Dank Schaltjahr: Wenn Geburtstag nur alle vier Jahre ist

Verschnaufpause auf der Parkbank: Maja Rothe, Mutter dreier Kinder und Polizistin, feiert am 29. Februar ihren 40. Geburtstag.
Sven Klamann/MOZ„Ich habe nur kurz überlegt, mit der Familie wegzufahren“, gibt Maja Rothe zu. Doch dann habe sie sich entschieden, das große Fest doch in der Heimat steigen zu lassen. Schon ihrer Freunde wegen, die nur alle vier Jahre in den Genuss kommen, ihr pünktlich zu gratulieren.
Da passt es, dass die Polizeioberkommissarin dienstfrei hat. Seit zwei Jahren arbeitet sie in der Prävention der Inspektion Barnim, tritt mit ihren Kollegen vor Kita- und Schulkindern auf. „Meine Lieblingsmenschen sind Kinder“, sagt Maja Rothe, die von der Offenheit und Begeisterungsfähigkeit der Mädchen und Jungen schwärmt, die immer wieder aufs Neue fasziniert die Geschichten um Finchen, Hottie und Co. verfolgen, die nicht immer gut ausgehen müssen, aber das Publikum stets weiterbringen.
Auch zuvor sei sie bereits mit tiefer Freude Polizistin gewesen, sagt Maja Rothe. Doch beruflich „angekommen“ sei sie erst bei der Prävention. Die gebürtige Eberswalderin ist eher durch einen Zufall bei der Polizei gelandet, hat ihren Werdegang aber nie bereut. „Ich hatte mich an der Polizeischule, damals noch in Basdorf, eigentlich nur beworben, weil ich nicht so recht wusste, was ich lernen oder studieren sollte und weil das in meiner Klasse viele getan haben“, blickt sie zurück. Jedenfalls wurde die Zehntklässlerin zum Bewerbungstest eingeladen – und bestand diesen, anders als ihre Mitschüler. Doch selbst an dem Wochenende, das ihrem ersten Unterrichtstag als angehender Polizistin vorausging, sei sie sich noch unsicher gewesen, ob dies der richtige Schritt sei. Inzwischen aber sind ihre Zweifel darüber längst zerstreut. Maja Rothe hat wie alle Berufsanfänger ihre ersten Erfahrungen bei der Bereitschaftspolizei der Landeseinsatzeinheit gesammelt. Und war danach zunächst im Wach- und Wechseldienst tätig, bevor sie als Revierpolizistin fürs Brandenburgische Viertel zuständig wurde. Die Zeit auf Streife habe sie gefordert, sagt die Beamtin, die sich besonders an das beklemmende Gefühl erinnert, Überbringerin schlechter Nachrichten und sowieso nur selten willkommen zu sein. Doch auch wenn sie inzwischen erfolgreich den Aufstiegslehrgang für den gehobenen Dienst absolviert hat, findet sie es manchmal schade, nicht ihr Abitur gemacht und studiert zu haben.
Dabei ist die Polizeioberkommissarin nicht nur beruflich zielstrebig unterwegs. Ihre Kinder, ein Junge und zwei Mädchen, sind sechs, acht und 18 Jahre alt. Keiner ihrer Sprösslinge wurde wie sie im Schaltjahr geboren, zwei ihrer Bekannten aber schon.
Heute muss der Termin passen
Maja Rothe hat es bereits als Kind nie wirklich gestört, offiziell bloß alle vier Jahre Geburtstag feiern zu können. „Es gab ja trotzdem jedes Jahr Geschenke und einen Geburtstagskuchen für mich“, blickt die frisch gebackene 40-Jährige zurück, die sich mit Laufen, Schwimmen und Turnen fit hält. In der Schulzeit habe sie ihren Ehrentag außerhalb der Schaltjahre immer am 28. Februar begangen, auch wenn sie den Spruch kannte, dass Vorfeiern Unglück bringe. „Meine Mama hat gesagt, ich sei ein Februar-Mädchen. Also kam der März für mich nie in Frage“, erinnert sich die Britzerin. Mittlerweile schaue sie eher danach, welches Datum besser passe. Und lasse die Fete dementsprechend schon Ende Februar oder erst Anfang März steigen.
Oft bekommt Maja Rothe die Frage zu hören: „Wie alt bist Du eigentlich richtig?“ Ab heute wird ihre Antwort „40“ lauten. Und obwohl sie erst zum zehnten Mal am korrekten Tag Geburtstag hat, stimmt das genau.
Im Oberbarnim gibt es 61 Schaltjahres-Geburtstagskinder
In Eberswalde, das mehr als 40 000 Einwohner hat, leben nach dem aktuellen Stand 29 Kinder, Frauen und Männer, die an einem 29. Februar zur Welt gekommen sind.
In der Gemeinde Schorfheide, die am 31. Januar dieses Jahres exakt 10 476 Einwohner zählte, wird am 29. Februar für sieben Kinder, Frauen und Männer eine Geburtstagstorte angeschnitten.
Im Amt Joachimsthal (Schorfheide) haben von den aktuell 5329 Einwohnern drei am 29. Februar ihren Ehrentag – alles Frauen.
Im Amt Britz-Chorin-Oderberg, in dem am 20. Februar 10 234 Einwohner lebten, feiern am 29. Februar 14 Kinder, Frauen und Männer Geburtstag.
Im Amt Biesenthal-Barnim waren mit Stand 20. Februar 12 600 Einwohner mit Hauptwohnsitz angemeldet. Acht von ihnen feiern am 29. Februar Geburtstag – fünf Männer und drei Frauen. Alle Angaben stammen von den Kommunalverwaltungen. ⇥sk
