport auch eine Woche und länger auf das Resultat warten. Es lässt sich für den Eigengebrauch über die Corona–App abrufen, wird für das Ordnungs– oder Gesundheitsamt jedoch zusätzlich in Schriftform auf Papier oder als signiertes PDF benötigt. Nur in dieser Form wird es für die Aufhebung einer Quarantäne akzeptiert.

Dies ist im Übrigen nur zu den Amtszeiten unter der Woche möglich. Bekommt man das Ergebnis am Freitagnachmittag, muss man unter Umständen bis Montag warten, was die Dauer der häuslichen Isolation auf bis zu 17 Tage verlängern kann. Beim Staat sieht man bislang offenbar keine Notwendigkeit für einen Wochenenddienst der Ämter.

Quarantäneverkürzung von 14 auf 10 Tage in manchen Ländern

Unter Wissenschaftlern war auch schon eine Verkürzung der Quarantäne auf 5 oder 10 Tage im Gespräch. Letzteres ist nach der Einreise aus Risikogebieten bereits der Fall, wenn sich keine Krankheitssymptome zeigen. Eine Quarantäne von 10 statt 14 Tagen ist darüber hinaus auch in verschiedenen hochentwickelten Ländern der Regelfall, da Virologen diese Zeit für ausreichend halten. 5 Tage dauert hingegen die Ansteckungsphase mit hohem Risiko, in der innerhalb von Familien die meisten Infektionen stattfinden. Da manche keinerlei Corona–Symptome zeigen, ist sie jedoch schwer einzugrenzen.

Technisch gesehen wäre auch der offiziell nicht anerkannte Schnelltest eine Alternative zur Abklärung von Verdachtsfällen und für eine Verkürzung der Quarantänezeit. Seit 1. Dezember kann man die Quarantäne in Deutschland zumindest mit einem negativen Schnelltest von 14 auf Tagen verkürzen. Antworten auf einige allgemeine Fragen rund um Coronatests.