DSL wird abgeschaltet: So plant Bundesnetzagentur den bundesweiten Wechsel auf Glasfaser

DSL-Abschaltung in Deutschland: Die Bundesnetzagentur plant bundesweite Umstellung auf Glasfaser. Wie das ablaufen soll und was Verbraucher jetzt wissen müssen. (Symbolbild)
Matthias Rietschel/dpaDer flächendeckende Glasfaserausbau nimmt Fahrt auf, während die alte DSL-Technologie langsam ausgedient hat. Die Bundesnetzagentur plant nun die komplette Abschaltung der kupferbasierten Netze. Ziel ist es, den Technologiewechsel strukturiert, rechtssicher und wirtschaftlich sinnvoll zu gestalten. Was Verbraucher jetzt wissen sollten.
DSL wird abgeschaltet: Glasfaser ist die Zukunft
Der parallele Betrieb von veralteten Kupferleitungen und modernen Glasfasernetzen verursacht hohe Kosten – und das ohne technischen Mehrwert. Vor diesem Hintergrund forciert die Bundesnetzagentur die sogenannte „Kupfer-Glas-Migration“. Langfristig soll das alte DSL-Netz abgeschaltet werden, um Ressourcen zu sparen und den Fokus vollständig auf Glasfaser zu legen.
Bundesnetzagentur veröffentlicht einen Plan zur Abschaltung
Die Bundesnetzagentur hat jetzt ein Impulspapier veröffentlicht, das konkrete Schritte für die Abschaltung der kupferbasierten Netze aufzeigt. Im Mittelpunkt steht ein klar definierter Drei-Phasen-Plan, der sich auf §34 des Telekommunikationsgesetzes stützt. Dieser Rahmen beschreibt den geordneten Übergang von der Kupfer- zur Glasfasertechnologie und soll allen Beteiligten – von Netzbetreibern bis Verbrauchern – Planungssicherheit bieten.
So sieht der Drei-Phasen-Plan der Bundesnetzagentur aus
- 1. Freiwilliger Umstieg:
Haushalte sollen durch attraktive Angebote und Open-Access-Modelle freiwillig von DSL auf Glasfaser wechseln. - 2. Geplanter Übergang:
Bei ausreichender Glasfaser-Nutzung kann der Netzbetreiber einen Abschaltplan einreichen. Die Bundesnetzagentur prüft diesen und legt verbindliche Migrationsregeln fest. - 3. Abschaltung des Kupfernetzes:
Nach erfolgreicher Migration aller Haushalte wird das Kupfernetz endgültig stillgelegt – mit vorheriger Information und ausreichendem Vorlauf für die Endkunden.
Verbraucher zögern noch: Glasfaser-Ausbau trifft auf Zurückhaltung
Obwohl der Glasfaserausbau in Deutschland voranschreitet, sind noch immer rund 50 % der Haushalte nicht direkt an das neue Netz angebunden. Und selbst dort, wo Glasfaser bereits verfügbar ist, nutzen viele Verbraucher weiterhin ihren gewohnten DSL-Anschluss. Die tatsächliche Nutzungsquote vom Glasfaseranschluss liegt derzeit unter 25 %.
Beteiligung erwünscht: Marktteilnehmer sollen Feedback geben
Mit dem 45-seitigen Impulspapier lädt die Bundesnetzagentur alle Akteure zur Diskussion ein. Ziel ist es, gemeinsam einen tragfähigen Regulierungsrahmen zu entwickeln, der sowohl Investitionen in moderne Infrastruktur als auch faire Übergangsfristen für alle Beteiligten berücksichtigt.
DSL-Abschaltung wird ein langfristiger Prozess
Die DSL-Abschaltung ist kein kurzfristiger Prozess, sondern ein langfristiger Strategiewechsel. Klar ist aber: Die Zukunft gehört der Glasfaser. Die Bundesnetzagentur hat nun den ersten wichtigen Impuls gesetzt – jetzt liegt es an Netzbetreibern, Kommunen und Verbrauchern, diesen Wandel mitzugestalten.