Drogen in MV: Abwasseranalyse in sechs Städten zeigt Konsum-Hotspots

Welche Drogen in Mecklenburg-Vorpommern in 6 Städten (Greifswald, Schwerin, Neustrelitz, Neubrandenburg, Güstrow, Rostock) konsumiert werden und in welcher Menge, zeigen Ergebnisse einer Abwasseranalyse. (Symbolbild)
Christian Charisius/dpa- Abwasseranalyse in MV zeigt Drogenkonsum in 6 Städten: Schwerin, Rostock, Neubrandenburg, Greifswald, Güstrow und Neustrelitz.
- Höchster Crystal Meth-Konsum in Schwerin, hohe Alkoholwerte in Güstrow.
- Speed und Crystal Meth besonders im östlichen Teil, Cannabiskonsum mittlerer Wert im Vergleich.
- Messungen fanden im Juni 2023 und September 2024 statt.
- Studien der TU Dresden seit 2016 im Auftrag der EUDA.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden haben in Mecklenburg-Vorpommern im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) das Abwasser von sechs Städten auf Drogenrückstände getestet.
Auf Drogen geprüft wurde das Abwasser in Schwerin, Rostock, Neubrandenburg und Greifswald und im Unterschied zu 2023 diesmal auch in Güstrow und Neustrelitz.
Welche Drogen konsumiert werden und wie drastisch der Konsum tatsächlich ist, wurde nun veröffentlicht. Das sind die Ergebnisse der Abwasseranalyse in Mecklenburg-Vorpommern.
Drogen im Abwasser in MV
Die Werte für Speed beziehungsweise Amphetamin sind vor allem im östlichen Landesteil hoch. In Schwerin sei wohl noch mehr Crystal Meth konsumiert worden als bei der vergangenen Analyse 2023. Zudem hätten die Forscher landesweit Werte gefunden, die auf einen hohen Alkoholkonsum hinwiesen, fasste der NDR die Analyse zusammen.
Überdurchschnittlich hoch waren die Werte im deutschlandweiten Vergleich in Neubrandenburg und Neustrelitz. Sie entsprächen denen von Drogen-Hotspots in Städten in Schweden, den Niederlanden und Belgien, ergab die Auswertung. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sei die Menge in Neubrandenburg sogar noch gestiegen.
Alkoholkonsum in allen Standorten gestiegen
Gerade bei Speed und Crystal Meth gebe es regionale Schwerpunkte, das kenne man aus anderen Studien, sagte Björn Helm, Siedlungshydrologe der Technischen Universität Dresden. „Das deckt sich auch mit unseren Erfahrungen, dass Orte, die nah beieinander liegen, auch im Drogenprofil ähnlich sind.“
Besonders in Güstrow hätten sich überraschende Ergebnisse gezeigt. Dort wurden laut NDR nicht nur überdurchschnittliche viele Kokainrückstände gefunden. Auch die Werte für Alkohol lägen in Güstrow weit über den Werten der anderen Städte.
Die TU Dresden führt seit 2016 die deutschlandweiten Untersuchungen zu Drogenrückständen im Abwasser im Auftrag der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EUDA) durch. Die EUDA lässt regelmäßig in ganz Europa das Abwasser analysieren, um an aussagefähige Daten zu kommen. Diese Studien sind die größten ihrer Art. Über 100 europäische Städte beteiligen sich daran.
In MV stieg die Menge an Alkohol den Angaben zufolge an allen Standorten erheblich. „Im Vergleich zu den deutschen Standorten ist es aber schon so, dass in (Mecklenburg-Vorpommern) überdurchschnittlich viel Alkohol konsumiert wird“, sagte Helm.
Drogen in MV: Proben kommen aus Kläranlagen der Städte
Neu war in diesem Jahr die Beprobung auf Cannabis. Alle beprobten Städte in MV stellten einen im deutschlandweiten Vergleich mittleren Wert fest. Die niedrigsten Werte fanden sich in Greifswald, die höchsten in Neustrelitz.
Die Proben wurden an verschiedenen Tagen in den Klärwerken der Städte entnommen und im Labor der TU Dresden analysiert. Eine mehrtägige Messung ist nach Angaben der Forscher wichtig, da Speed und Crystal eher kontinuierlich eingenommen würden, Ecstasy und Kokain dagegen eher „Wochenend-Drogen“ seien.
Im Erhebungszeitraum vom 8. bis zum 29. Juni 2023 beziehungsweise 8. bis 29. September 2024 fanden die Wissenschaftler auch Rückstände von Ecstasy im Abwasser. In Neustrelitz wurden die Proben 2024 vom 3. bis 10. Oktober entnommen.

