Geheimnisvolles Leuchten über Brandenburg
: Der „Da Vinci Glow“ am Nachthimmel

Der Da Vinci Glow: Ein seltenes Himmelsphänomen am Sternenhimmel über Brandenburg, welches nur bei Neumond auftritt. Wir erklären, was es damit auf sich hat und wann man es beobachten kann.
Von
Doreen Matschuk
Potsdam
Jetzt in der App anhören
Mondsichel und Venus am Abendhimmel: ARCHIV - 03.01.2025, Brandenburg, Sieversdorf: Illustration: Die zu 16 Prozent sichtbare Mondsichel ist zusammen mit der Venus (am oberen Bildrand) am frühen Abendhimmel zu sehen. Nach der Sonne und dem Mond ist der Planet Venus das hellste astronomische Objekt am nächtlichen Himmel. (zu dpa: «Sonne, Mond und Sterne im März - Mond- und Sonnenfinsternis») Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Da Vinci Glow über Brandenburg: Dieses seltene Himmelsphänomen am Sternenhimmel tritt nur bei Neumond auf. Die Bedeutung und wann man es beobachten kann. (Symbolbild)

Patrick Pleul/dpa

Wer in einer klaren Nacht in Brandenburg kurz nach Neumond den Blick gen Himmel richtet, hat mit etwas Glück die Chance, ein besonderes Schauspiel zu erleben. Doch was hat Leonardo da Vinci damit zu tun und was genau steckt hinter diesem geheimnisvollen Leuchten?

Ein schimmerndes Licht auf der dunklen Seite des Mondes

Wenn nur eine schmale Sichel des Mondes am Himmel steht, scheint der restliche Mond schwach, beinahe gespenstisch zu glimmen – als würde er selbst leuchten. Was auf den ersten Blick wie eine optische Täuschung wirkt, ist in Wirklichkeit ein physikalisches Phänomen, das einst sogar Leonardo da Vinci faszinierte.

Was ist der Da Vinci Glow und wie entsteht er?

Der sogenannte Erdschein, auch als Da Vinci Glow bekannt, ist mehr als nur ein hübscher Effekt am Nachthimmel. Er zeigt die komplexe Wechselwirkung zwischen Sonne, Erde und Mond. Dieses Himmelsphänomen wird besonders in den Tagen um den Neumond sichtbar und die dunkle Hälfte des Mondes ist dann als aschfahle Kugel am Himmel zu sehen.

Doch was ist die Ursache dafür? Sonnenlicht trifft auf die Tagseite der Erde und wird dort von Wolken, Meeren und Land reflektiert. Dieses reflektierte Licht beleuchtet dann die unbeleuchtete Mondseite – und wird von dort erneut zur Erde zurückgeworfen. Da das Licht auf diesem doppelten Weg stark gestreut wird, erscheint es deutlich schwächer als der direkte Mondschein und dadurch besonders eindrucksvoll.

Wann ist der Da Vinci Glow zu sehen?

Die besten Chancen für eine Sichtung bestehen:

  • wenige Tage nach Neumond am Abendhimmel nach Sonnenuntergang
  • oder kurz vor Sonnenaufgang in den Tagen vor Neumond

Dann ist nur eine schmale Mondsichel sichtbar, während der Rest des Mondes in einem fahlen Schimmer leuchtet – wie mit Asche überzogen.

Der nächste Neumond fällt auf den 24. Juli.

Optimale Bedingungen für die Beobachtung des Da Vinci Glows

  • ein klarer, dunkler Himmel ohne Lichtverschmutzung
  • Frühjahrsmonate auf der Nordhalbkugel, insbesondere April und Mai

Leonardo da Vinci: Der Namensgeber

Schon 1510 erkannte Leonardo da Vinci den Ursprung des Erdscheins. In seinem Codex Leicester beschrieb er ihn als Rückstrahlung des Sonnenlichts über die Erde auf den Mond. Zu Ehren seines Entdeckers trägt das Naturphänomen heute den Namen Da Vinci Glow.