Alfons Zitterbacke, Weihnachtsgans Auguste, Teddy Brumm: DDR-Kinderbücher, die in keinem Ost-Kinderzimmer fehlten

Kinder spielen in einem Kindergarten in Lichtenberg in Berlin (DDR), aufgenommen im April 1986. Die DDR-Kinderbuchklassiker haben auch in den Ossi-Kitas nicht gefehlt.
picture alliance / dpa | ZentralbildVon Alfons Zitterbacke bis zur Weihnachtsgans Auguste – diese DDR-Kinderbücher versetzen uns in unsere Ossi-Kindheit zurück und lassen uns in Erinnerungen schwelgen. Welche Ost-Kindheitshelden in keinem Kinderzimmer fehlten und welche Geschichten vielleicht auch in Vergessenheit geraten sind, obwohl sie vor der Wende populär waren.
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Das waren einige der beliebtesten und bekanntesten DDR-Kinderbücher.
Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt

Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt
picture alliance/dpaHannes Hüttner und Gerhard Lahr haben mit „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ eins der beliebtesten DDR-Kinderbücher erschaffen. Das Buch erschien 1969 beim Kinderbuchverlag in Berlin. Auch heute ist das Buch beliebt bei Kindern... und bei den ehemaligen DDR-Kindern.
Vom Jörg, der Zahnweh hatte
Das Buchcover mit dem Jungen in dem rot-weiß gestreiften T-Shirt, der blauen Latzhose und dem weißen Tuch um den Kopf gebunden weckt bei allen DDR-Kindern Erinnerungen. Ob zu Hause, in der Kita, bei Freunden oder in der Schule: dieses Buch kannte damals jeder. Das Buch sollte Kinder dazu animieren, ihre Zähne regelmäßig und gründlich zu putzen. Geschrieben wurde das DDR-Kinderbuch von Hanna Künzel, illustriert von Günter Schmitz und wurde 1971 veröffentlicht.
Moritz in der Litfaßsäule
In dem DDR-Klassiker „Moritz in der Litfaßsäule“ von Christa Kożik geht es um den neunjährigen Moritz, der langsam und verträumt durch das Leben geht. Als seine Familie endgültig die Nerven seinetwegen verlieren, „zieht er aus“. Das Buch wurde beim Kinderbuchverlag in Berlin im Jahr 1980 veröffentlicht.
Lustige Geschichten
Wladimir Sutejew schrieb die lustigen Tiergeschichten mit seiner rechten Hand und illustrierte seine Geschichten mit seiner linken Hand. Das DDR-Kinderbuch wird auch heute noch gerne von Eltern vorgelesen. Sutejew war ein russischer Kinderbuchautor, dessen Werke in 40 Sprachen übersetzt wurden.
Der kleine Angsthase

Der kleine Angsthase
Gudrun Janicke/dpaElizabeth Shaw rief mit „Der kleine Angsthase“ eine Legende unter den Ost-Kinderbüchern ins Leben. 1963 erschien das Buch zum ersten Mal beim Kinderbuchverlag in Ost-Berlin. Mit über eine Million verkauften Büchern zählt es zu den erfolgreichsten DDR-Büchern. In dem Buch geht es um einen Hasen, der vor allem Angst hat, diese aber überwindet, um seinen Freund Ulli vor dem Fuchs zu retten. Elizabeth Shaw schrieb viele bekannte Kinderbücher vor der Wende: „Zilli, Billi und Willi“, „Der scheue Schneck“ und viele weitere.
Ich bin die Nele
„Ich bin die Nele“ erschien 1975 beim Kinderbuchverlag in Ost-Berlin. Das Buch widmete er seiner Frau, Rut Brock. Dieser DDR-Klassiker wurde 1978 mit dem Titel „Ein Sonntagskind, das manchmal spinnt“ verfilmt.
Hirsch Heinrich
1960 wurde „Hirsch Heinrich“ von Fred Rodrian veröffentlicht. In der beliebten DDR-Geschichte bekommt der Hirsch Heinrich zur Weihnachtszeit Heimweh nach seiner Heimat China. Als er aber im Wald von Kindern mit einem Weihnachtsbaum und Liedern aufgemuntert wird, kehr er in den Tierpark zurück und alle freuen sich. Fred Rodrian schrieb zahlreiche bekannte Ossi-Kinderbücher, darunter „Das Wolkenschaf“ (1958), „Das Entenliesel“ (1960) und „Pantommel malt das Meer“ (1980).
Ottokar-Reihe
Was wäre eine Kindheit im Osten ohne „Ottokar“, einer Kinderbuchreihe, gewesen? Otto Häuser erschuf mit seinen Geschichten seit 1967 einen viel geliebten DDR-Kindheitshelden, der als braver Schüler mit seinen Streichen und Einfällen das Leben der Menschen um ihn bereicherte.
Teddy Brumm

Teddy Brumm und Klaus
Jens Wolf/dpa1957 wurde Teddy Brumm von Nils Werner ins Leben gerufen. In dem Buch läuft der Teddy Brumm in den Wald, weil Klaus ihn achtlos in die Ecke geworfen hatte. Im Wald lebt er bei einer Bärenfamilie, die ihm aber hilft, zu Klaus zurückzukehren, als er Heimweh bekommt. Alle DDR-Kinder aus der Boomer- und X-Generation können sich garantiert genau an Teddy Brumm erinnern.
Guten Tag, Frau Igel
Mit Reimen führt Wolfgang Buschmann durch die Wiese und durch das Tierreich. Bunten Illustrationen von Ingeborg Meyer-Rey lassen uns in Kindheitserinnerungen von vor der Wende schwelgen. Das beliebte DDR-Kinderbuch erschien 1983 beim Kinderbuchverlag und wird immer noch vom Beltz-Verlag verkauft.
Lütt Matten und die weiße Muschel
Benno Pludra lässt in seinem Kinderbuch von 1963 den kleinen Matten an der Ostseeküste ein großes Abenteuer erleben, was mit seiner Rettung von einem Boot mitten in der Nacht endet. Das Buch wurde 1964 von der DEFA verfilmt.
Die Weihnachtsgans Auguste

Mit Puppen wird die Aufführung «Die Weihnachtsgans Auguste» am Geraer Kleinen Theater gezeigt.
Jan-Peter Kasper/dpa„Die Weihnachtsgans Auguste“ wurde von Friedrich Wolf bereits 1946 verfasst, jedoch erst 1951 in dem Buch „Bummi – Tiergeschichten für große und kleine Kinder“ veröffentlicht. Jedem Ossi ist die Weihnachtsgans Auguste an Herz gewachsen. In der Geschichte geht es um eine Gans, die zu Weihnachten auf den Teller soll, von den Kindern der Familie Löwenhaupt jedoch gerettet und zum Familienmitglied gemacht wird. In der DDR gab es kein Weihnachten, an dem nicht die Weihnachtsgans Auguste vorgelesen wurde.
Alfons Zitterbacke

Alfons Zitterbacke
Wolfgang Kumm/dpaEine der populärsten DDR-Kinderbuchfiguren wurde von Gerhard Holtz-Baumert erfunden: Alfons Zitterbacke. 1958 wurde der erste Band veröffentlicht. 1962 und 1995 folgten zwei weitere Bücher zu dem Pechvogel, den alle Ossi-Kinder lieb gewonnen haben. Die Figur wurde so bekannt und beliebt, dass die Geschichten mehrmals verfilmt wurden: einmal in der DDR im Jahr 1966 sowie 2019 und 2022.
Diese Liste stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist nicht nach Beliebtheit sortiert.
