Cowboy und Indianer spielen wie früher: Kita darf kein Indianer-Fest feiern

Deswegen darf ein Kita-Fest nicht mehr „Indianer-Fest“ heißen. Hier zu sehen: Der Cherokee-Indianer Moses Little Bear aus Oklahoma/USA tanzt am 19.05.2007 während der Karl-May-Festtage in Radebeul bei Dresden vor Hunderten Zuschauern.
Oliver Killig/dpaEin Kita-Fest in Rostock darf nicht mehr „Indianer-Fest“ heißen. Nachdem Eltern den Begriff „Indianer“ kritisiert hatten, entschuldigte sich die Kita-Leitung per E-Mail und entschied sich stattdessen für das Motto „Pferde und Ponys“. Eine Sprecherin des Trägers bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Ostsee-Zeitung“.
In der E-Mail, aus der die „Ostsee-Zeitung“ zitiert, wird die Umbenennung damit begründet, dass der kritisierte Begriff „nicht die Vielfalt und die kulturelle Bedeutung der indigenen Völker Nordamerikas angemessen“ widerspiegele. Zukünftig wolle man respektvollere Bezeichnungen verwenden.
„Spielen dürfen, so wie wir es früher getan haben“
Eltern und Großeltern zeigten am 3. Juli 2025 vor der Kita wenig Verständnis für die Umbenennung und bezeichneten sie unter anderem als „Nonsens“. Daniel Peters, Landesvorsitzender der CDU und Fraktionschef im Schweriner Landtag, schrieb auf X: „Diese politische Überkorrektheit geht den Menschen zunehmend auf die Nerven. Dafür habe ich kein Verständnis. Unsere Kinder sollen weiterhin ‚Cowboy und Indianer‘ spielen dürfen, so wie wir es früher getan haben.“
Auch Nikolaus Kramer, Vorsitzender der AfD-Fraktion in Schwerin, kritisierte, dass der Wunsch der Kinder zugunsten einer Minderheitenmeinung ignoriert werde. „Und die Kita-Leitung muss das dann auch noch umsetzen.“
Kein „Indianer-Verbot“
Die Schweriner Linksfraktion zeigte Verständnis für die Entscheidung: Innenpolitischer Sprecher Michael Noetzel betonte, dass es entgegen der Vorwürfe von rechts kein „Indianer-Verbot“ gebe. Die Kinder könnten ihr Fest wie geplant feiern, lediglich das Motto sei angepasst worden. „Ich finde es gut, dass die Kita-Leitung sensibel mit dem Thema umgeht und erkennt, dass die üblichen Darstellungen der Geschichte der amerikanischen Ureinwohner nicht angemessen sind. Es ist wichtig und richtig, schon kleine Kinder für dieses Thema zu sensibilisieren.“
Ein Sprecher des Schweriner Bildungsministeriums erklärte, dass die Verantwortung dafür nicht bei ihnen, sondern bei den jeweiligen Trägern liege.
Vor Kurzem sorgten Pläne der Kölner Stadtverwaltung für Kritik, die im Rahmen einer neuen Beschilderung das Wort „Spielplatz“ durch „Spiel- und Aktionsflächen“ ersetzen wollten. Damit solle dem erweiterten Inklusionsgedanken Rechnung getragen werden, der die Vielfalt der Nutzer*innen hinsichtlich Alter, kulturellem Hintergrund und möglicher Behinderungen berücksichtigt. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hatte sich in die Debatte eingeschaltet und sich von dem Vorstoß distanziert.
Mit Material der dpa.
